28. Sonntag im Jahreskreis 11. 10. 2026
Unser Textabschnitt führt uns zum Ende des Philipperbriefes (im Anschluss gibt es nur noch drei Verse mit Grüßen). Am Ende des Briefes bedankt sich Paulus für die Spenden der Gemeinde. Diese Spenden zeichnen die Beziehung des Paulus zur Gemeinde aus, da, wie er selbst betont (vgl. Vers 15), er von keiner anderen Gemeinde Spenden angenommen hat. Gleichwohl er dankbar dafür ist, betont er, dass sie eigentlich nicht nötig sind. Nicht um sein persönliches Auskommen geht es ihm, sondern um Christus und darum, dass er verkündet wird.
Evangelium: Mt 22,1-14
In jener Zeit
1 erzählte Jesus den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes das folgende Gleichnis: 2 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König,
der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete.
3 Er schickte seine Diener,
um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen.
Sie aber wollten nicht kommen. (…)
Wie schon am letzten Sonntag erzählt Jesus im Tempel in Jerusalem ein Gleichnis, in dem es darum geht, ob Jesu Verkündigung vom Himmelreich angenommen oder abgelehnt wird und welche Folgen das hat.
Dieses Gleichnis ist, wie schon die „Gleichnisse“ der letzten zwei Sonntage, eine Allegorie. „Parabel“ im griechischen,ein Neben-Einanderstellen.
Die einzelnen Bilder stehen für etwas anderes und müssen entschlüsselt werden: Der König ist Gott, der Sohn ist Jesus, die Knechte sind verfolgte Propheten (wie Johannes der Täufer, vgl. Mt 21,32) oder die Jünger. Die Zerstörung der Stadt spielt auf die Jerusalems durch die Römer 70 n. Chr. an. Der Hochzeitssaal voller Gäste mit Menschen, die zunächst nicht geladen waren, steht für die Gemeinde, in der auch Heiden Zutritt haben, nachdem das Volk Israel Jesus überwiegend abgelehnt hat.
Das Gleichnis vom Mensch ohne Festgewand hat ein ganz anderes, mit dem vorigen kaum zusammenhängendes Thema: Er symbolisiert den Menschen, der meint, man müsse, nachdem man einmal zu Gottes Geladenen in der Gemeinde gehört, das Gottesreich „besitzen“ und nichts mehr tun für seine Würdigkeit bzw. dafür, sich der Einladung entsprechend zu verhalten.