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Mo. 29.06.26

Petrus und Paulus

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Im Wesentlichen waren Petrus und Paulus ein unzertrennliches Paar. Der Herr hat sie umgekrempelt, und sie haben sich umkrempeln lassen.

Predigt Heilige Apostel Petrus und Paulus, 29.6.2026

Perikopen: 2 Tim 4,6-8.17-18         Mt 16,13-19

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Jemand hat einmal gesagt, dass Petrus und Paulus ein unzertrennliches Paar sind. Und das stimmt. Auch, wenn ihr Miteinander nicht konfliktfrei gewesen ist, aber, wenn es um Wesentliches geht, sind sie ein unzertrennliches Paar. Drei Gedanken dazu.

Erstens: Petrus und Paulus wurden vom Herrn umgekrempelt. Ja, Petrus und Paulus, haben wirklich lange Wege auf den Missionsreisen für die Glaubensarbeit zurückgelegt. Aber der längste Weg war der innere Weg, in ihrem Herzen. Es braucht einige Zeit, um dem Herrn sagen zu können „Herr, du weißt alles, du weißt auch, dass ich dich Liebe“, wie Petrus. Es braucht Zeit um sagen zu können „nicht mehr ich lebe, Christus lebt in mir,“ wie es Paulus im Brief an die Galater schreiben konnte. Was für ein innerer Prozess muss da im Herzen der beiden Apostel von sich gegangen sein? Wie muss da der Glaube gereift und gewachsen sein, dass der Herr die beiden innerlich derart umkrempeln konnte. Es war ein inneres Umkrempeln, und dadurch konnten Petrus und Paulus so viel wirken, vor allem missionarisch. In der Präfation des heutigen Festes heißt es so schön: „Petrus hat als erster den Glauben an Christus bekannt und aus Israels heiligem Rest die erste Kirche gesammelt. Paulus empfing die Gnade tiefer Einsicht und die Berufung zum Lehrer der Heiden.“ Weil der Herr, Petrus und Paulus derart umgekrempelt hat, konnten die beiden selber so viele Menschen für den Glauben umkrempeln, und dadurch ist ein erste, ich denke sehr echte Gestalt von Kirche entstanden. Auch bei uns wird gerade Kirche massiv umgekrempelt, manches ist nicht wieder zu erkennen. Zwei Fehler dürfen wir nicht machen. Den Fehler zu meinen, dass es in der Weltkirche von unserer „kleinen“ Kirche in Mitteleuropa abhängt. „Nimm dich nicht so wichtig,“ sagte der heilige Papst Johannes XXIII. Und den Fehler, dass das äußere Umkrempeln, das innere Umkrempeln ersetzt. Ich vermisse hier, oder nehme ich persönlich falsch wahr, häufig die Mittel des Glaubens und der Gnade Gottes.

Zweitens: Petrus und Paulus sind Menschen der zweiten Chance. Petrus und Paulus waren nicht von Anfang an die Säulen, auf die der Herr seine Kirche gebaut hat. Beide brauchten wenigstens eine zweite Chance. Denken wir daran, wie oft Petrus versagt hat, seinen Enthusiasmus nicht durchalten konnte. „Niemals will ich dich verleugnen.“ Und dann „gleich darauf krähte ein Hahn. Petrus ging hinaus und weinte bitterlich.“ Und bei Paulus wissen wir es ja auch. Der Auferstandene musste ihm eine zweite Chance geben. Er tat dies vor den Toren von Damaskus. Erst dann konnte aus dem Christenverfolger der große Völkerapostel werden. Beide haben wenigstens eine zweite Chance erhalten. Uns spielt Gott immer und immer wieder eine Chance zu, eine zweite, dritte, vierte usw. Wir sollten diese Chancen nützen, auch im Einsatz für unsere Kirche. Wir sollten sie so nützen, dass die Worte des Paulus im zweiten Timotheusbrief am Ende unseres Lebens, auch unsere Worte sind: „Ich habe den guten Kampf gekämpft. Den Lauf vollendet, die Treue bewahrt.“ 

Drittens: Petrus und Paulus werden vom Herrn angefragt.  Dem Paulus stellt er die Frage: „Saul, Saul, warum verfolgst du mich?“ Die Jünger fragt er im Evangelium: „Für wenn halten mich die Menschen? Und dann weiter: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ Und den Petrus fragt er dann noch dreimal: „Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich, liebst du mich mehr als diese?“ Das sind entscheidende Fragen für jeden von uns? „Warum verfolgst du mich“ ist die Frage, was wir tun bzw. unterlassen, ich fürchte heute wird mehr unterlassen, dass sich das Reich Christi ausbreitet. Die Fragen „für wen halten mich die Menschen“ und „ihr aber, für wen haltet ihr mich“ zielen darauf, dass wir uns unsere Meinung bilden, wie andere glauben oder nicht glauben, und wir so unsere ganz persönliche Stellungnahme zum Herrn finden, aus unserem Herzen heraus. Und die Frage „liebst du mich“ entscheidet alles. Am Ende unseres Lebens zählt alles, was wir aus Liebe getan haben. Das, was wir aus Liebe getan haben löst sich schon in dieser Welt, und wird sich auch im Himmel gelöst haben. Und das, wo die Liebe fehlt, bindet sich an dieser Welt an, und wird deshalb auch im Himmel gebunden sein. Und so sind ganz viele Anfragen des Herrn an uns da, jeden Tag. Und wir können darauf antworten, in dem wir sagen: „Ich folge dir nach. Ich trage mein Kreuz. Ich bleibe nicht stehen.“

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Im Wesentlichen waren Petrus und Paulus ein unzertrennliches Paar. Der Herr hat sie umgekrempelt, und sie haben sich umkrempeln lassen. Der Herr hat ihnen eine zweite Chance gegeben, und sie haben sie genützt. Der Herr hat sie gefragt, und sie haben geantwortet. Das ist wesentlich für die Kirche, damit stimmt „ubi Petrus, ubi Paulus, ibi ecclessia – dort, wo Petrus ist, dort, wo Paulus ist, da ist die Kirche.“ Amen.

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