Ein mitfühlendes Herz
Predigt 14. Sonntag im Jahreskreis, 5.7.2026
Perikopen: Sach 9,9-10 Mt 11,25-30
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Die Ferien stehen kurz bevor. Viele Menschen versuchen in Urlaub und Sommerfrische Erholung zu finden, auszuruhen, neue Kräfte zu sammeln. Es ist wichtig, in unserer hektischen, hochnervösen Zeit umso mehr. Und da dringen dann die Worte Jesu aus dem Evangelium an uns heran: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen sein ich will euch erquicken….und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ Mühselig und beladen, das sind wir im Laufe eines Lebens alle immer wieder einmal auf unterschiedliche Art und Weise. Wie tröstlich, dass der Herr uns einlädt alles zu ihm mitbringen zu dürfen. Er will uns erquicken d.h. erfrischen. Der Herr ist die beste Erfrischung überhaupt. Und dann sagt er noch, dass wir bei ihm Ruhe finden können für unsere Seele. Nicht nur unser Körper, auch unsere Seele, unser Herz muss zur Ruhe kommen. Das dürfen wir nicht vergessen. Was für Menschen dürfen/sollen wir da sein? Wie können wir uns da einander helfen, dass wir zur ruhen komm? Ich denke wir alle brauchen da eines: ein mitfühlendes Herz. Wo ein mitfühlendes, verständiges Herz, da kommt mehr Ruhe ins Leben, in das eigene Leben, iins Leben der Mitmenschen, ins Leben der Kirche. Was ist für ein mitfühlendes Herz wichtig. Ein paar kurze Gedanken dazu.
Erstens: Zuhören. Sich die Zeit nehmen dem anderen einfach zuzuhören. Ich fürchte, dass dies am wenigsten gelebt wird. Einfach zuhören und hinhören, egal wo wir sind zuhause, im Beruf, unter Freunde. Wo man sofort mit Lösung kommt, will man gar nicht zuhören. Und wir brauchen auch nicht immer eine Lösung für alles. Uns kann schon leichter sein, wenn uns jemand zugehört hat und wir uns ausreden konnten.
Zweitens: Das Gehörte mitnehmen ins Gebet und auch in die heilige Messe. Das, was wir da gehört haben sind Anliegen unserer Mitmenschen. Und diese Anliegen dürfen wir Gott sagen, Gott weitersagen, ganz konkret im Gebet und auch hier in der heiligen Messen dürfen wir das auf den Altar legen. Das wäre eine gute Praxis, Gebet für andere. „Ich bete für dich,“ ist ein schönes Signal, dass wir unseren Mitmenschen immer wieder einmal senden dürfen. Gebet für andere ist unendlich kostbar und wertvoll.
Drittens: Umgang mit Vorurteilen. Wir haben alle unsere Vorurteile und ohne gewisse Vorurteile könnten wir gar nicht leben. Es gibt ein philosophisches Vorurteil ohne, dass wir nicht denken können, nämlich, dass ich hier Wirklichkeit erfahre, dass hier Wirklichkeit ist. Aber wir müssen da an uns, an unsere ratio arbeiten. Ich darf nicht den anderen mit Vorurteil in alle Ewigkeit fixieren und festlegen. Wo wir immer bei unseren Vorurteilen bleiben, kann es passieren, dass wir jemand regelmäßig nicht ernst nehmen, dass ist schlimm nicht ernst genommen zu werden, und da kommt dann jemand nie an unser Herz heran. Und das ist schlimm. Arbeiten wir an unseren Vorurteilen, halten wir sie auf einen möglichst kleinen Level.
Viertens: Die Frage wie wir miteinander und übereinander reden? Wir sollen nicht dauernd jemand mit unseren Kommentaren und unserem Gerede ins schlechte Licht rücken. Wir alle wissen es, ein Wort ist halt oft so schnell gesagt. Der hl. Josef Maria Escriva meinte einmal: „Wenn du nicht loben kannst, dann schweige!“ Es gibt noch viel zu tun.
Liebe Brüder und Schwestern!
Mitfühlsam und einfühlsam soll unser Herz werden, dann finden wir nach und nach die innere Ruhe. Wir bleiben Lernende. Dazu lädt uns der Herr heute ein. „Lernt von mir.“ Tun wir das. Üben wir das Zuhören, nehmen wir die Anliegen mit ins Gebet und in die heilige Messe, passen wir mit den Vorurteilen auf und schauen wir auf die Art und Weise unseres Redens. „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen sein ich will euch erquicken….und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.“ Amen.
