19. Sonntag im Jahreskreis 9. 8. 2026
11b Komm heraus
und stell dich auf den Berg vor den HERRN!
Da zog der HERR vorüber:
Ein starker, heftiger Sturm (…)
Nach seiner Wanderung zum Berg Horeb will sich Elija in einer Höhle zum Schlafen hinlegen. Obwohl die Schilderung sehr realistisch ist, kann auf einer anderen Ebene herausgelesen werden, dass er sich weiterhin verkriechen will. Die Nahrung, die er durch den Engel erhalten hat (1 Kön 19 5-8) und die symbolische Verbindung seines Geschicks mit der Geschichte Israels durch die vierzigtägige Wanderung – auch wenn es beim Volk vierzig Jahre waren – haben vielleicht noch nicht ausgereicht, um ihn ganz aus seiner Depression und Todessehnsucht herauszuholen. Etwas bewirkt haben sie (mit der „40“ als typische Reifungszeit in der Bibel), aber nicht genug. Gott aber lässt nicht von ihm ab und fordert ihn auf, aus der Höhle zu treten. Zunächst scheint Elija nicht darauf zu reagieren, den erst in V. 13a folgt der Ausführungshinweis, dass er hinaustrat und sich an den Eingang der Höhle stellte, als Reaktion auf das „sanfte, leise Säuseln“. Auch hier lassen sich Parallelen zum weiteren Kontext ziehen: Eine gewaltige Machtdemonstration in Kapitel 18 lässt das Volk zwar erkennen: „Der Herr ist Gott!“ (1 Kön 18,39). Die Rettung aber kündigt sich in einer „Wolke, klein wie eine Menschenhand“ (1 Kön 18,44) an. Sie nämlich bringt den lebensspendenden Regen nach einer langen Dürreperiode. So dürfte Elija in den gewaltigen Naturphänomenen von Sturm, Erdbeben und Feuer(sbrunst) durchaus die Macht Gottes erkannt haben. Aber nicht diese, sondern seine behutsame Zuwendung ruft ihn ins Leben zurück, lässt ihn Gottes Gegenwart spüren und macht ihn bereit, seine Resignation zu überwinden und den Auftrag Gottes wieder anzunehmen und auszuführen. Die Erzählung schildert hinter dem Schicksal des Elija eindrücklich einen Gott, der sich nicht nur seinem Volk als Ganzem, sondern auch dem einzelnen Menschen zuwendet und sich um ihn kümmert. (Katharina Schmöcker)
Evangelium: Mt 14,22-33
22 Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte,
drängte er die Jünger, ins Boot zu steigen
und an das andere Ufer vorauszufahren.
Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.
23 Nachdem er sie weggeschickt hatte,
stieg er auf einen Berg, um für sich allein zu beten.
Als es Abend wurde, war er allein dort.
24 Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt
und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind.
Viele Gegensätze kommen zusammen, äußerlich und innerlich.
Jesus will wieder allein sein, nach der erfolgreichen Brotvermehrung fragt er sich wohl trotzdem noch, wie soll es weitergehen. Johannes haben sie getötet.(...)
Zugleich sollen die Jüngerinnen vorausfahren, das unsichere Element des Wasser ebenfalls kennenlernen.
Eine größere Distanz entsteht: Die JüngerInn im Boot, Jesus auf dem Berg. Die Unsicherheit der JüngerInnen zeigt sich im Sturm (im Wellenschlag). Der Glaube an Jesus wirkt noch wie ein Gespenst. Es folgt eine Beruhigung.
Alles wird nochmals exemplifiziert in Petrus: Er hat zuerst Glauben, dann Angst, dann Vorwurf des Kleinglaubens, wiederum Beruhigung. Schließlich Bekenntnis für alle nachfolgenden Generationen.