Barmherzigkeit
Predigt 10. Sonntag im Jahreskreis, 7.6.2026
Perikopen: Hos 6,3-6 Mt 9,9-13
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
„Barmherzigkeit will ich nicht Opfer, denn ich bin gekommen die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ In der Berufung des Matthäus und im Mahl mit den Sündern und in vielen anderen Begebenheiten seines Lebens hat uns Jesus diese Barmherzigkeit vorgelebt. In der Bergpredigt sagt er sogar einmal: „Seid barmherzig, wie euer himmlischer Vater barmherzig ist.“ Aber was ist Barmherzigkeit eigentlich? Wie zeigt sich Barmherzigkeit. Manche verwechseln Barmherzigkeit mit Schwäche oder mit einfach ein Auge zudrücken, das Ganze nicht wirklich wahrnehmen. Ich denke Barmherzigkeit ist ganz genau die Mitte zwischen Härte und Desinteresse. Die Härte des Charakters jener, die sich damals am Karfreitag vielleicht noch über den geschundenen Gekreuzigten lächerlich gemacht haben. Die Härte jenes Reichen der den armen Lazarus, dem die Hunde die Geschwüre leckten, vor seiner Türe gesehen hat und nichts getan hat. Es gibt wohl auch heute viele Järtefälle. Das hat mit Barmherzigkeit nichts zu tun. Und das Desinteresse, das war gar nicht hinschauen, das wir einen Menschen abgeschrieben. Das ist auch nicht barmherzig. Das Gegenteil macht Jesu im Evangelium. Er ruft Matthäus, einen Zöllner in die Nachfolge. Er sagt Matthäus, dass er ihn brauchen kann. Er zeigt ihm und uns allen, was wir ihm Wert sind. Er ruft uns beim Namen, Das ist die Barmherzigkeit Gottes dieses Hingehen und sich uns zeigen. So ist Gott. Wir dürfen uns bemühen das nachzuahmen. Hingehen zum anderen und ihm zeigen, du bist es mir wert, auch wenn wir in unserer Beziehung die eine oder andere Schramme abbekommen haben. Wir fangen neu an. „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Amen.
