1. Nov. Hochfest Allerheiligen (31. So. i. J.)
und rief den vier Engeln,
denen die Macht gegeben war,
dem Land und dem Meer Schaden zuzufügen,
mit lauter Stimme zu und sprach:
3 Fügt dem Land, dem Meer und den Bäumen keinen Schaden zu,
bis wir den Knechten unseres Gottes
das Siegel auf die Stirn gedrückt haben! (…)
Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes, will verunsicherte Christen mitten in Verfolgungen stärken und sie zum Durchhalten ermutigen, selbst wenn es sie das Leben kostet. Immer wieder schaut der Seher Johannes in seinen Visionen in Gottes Welt. Der Lesungstext drückt durch das Bild von einer Siegelung aus, dass Menschen dauerhaft zu Gott gehören, und führt hinein in einen himmlischen Gottesdienst derer, die nun bei Gott sind nach aller Bedrängnis. Es dauert nicht mehr lang, die Vernichtung der Angstgegner und Gottes Rettung sind schon im Gange.
Evangelium: Mt 5,1-12a
In jener Zeit,
1 als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten
stieg er auf den Berg.
Er setzte sich
und seine Jünger traten zu ihm.
2 Und er öffnete seinen Mund,
er lehrte sie und sprach:
3 Selig, die arm sind vor Gott;
denn ihnen gehört das Himmelreich. (…)
Mit der sogenannten Bergpredigt begegnet uns die erste große Redekomposition im Matthäusevangelium (5,3-7,27 mit entsprechender Rahmung). Sie wird häufig als Magna Charta (wörtlich: große Urkunde) der Verkündigung Jesu angesehen. Der Evangelist parallelisiert damit die Gesetzgebung Gottes an Mose auf dem Berg Sinai bzw. Horeb und überbietet sie mit der Person und dem Evangelium Jesu. Jetzt gilt nicht mehr nur die Tora, sondern fortführend ihre Vertiefung und Anwendung durch Jesus, den Messias Gottes.