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Fr. 03.04.26

Liebe Christi

Karfreitag
Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Das, was am heutigen Tag an Jesus geschieht, ist bei aller Härte und Grausamkeit des Kreuzweges, ein ganz besonders Wunder. Es ist das Wunder der sich ganz und gar an uns Menschen verschenkenden Liebe, einer Liebe, die bis ans Kreuz geht.

Predigt Karfreitag, 3.4.2026

Perikopen: vom Karfreitag

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Das, was am heutigen Tag an Jesus geschieht, ist bei aller Härte und Grausamkeit des Kreuzweges, ein ganz besonders Wunder. Es ist das Wunder der sich ganz und gar an uns Menschen verschenkenden Liebe, einer Liebe, die bis ans Kreuz geht. Dazu eine kurze Geschichte, die uns das Ganze nicht besser erläutern könnte. Wir dürfen beim Hören einfach noch einmal an das Schicksal Jesu denken. Weil der Gefangene im Straflager innerlich vollkommen frei war, war er auch furchtlos. Und das, obwohl er jederzeit mit einem Todesurteil rechnen musste. Eines Tages spielte der Gefangene im Hof des Gefangenlagers mit der Gitarre. Eine große Schar von Mitgefangenen stand um ihn herum. Und je länger die Menschen seinem Spiel zuhörten, umso angstfreier wurden auch sie. Die Musik machte sie frei. Das kann immer eine ihrer guten Funktionen sein. Als die Behörden dies merkten, dass die Menschen durch die Musik freier wurden, verboten sie ihm das Spielen. Am nächsten Tag aber spielte er trotzdem wieder. Da hackten sie ihm alle Finger ab. Doch am nächsten Tag  war wiederum da, singend und musizierend mit den blutigen Stümpfen dessen, was einmal Finger gewesen waren. Diesmal hörten ihm die Menschen mit Mitleid zu. So zerstörten ihm die Behörden seine Gitarre. Am Tag drauf sang er aber aus ganzem Herzen. Und die Menge sang nun begeistert mit. Die Menschen bekamen Mut. Die Behörden wollten dies aber nicht dulden. So schnitten sie dem Sänger die Zunge ab. Ein Hauch des Todes breitete sich über dem Lager. Am nächsten Tag war er aber wiederum im Hof, tanzend zu einer Musik, die niemand hörte, weil kein Ton von seinen Lippen kam. Und die Menge tanzte mit. Man gab sich die Hände, umkreiste den verletzten und stummen Tänzer. Und die Behörden? Sie trauten ihren Augen nicht. Endlich hatten auch sie das Wunder begriffen. Das Wunder der begnadeten, sich bis zum Äußersten verschenkenden, menschlichen Existenz. Einer Ikone Jesu Christi!

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Heute verschenkt sich die Liebe Christi bis zum letzten. Er, der wie Gott war, ist für uns ein Sklave geworden. Er hat sich für uns bis zum Letzten erniedrigt. Doch Gott hat ihn, um die Sprache des Evangelisten Johannes zu verwenden, erhöht, um uns seine verschenkende Liebe zu zeigen. Und da fällt mir ein Satz aus dem Gebet am Ende der Herz-Jesu-Litanei ein: „Gib, dass wir seine Liebe nicht ohne Antwort lassen.“ Ja, gib, dass wir das erfüllen können. Amen.

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