Sonntag 24. September 2017

Wir über uns

 

Papa Gruber Kreis
 

Fachausschuss des Pfarrgemeinderates der Pfarre St. Georgen an der Gusen

Vorsitzende: Christoph Freudenthaler, Monika Weilguni
denkstatt_gruber@gmx.at

 

Jahrzehnte waren der Mut und die Zivilcourage „Papa“ Grubers auf dem Pfarrgebiet von St. Georgen/Gusen unbekannt. Erst seit den 90er Jahren erfuhren wir durch Berichte von KZ-Gusen-Überlebenden mehr über sein Wirken, etwa über die legendäre „Gruber-Suppe“, mit der Johann Gruber nach Berichten von Überlebenden vielen Mitgefangenen das Leben rettete. 2007 wurde der Papa Gruber Kreis gegründet. Dieser Kreis hat es sich zum Ziel gesetzt, das Gedenken an die Opfer der Konzentrationslager auf dem Gebiet der Pfarre St. Georgen wach zu halten und die Person Johann Gruber ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Seit dem Bestehen des „Papa Gruber Kreises“ gab es eine Vielzahl von Aktivitäten und Veranstaltungen. 2009 präsentierte der Papa Gruber Kreis bei einer Veranstaltung mit vierhundert Besucher/-innen im Beisein des Landeshauptmanns, etlicher Bischöfe und namhafter Repräsentanten/-innen des kirchlichen Lebens und des Bildungswesens die Broschüre „Dr. Johann Gruber – Christ und Martyrer“. Diese Veranstaltung war die Initialzündung für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien und Gottesdienstbehelfen, für zahlreiche Bildungsveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Schulen, für die Lehrerfortbildung an Pädagogischen Hochschulen, für Veranstaltungen in diversen Erwachsenenbildungsreinrichtungen, für Gottesdienste, für Projekte von Firmgruppen des örtlichen Pfarrlebens und für eine Reihe künstlerischer Initiativen und kultureller Veranstaltungen, die sich mit der Person Johann Gruber und den tragischen Ereignissen des Nationalsozialismus auf dem Pfarrgebiet von St. Georgen an der Gusen befassten.

Neben all diesen Aktivitäten initiierte der Papa Gruber Kreis ein Verfahren zur juristischen Rehabilitation Dr. Johann Grubers, das 2010 eingeleitet und am 7.1.2016 mit dem Beschluss zur gänzlichen Aufhebung des Urteils vom 20.1.1939 und damit zur vollständigen Rehabilitierung Johann Grubers durch das Strafgericht Wien einen erfolgreichen Abschluss fand.

Wir über uns

 

Verein Plattform Johann Gruber


Obmann: Dr. Christoph Freudenthaler
Tel: 067687761183, christoph.freudenthaler@24speed.at

Die Gründung des Vereins „Plattform Johann Gruber“ geht auf eine Initiative des Papa-Gruber-Kreises zurück, um die Aktivitäten zur Person Johann Grubers mit gesellschaftlich relevanten Kreisen zu vernetzen und damit auf eine breitere Basis zu stellen.

Der Verein „Plattform Johann Gruber“ wurde 2011 gegründet. Er setzt sich aus Vertreter/-innen der politischen Gemeinden des Pfarrgebietes von St. Georgen an der Gusen, des örtlichen Kulturvereins, der Pfarre St. Georgen, des Gedenkdienstkomitees Gusen und des Papa Gruber Kreises zusammen.

Vom Verein „Plattform Johann Gruber“ wurde die „DENKSTATT Johann Gruber“ ins Leben gerufen, in deren Rahmen unter anderem das Kunstprojekt der Berliner Künstlerin „Passage gegen das Vergessen“ am Kirchenvorplatz realisiert wurde. Zudem wurde die Publikation „Neue Wege der Erinnerungskultur“, die Vermittlungsbox „Denkstatt Johann Gruber“ von Bernhard Mühleder und Dagmar Höss, sowie der Folder „St. Georgen an der Gusen im Nationalsozialismus – Schritte des Erinnerns“ herausgegeben. Zurzeit initiiert der Verein die Realisierung eines Theaterprojektes von Thomas Baum mit dem Schauspieler Franz Froschauer, das im Herbst 2017 seine Premiere erfahren sollte.

Anliegen des Vereins ist es, dem Verdrängen und Vergessen durch eine öffentliche Erinnerungskultur Widerstand zu leisten und Rechtsextremismus in Gegenwart und Zukunft aktiv entgegenzuwirken. Im Sinne Johann Grubers sollen Haltungen wie Zivilcourage, Toleranz und Menschlichkeit über die Grenzen von Religionszugehörigkeit und etwaigen weltanschaulichen Lagern gefördert werden.

