Fest der Taufe des Herrn, 7. 1. 2024
Wie überheblich, maßlos, schrankenlos kann der Mensch werden. Die Taufe des Herrn hingegen, welche Demut, Selbsterkenntnis zeigt sich hier. So eine einfache Geste – und so große Visionen und heilbringenden Werken gingen daraus hervor.
Evangelium: Mk 1,7-11
[3c Macht gerade seine Straßen! –,
4 so trat Johannes der Täufer in der Wüste auf
und verkündete eine Taufe der Umkehr
zur Vergebung der Sünden.
5 Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems
zogen zu ihm hinaus;
sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. (…)
Da Jesus auf die Gerichtsbotschaft des Täufers hörte, sich taufen ließ, um Gottes Zorngericht zu entkommen, und sich der Bewegung des Johannes anschloss, deutet Markus das Verhältnis der beiden aus gläubig-nachösterlicher Sicht neu. Der als Erster aufgetretene Johannes wird in Mk 1,6 in Anspielung auf den entrückten Elija gezeichnet, der nach Mal 3 am Ende der Tage wiederkehren und das Volk auf die Begegnung mit Gott vorbereiten sollte. Aus dem Wegbereiter Gottes zu seinem Volk wird so der Vorläufer und Wegbereiter Jesu.
Der wird ihn als Stärkerer übertreffen, weil er nicht bloß eine Wassertaufe spenden wird, sondern eine Geisttaufe. Jesus wird als endzeitlicher Geistträger vorgestellt. Die Herabkunft des Geistes auf ihn erfolgt jedoch erst nach dem Taufakt, als er bereits das Wasser verlässt. Mit der Stimme aus dem Himmel bezeichnet Gott selbst Jesus als seinen Sohn. Die im weiteren Verlauf des Evangeliums für Jesus in Anspruch genommene Würde ist somit von höchster Autorität bestätigt. Vers 11 gibt sich dabei als eine Zusammenschau unterschiedlicher Texte des Alten Testaments zu erkennen. Der „geliebte Sohn“ verweist auf Ps 2,7 und dient als Schriftbeleg für Jesu Würde als königlicher Messias. Das Motiv des „Wohlgefallens“ führt wie bereits die Herabkunft des Geistes im Vers davor in die Welt des Jesajabuches: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Nationen das Recht.“ (Jes 42,1). (Kath. Bibelwerk, Stowasser)