Pfingsten 19. 5. 2024
Der Bibeltext ist Teil der Abschiedsreden Jesu vor seinem Tod. Den Worten ist die Eindringlichkeit anzumerken. Die Jüngerinnen und Jünger sollen Jesu Vermächtnis bewahren. Die Sprache ist meditativ, wiederholend.
Traurig sind die Jesusnachfolgenden, weil sie die spürbare Gegenwart Jesu vermissen (Joh 16,6). Sie brauchen Aufrichtung und Trost, aber noch mehr brauchen sie einen „Anwalt“ oder „Beistand“ (griechisch „Paraklet“ ist auch der Rechtsbeistand), wenn sie zur Rechenschaft gezogen werden wegen ihres Glaubens an Jesus. Um mutig Zeugnis für Jesus Christus abzulegen, benötigen die Gemeindemitglieder den Geist als ihren Anwalt. Er wird ihnen zur rechten Zeit die rechten Worte eingeben, sie mit Vertrauen erfüllen und die Wahrheit Gottes offenbaren, gerade da, wo ihnen selbst der Mut fehlt.
Komm herab, o Heilger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.
Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.
Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.
In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.
Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.
Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.
Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.
Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.
Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.
Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.
(Amen. Halleluja.)