Tätigkeitsbericht

Papa Gruber Kreis und Platform Johann Gruber

 

Aktivitäten des PGR Fachausschusses Papa Gruber und des Vereins  „Plattform Johann Gruber“

  • 2007: Gründung des Papa Gruber Kreises
  • 2008: Papa Gruber Kreis wird zu einem Fachausschuss des PGR der Pfarre St. Georgen an der Gusen
  • 25.10.2009: Präsentationsveranstaltung der Broschüre „Johann Gruber – Christ und Martyrer“ (mit über 400 Leuten im Beisein des Landeshauptmannes, dreier Bischöfe und namhafter Repräsentanten der Diözese Linz und der OÖ Bildungsszene)
  • 2010: Antrag zur vollständigen Rehabilitierung Johann Grubers: Nach zahlreichen Vorgesprächen wird auf Initiative des Fachausschusses Papa Gruber von RA Dr. Wolfgang Moringer im Namen von Gisela Haslinger (Enkeltochter eines Bruders von Johann Gruber) der Antrag auf Aufhebung des vollständigen Urteils vom 20.1.1939 über Dr. Johann Gruber des Landesgerichtes Linz an das Landesgericht für Strafsachen in Wien eingereicht (u.a. mit einem Rechtsgutachten des renommierten und emeritierten Strafrechtsprofessors Dr. Reinhard Moos)
  • 2011: Gründung des Vereins „Plattform Johann Gruber“ mit Vertreter/-innen der drei politischen Gemeinden Langenstein, Luftenberg, St. Georgen an der Gusen, der Pfarre, des Gedenkdienstkomitees Gusen, des örtlichen Kulturvereins Tribüne sowie des Papa Gruber Kreises.
  • 2011-2015: Realisierung der „Denkstatt Johann Gruber“ (siehe Beilage)
    • Kunstprojekt „Passage gegen das Vergessen“ am Kirchenvorplatz
    • Publikation Denkstatt Johann Gruber – Neue Wege der Erinnerungskultur, herausgegeben vom Verein Plattform Johann Gruber
    • Vermittlungsbox „Denkstatt Johann Gruber“ für den Unterricht und für die außerschulische Jugend- und Erwachsenenbildungsarbeit
    • Erstellung der „Schritte der Erinnerns – St. Georgen im Nationalsozialismus“ zur Begehung der historisch bedeutsamen Orte in St. Georgen an der Gusen.

 

Sonstige Aktivitäten im Umfeld des Papa Gruber Kreises und des Vereins „Plattform Johann Gruber“:

  • Bildungsveranstaltungen:
    • Lehrerfortbildungsveranstaltungen an der Pädagogischen Hochschule Graz, der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich sowie an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz zu Johann Gruber und der Gedenkarbeit in der Region Gusen/St. Georgen
    • Aktivitäten unterschiedlicher Schulen in OÖ und Wien, die sich mit Gusen, Johann Gruber und der Gedenkpädagogik auseinandersetzten, darunter die
      • Pilgerwanderung von 500 Schüler/-innen des Gymnasiums Petrinum von Linz nach Gusen, bei der u.a. eine große Bildcollage über Johann Gruber angefertigt wurde
      • interdisziplinär angelegtes Projekt an der Volksschule Langenstein, bei dem Schüler/-innen mit Johann Gruber und den Ereignissen der Ortsgeschichte in Berührung gebracht wurden
      • Zeitgeschichtetag in St. Georgen mit Schüler/-innen der NMS Baumgartenberg
      • Gedenkfeier und Beschäftigung mit Johann Gruber und der Gedenkarbeit in St. Georgen an der Gusen in den vierten Klassen der Praxisschule der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz
      • Fachbereichsarbeiten, vorwissenschaftliche Arbeiten, diverse Artikel über Johann Gruber und die Gedenkarbeit in St. Georgen/Gusen (Unsere Kinder, Pax Christi, Heimatbuch der Gemeinde St. Georgen…)
    • Vorträge bei verschiedensten Veranstaltungen (Bildungshaus Schloss Puchberg Prayerkongress, Voestgemeinde…) zur Person Johann Gruber und zur Gedenkarbeit in St. Georgen
    • Jährliche Firmgruppen, die sich mit Johann Gruber auseinandersetzten
    • Diverse Gottesdienstgestaltungen und Predigten, Herausgabe eines „Papa-Gruber-Gebetes“

 

  • Künstlerische Beiträge
    • Beitrag zu Papa Gruber in Alexander Hochburgers Film „Gusen. Die vergessene Hölle“
    • Vernissage mit Bilderzyklen zu Papa Gruber von dem renommierten Künstler Rudolf Burger
    • Gedenkkonzert von „Kohelet“ mit Liedern und Texten zur Persönlichkeit Johann Grubers

 

  • Rechtsverfahren
    • 7.1.2016: Beschluss zur gänzlichen Aufhebung des Urteils vom 20.1.1939 und damit zur vollständigen Rehabilitierung Johann Grubers durch das Strafgericht Wien

 

Christoph Freudenthaler

Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

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