27. Sonntag im Jahreskreis 4. 10. 2026
Zunächst wird das Thema der Freude aufgenommen – ein Thema, das den gesamten Philipperbrief durchzieht. Offenbar ist die Freude im Glauben grundlegend für die Beziehung des Paulus zur Gemeinde in Philippi. Wer um die Nähe des Herrn weiß, kann auf Sorgen verzichten. In V. 6 wird ein typisch biblisches Motiv verwendet: Bitten werden mit dem Dank bereits erfahrener Hilfe durch Gott verknüpft. Vers 7 und 9 enthalten dann – quasi als Refrain – die Zusage des göttlichen Friedens. Dieser Friede ist verbunden mit Jesus Christus – dem Nahen – der Ruhe verheißt. In ihm offenbart und verwirklicht sich Gottes Frieden.
Evangelium: Mt 21,33-44
33 Hört noch ein anderes Gleichnis:
Es war ein Gutsbesitzer,
der legte einen Weinberg an,
zog ringsherum einen Zaun,
hob eine Kelter aus
und baute einen Turm.
Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer
und reiste in ein anderes Land.
34 Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern,
um seine Früchte holen zu lassen.
35 Die Winzer aber packten seine Knechte; (…)
43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt.(...)
45 Als die Hohepriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach.
Der Weinberg steht in der prophetischen Tradition oft für das Volk Israel (vgl. z. B. Jes 5,1-7). Das Problem sind diejenigen, die verhindern, dass der Eigentümer das ihm Zustehende erhält. In Vers 45 wird gesagt, dass die Führenden des Volkes merken, dass sie mit diesen Gleichnissen Jesu gemeint sind. Sie verhindern, dass Gott die Früchte seines „Weinbergs“, des Gottesvolkes, erhält.
Vers 44 macht deutlich, dass dies erhebliche Konsequenzen hat: die Wegnahme des Reiches Gottes. Dennoch wird Gottes Wirken weitergehen: bei all denen, die „Früchte abliefern“ (V. 41)