5. Sonntag der österlichen Bußzeit 17. 3. 2024
Das einleitende „Siehe“ soll den Blick für neue Perspektiven öffnen. Dies bedeutet nicht nur ein neues Gottesverhältnis, sondern auch ein neues Verhältnis im Zusammenleben der Menschen untereinander. Der ältere Sinai-Bund wird in V. 32 kritisch in Erinnerung gerufen, weil er – so Jeremia – einseitig vom Volk gebrochen worden sei. Doch Gott als der viel Größere zieht sich nicht zurück, sondern ergreift erneut die Initiative, bietet einen neuen Bund an. Ob das Volk Israel seinerseits in diesen Bund eintreten will, wird weder gefragt noch gesagt. Doch die Verheißung ist so umfassend und verlockend, dass gar nichts anderes als Zustimmung möglich scheint: Nicht mehr (nur) auf Pergament soll die Tora, der Inhalt des Bundes und der Weisung, geschrieben sein, sondern jedem einzelnen Menschen direkt ins Herz gegeben. So, mit der Tora im Herzen eines jeden Menschen, fällt alles weg, was sonst in der Beziehung zwischen Menschen untereinander und auch zwischen Menschen und Gott stören könnte: gegenseitige Belehrung und insbesondere jeder überhebliche Hinweis, wie Gott am besten zu erkennen sei. Denn das, so gehört es zum neuen Bund, weiß jede und jeder, vom „Kleinsten bis zum Größten“, vom Kind bis zum Greis, ganz allein.
Evangelium: Joh 12,20-33
20 Unter den Pilgern, die beim Fest Gott anbeten wollten,
gab es auch einige Griechen.
21 Diese traten an Philippus heran,
der aus Betsaida in Galiläa stammte,
und baten ihn: Herr, wir möchten Jesus sehen.
22 Philippus ging und sagte es Andreas;
Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus.
23 Jesus aber antwortete ihnen:
Die Stunde ist gekommen,
dass der Menschensohn verherrlicht wird. (…)
Das Evangelium fängt unscheinbar an. Einige Menschen wollen Jesus kennenlernen. Was als Alltagsszene beginnt, führt jedoch unvermittelt in die Mitte der Verkündigung Jesu. Nur wenn das Weizenkorn stirbt, bringt es Frucht.