Donnerstag 25. Mai 2017

VERMITTLUNGSBOX - DENK.STATT JOHANN GRUBER

Lern- und Denkmaterial zur Verfolgungs- und Vernichtungspolitik im Nationalsozialismus

 

Die Erinnerungen an die Ereignisse zwischen 1938 bis 1945 wurden in Mauthausen und später auch in Gusen/ Gemeinde Langenstein in vielfacher Weise thematisiert, vermittelt und verortet. Demgegenüber hat die enorme Bedeutung von St. Georgen/ Gusen für die Realisierung der NS-Verfolgungs- und Vernichtungspolitik noch wenig Eingang in das kollektive Gedächtnis gefunden. DENK.STATT Papa Gruber ist eine Initiative getragen durch einen Verein, die sich zum Ziel gesetzt hat, die NS-Vergangenheit in St. Georgen/ Gusen zu thematisieren, diskutieren und vor allem auch zu visualisieren.

 

Die Vermittlungsbox versteht sich als Vernetzungs- und Vermittlungstool: Zahlreiche wissenschaftliche Forschungsvorhaben, Pädagogisch-didaktische Projekte, Bildungs- und Gedenkinitiativen haben in den letzten Jahren auch in Oberösterreich einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Vermittlung des Nationalsozialismus geleistet. Die Box will einen Anstoß zur weiterführenden, vertiefenden Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit vor allem in dieser Region geben. Inhalte dieser Box sind verschiedene Tools die unabhängig voneinander funktionieren.

 

Verleihstellen:

 

Medienverleih der Diözese Linz

Pastoralamt • Kapuzinerstr. 84 • A-4020 Linz • Tel.: 0732 / 7610-3883
e-mail: medienverleih@dioezese-linz.at

 

Martkegemeindeamt St. Georgen

Julia Michlmayr • Marktplatz 12 • 4222 St. Georgen an der Gusen
Tel.: 07237 / 2255 • e-mail: gemeinde@st-georgen-gusen.ooe.gv.at

michlmayr@st-georgen-gusen.ooe.gv.at

 

EDUCATION GROUP

Anastasius-Grün-Straße 22-24, A-4020 Linz •Tel.: 0732 / 788078
e-mail: office@edugroup.at

 

Persönliche Abholung, kein Postversand möglich.
Die Box kann auch käuflich erworben werden.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Bernhard Mühleder, e-mail: bernhard.muehleder@gmx.at, Tel.: 0699/81718875

 

 

Bildungs TV - Vermittlungsbox Johann Gruber

 

Mauthausen und Gusen zwischen 1938 und 1945:

Gegen das Vergessen

 

 

Wegen zunehmender Bombardierung durch die Alliierten standen die nationalsozialistischen Machthaber vor der Notwendigkeit, die Kriegsproduktion an bombensichere Orte zu verlegen. St. Georgen/Gusen wurde für diesen Zweck ausgewählt, weil es hier Sandsteinhügel mit bereits vorhandenen kleinen Brauereikellern gab, die ausgebaut werden konnten.

Um die Arbeitskräfte für dieses Vorhaben unterzubringen, wurde das Konzentrationslager Gusen II errichtet. Tausende, vorwiegend jüdische Häftlinge wurden aus Auschwitz nach Gusen transportiert. Die Lebens- und Arbeitsumstände im Lager und im Stollen „Bergkristall“ waren so schrecklich, dass die meisten Menschen innerhalb weniger Wochen starben, manche bereits nach einigen Tagen.

Wegen der extrem hohen Sterblichkeit musste ein ständiger Nachschub von Arbeitskräften gesichert werden. Zur Lösung des Bauarbeiterproblems bei den geplanten großen Untertagebauvorhaben sollte eine möglichst große Anzahl von KZ-Häftlingen eingesetzt werden. Im Herbst 1944 leistete im KZ-System von Mauthausen-Gusen fast die Hälfte aller Häftlinge Zwangsarbeit im Stollenbau. Zeitweise waren auf dieser Baustelle mehr als 6000 Häftlinge gleichzeitig eingesetzt, die ohne jede Rücksicht ausgebeutet wurden, denn letztlich ging es darum, diese Menschen zu vernichten.

 

Warum Johann Gruber! Seine Einstellung gegen die Nationalsozialisten führt nur wenige Wochen nach dem Anschluss zu seiner Verhaftung und einem nachfolgenden Schauprozess. Nach Aufenthalten in der Strafanstalt Garsten, wird Gruber für kurze Zeit in das KZ Dachau überstellt und anschließend in das gefürchtete Konzentrationslager Gusen deportiert, in dem ca. 40.000 Menschen in den Steinbrüchen und der Rüstungsproduktion zu Tode geschunden werden. Johann Gruber gründet gemeinsam mit polnischen Lehrern eine Lagerschule um junge Häftlinge zu unterrichten. Ein Beweis, dass man auch unter schrecklichsten äußeren Bedingungen noch immer Mensch sein kann. Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung spielten für ihn keine Rolle. Er hat keinerlei Berührungsängste, hilft wo er kann und organisiert die legendäre Gruber-Suppe, um junge Franzosen vor dem Verhungern zu retten. Und das unter permanenter Gefahr seines Lebens. Gruber zeigt keine Angst, er lässt sich nicht einschüchtern, von nichts und niemandem, er bleibt sich seiner Einstellung treu.

 

Dokumente zum Download:

Inhaltsbeschreibung (18 Seiten - PDF Format)

 

 

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