Palmsonntag 24. 3. 2024
Diese starke Hoffnung auf Jesus, das Vertrauen zu Gott.
Zugleich das beginnende Desaster, die beginnende Verfolgung, der Verrat eines Jüngers, der Hass der Menschen,
das Böse, das es gibt, das abgründige Herz, wozu der Mensch fähig ist.
Und wiederum, das starke Glaubenszeugnis Jesu dagegen: Wie in den Psalmen oft besungen: Ja, Gott ist meine Rettung, mein Hilfe, meine Burg.
Zugleich muss Jesus gewusst haben, dass sie ihn umbringen werden, weil er „wusste, was im Menschen war“. Es wurden die Kräfte des Bösen geweckt, aber nochmals und stärker, die Kräfte des Guten.
Evangelium: Mk 14,1-15,47 (Kurzfassung: Mk 15,1-39)
Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Markus. (…)
Ebenfalls die Geschichte am Palmsonntag. Die Geschichte vom Kreuz: Das Kreuz von seiner schrecklichen Seite starrt uns an.
Die Gefangennahme, das Verhör, die Lügen, die Rohheit, die Grausamkeit – und wiederum die starke Entgegensetzung JESU: seine Gewaltlosigkeit, sein öffentliches Bekenntnis, sein Wille zur Frohen Botschaft. Liebe und Güte und Böses und Lüge prallen aufeinander.
Der Mensch – wozu ist er fähig? Ein Ungeheuer (griechisches Tragödie von Sophokles, 442. v. Chr.) kann er sein, hasst seinen Bruder, martert, zerstört ihn, wirft alle möglichen Bomben, feuert todbringenden Raketen. Was hilft es, wenn die Psychologen sagen: Er tut es aus Angst, er fürchten den Nächsten, er überspielt mit Krieg seine Gefühle, seine Minderwertigkeit. Es ist Verdrängung, Vergesslichkeit, der Mensch überspielt alles, überschreit alles, und deshalb beginnt er zu lügen, zu schlagen, zu schießen. Die Psychologen! Und wie lernt der Mensch das Aufeinanderzugehen, das Zuhören, die Polyphonie des Lebens? Welche Berater stehen uns da zur Seite?
Am Palmsonntag prallen Welten aufeinander : Das Vertrauen zu Gott und das Vertrauen zum anderen – und die Feindschaft gegen den andern und so gegen Gott. Das Kreuz – ist es eine Naturkatastrophe? Sind wir hilflos, machtlos, ja selbst gar nicht dabei, wollen es gar nicht?
Das Kreuz von Jesus Christus – da blickte jemand in das Auge des Bösen – und heilte den Blick!
Die gefesselten Hände, das bespuckte Gesicht, das Holz des Kreuzes, das geneigte Haupt, die weinenden Augen, die ausgestreckten Arme, das geöffnete Herz, das herausströmende Blut – das ruft zur Besinnung, zum Nachdenken, zum Stopp-Sagen: Das Kriegsführen zahlt sich nicht aus, der Hass zahlt sich nicht aus, die Feinschaft, das Misstrauen. Palmsonntag – Welten prallen aufeinander: Jesus Christus ist zum Erlöser geworden, wir ziehen mit ihm feierlich und freudig ein , - und die Passion lädt uns gleichfalls ein zu einem neuen Weg, zu einem neuen, gemeinsamen Gehen.
Fürbitten
Gott will in Jesus Christus die Welt mit sich versöhnen und sendet uns den Geist des Friedens und der Versöhnung. Durch ihn beten wir und bitten:
1) Du bist als König und Friedensfürst in Jerusalem eingezogen, doch die Führer des Volkes und die Menge haben deine Absichten nicht erkannt.
Hilf uns, in schwierigen Situationen den Weg des Friedens zu suchen und zu gehen.
2) Du warst auf deinem Leidensweg alleine und Spott und Schande ausgesetzt: Gibt den vielen Menschen, die heute ausgegrenzt und verachtet werden, die Kraft sich an dir aufzurichten.
3) Das Grün der Palmbuschen erinnert uns an die Schönheit und Kraft der Natur: Hilf uns, die Schöpfung zu bewahren und die Güter der Welt in rechter Weise zu gebrauchen.
So bitten wir durch Christus, unseren Herrn: