Montag 23. April 2018

26. So. i. J. 1. Okt. 2017

vor 991

1. Lesung: Ez 18,25-28; 2. Lesung: Phil 2,1-11; Evangelium: Mt 21,28-32

Das Wort Gottes auszulegen wäre natürlich wichtiger; aber man erlaube, dass ich noch über das Priestertum nachdenke, wenn der Altheimer PGR schon zur 25-Jahr-Feier einlädt. Heute 2. Teil

 

Ein komplexes Aufgabenschema von Echtheit, Spontaneität und Rationalität erwartet den Priester. Die liturgische Rolle – die im gewissen Sinne die Hauptaufgabe des Priesters und!der versammelte Gemeinde ist - ist in den letzten Jahrzehnten vielleicht erleichtert worden: Liturgie darf auch wieder als Ritual gesehen und inszeniert werden. Es darf sich und soll sich sogar manches wiederholen! (Man stelle sich vor, das Weihnachtsevangelium wird jedes Jahr in einer anderen Textfassung vorgetragen. Das möchten wir gar nicht.) Die „wahre Routine“ kann einfach und klar sein, kunstvoll, aber nicht künstlich, zugewandt, aber nicht zudringlich, persönlich, aber nicht privat. (siehe Pircher, ebd. S 975.) „Das Handeln des Liturgen (Vorstehers) ist Handeln nach Regeln und persönliches Tun zugleich.“

Aber die Sache ist natürlich sehr komplex und vielfältig. Denn spätestens seit dem 2. Vatikanischen Konzil spricht man wieder vom „gemeinsamen Priestertum“ aller Gläubigen, vom „Prophetenamt“ seit der Taufe, vom „Hirtenamt“ jedes Christen. Umgekehrt hat das 2. Vatikanum und die nachfolgenden Dokumente (man erspare mir die Namen und Jahreszahlen) die hierarchische Ordnung der Kirche wieder hervorgehoben. Die Priester (in der Hierarchie mit dem Bischof) handelt in „persona Christi“, wenn er die Hl. Messe zelebriert, die Sakramente feiert, er hat die Funktion des Zusammenhalts der Gemeinde usw. Gemeinsames Priestertum und hierarchisches Priestertum soll zusammengehen. Die Theologen haben hierfür die Begriffe sich ausgeliehen von der Philosophie und sprechen vom „Realsymbol“ und „Repräsentanz“ usw. (Das würde uns hier zu weit führen.) Auf jeden Fall muss die Feier der Eucharistie und der Sakramente zurückverweisen auf den eigentlichen Geber aller Gaben, auf den Hohepriester und Lehrer und Hirte JESUS CHRISTUS selbst, von dem alles ausgeht, und zu dem wir uns im Gottesdienst wenden in der Einheit des dreifaltigen Gottes. (Die 1. Lesung von der Vergebung wäre ohne Vermittlung JESU nicht möglich denkbar).

Die Welt drehte sich nach dem 2. Vatikanischen Konzil weiter - und plötzlich merkte man ernüchternd, dass die pluralistische, moderne Welt bei weitem nicht Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit von selber hervorbringt. Mit der Architektur des Friedens ist es nicht weit her! Die Menschen sind übersättigt vom Relativismus der Weltanschauungen, vom Überkonsum der Unterhaltungsindustrie – und vorallem geschockt vom radikalen Islam. Überrascht reagierte die Medienwelt auf den Zulauf zu den Päpsten Johannes Paul II, zu Benedikt XVI, zu Franziskus – und viele Intellektuelle wunderten sich, ob sie nicht etwas verschlafen hätten?!

Jetzt ist gleichfalls noch vieles unentschieden. Die christliche Wahrheitsfrage muss stets gestellt werden: Wie umgehen mit dem Bösen, mit der Sinnidee der Erlösung, wie Gerechtigkeit und Frieden schaffen, wie Freiheit verwirklichen, wie den Anspruch von Gottes- und Nächstenliebe vernehmen, wie die Schöpfung achten?

Ich kann ein schönes Gedankengebäude aufbauen, vielleicht eine ästhetische Weltsicht betreiben (Schönheit brauchen wir auch, der „Spieltrieb“ nach Schiller), aber am allerwichtigsten ist stets die Wahrheitsfrage. Ist es auch wahr, was wir tun und treiben in unserer Geschäftigkeit und „Wichtigkeit“? In einer pluralistischen, von vielen Weltanschauungen geprägten Gesellschaft wird die Wahrheitsfrage kaum gestellt. Am Sonntag, wenn wir Eucharistie feiern und/oder still im Kämmerlein beten und/oder die Hl. Schrift hören, dürfen wir Zeugen sein der EINEN Wahrheit, die uns erschienen ist.

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