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Sun 22.03.26

Das Kreuz - ein Ort der Hoffnung, ein Segenszeichen

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Am Kreuz stirbt Jesus. Es ist der Ort seines Todes. Aber im Licht seiner Auferstehung wird das Kreuz zu einem Ort der Hoffnung zu einem Zeichen des Segens. Vom Kreuz geht Segen aus.

Predigt 5. Fastensonntag, 22.3.2026

 

Perikopen: Röm 8,8-11                          Joh 11,1-45

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Mit dem heutigen Sonntag rückt das Kreuz in den Mittelpunkt. In den Schrifttexten der Wochentage läuft alles auf den Prozess Jesu und sein Leiden zu. Am Kreuz stirbt er. Es ist der Ort seines Todes. Aber im Licht seiner Auferstehung wird das Kreuz zu einem Ort der Hoffnung zu einem Zeichen des Segens. Vom Kreuz geht Segen aus, bis heute. So verwenden wir es auch, als Segenszeichen. Die Messe haben wir damit begonnen und werden sie auch wieder damit beenden. Und über das Kreuz als Segenszeichen, das wir immer „im Namen des Vaters, und des Sohnes, und des Heiligen Geistes“ sprechen, möchte ich heute nachdenken. Es ist für mich nämlich ein Segenszeichen, das die ganze menschliche Zeit umfasst: Unsere Vergangenheit, unsere Gegenwart und unsere Zukunft. In diesem Sinn dürfen wir darüber nachdenken.

 

Erstens: Im Namen des Vaters. Dem Vater verdanken wir die Vergangenheit, unsere ganze bisherige Lebensgeschichte. Und genau diese Vergangenheit, diese Lebensgeschichte, wie sie war und wie sie ist, dürfen wir immer wieder voll Vertrauen in seine Hände legen. Ich denke viele von uns kennen den Satz: „Wir können nie tiefer fallen als in die Hände des großen und barmherzigen Gottes und dort ist es gut sein.“  Das ist die Geschichte verloren Sohn, die in die Fastenzeit so gut passt. Es ist unsere Geschichte, die Geschichte von Reue und Neuanfang. Wie oft im Leben haben wir schon etwas bereut, auch wenn wir es nicht immer so klar ausgesprochen haben, aber das Gefühl war im Herzen daraus ist ein Neuanfang geworden. Reue ist etwas Wichtiges. Früher hat man die Unterscheidung von Liebesreue und Furchtreue gehabt. Man bereut aus Liebe zu Gott oder aus Furcht vor ihm. Diese Unterscheidung ist nicht ganz glücklich. Es sollte die Liebe sein, die uns bereuen lässt, weil dann Gott in seiner Liebe einen neuen Anfang schenkt, weil er uns wie Lazarus neu ins Leben zurückruft und uns sagt: „Komm heraus aus dem, was dich im alten Leben noch fesselt.

 

Zweitens: Und des Sohnes. Der Sohn, Jesus, er ist unsere Gegenwart. Er spricht heute zu uns. Das Heute ist bei ihm ganz wichtig. Jetzt ist die Zeit des Sohnes, der immer mit uns durch die Zeit wandert. Jetzt sagt er zu uns: „Folge mir nach, trage dein Kreuz, bleibe nicht stehen.“ Jetzt möchte er uns aufwecken und uns das Wesentliche sagen. Jetzt ist, wie wir das in der Fastenzeit oft sagen, die Zeit der Gnade, die Tage des Heiles, jetzt ist die Zeit etwas zu machen. Das dürfen wir anpacken. Wir sollten uns nicht in Träumereien verlieren, auch nicht zu viel im Konjunktiv reden, nach der Mentalität „wenn-dann…wenn es so wäre, dann wäre ich so und so. Wenn es in der Kirche so und so wäre, dann wäre ich auch dabei und würde hingehen…“ Das sind Ausreden. Wir dürfen aus unserer Herzenskammer den Herrn ganz einfach und demütig bitten: „Herr, gib uns jetzt die Gnade, Herr, ich will dir jetzt entsprechen.“ Beim Ruf vor dem Evangelium und ab Ostern dann wieder beim Halleluja stehen wir ja immer auf und da dürfen wir uns jedes Mal persönlich fragen: „Stehe ich jetzt auf, weil ich will, dass der Herr mir etwas sagt, oder bleibe ich sitzen, weil er ohnehin noch einmal vorbeikommt.“

 

Drittens: Und des Heiligen Geistes. Der Heilige Geist ist unsere Zukunft. Er will uns in eine gute Zukunft führen. Er zeigt uns den Weg, er leitet uns an, und wir dürfen uns seiner Führung ganz getrost überlassen. Im Römerbrief haben wir es heute gehört, dass wir vom Geist bestimmt sind, nicht vom Fleisch, und dass der Geist Gottes in uns wohnt. Der Geist ist es, der uns immer mehr hineinverwandelt in die endgültige Zukunft mit Gott. Aus diesem Geist dürfen wir leben und uns an einem anderen schönen Wort des Apostels Paulus festhalten: „Ich vergesse, was hinter mir ist, und strecke ich nach dem aus, was vor mir liegt.“ Es ist ein Geheimnis unsere Glaubens, dass sich unsere Leben immer wieder erneuern kann in der Kraft dieses Geistes und wir so erst wirklich zukunftsfähig werden.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

In weniger als zwei Wochen, am Karfreitag werden die Kreuze in unseren Kirchen enthüllt, und das Kreuz des Herrn auf Golgatha neu aufgerichtet. Am Ort des Todes wächst neues Leben. So wird das Kreuz zum Segenszeichen. Es geht ein Segen davon aus, der uns hilft mit versöhnter Vergangenheit in den Armen des Vaters zu leben. Es geht ein Segen aus vom Sohn, der heute, jetzt, in unsere Gegenwart zu uns spricht. Und es geht ein Segen aus von Heiligen Geist, der uns leitet und uns in eine gute Zukunft führt. Diesen Segen dürfen wir über unser Leben, unsere Kirche, unsere ganze Welt legen. Amen.

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