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So. 24.05.26

Eine geistige Überschwemmung

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Es gibt aber auch eine positive Überschwemmung und genau diese feiern wir zu Pfingsten, nämlich eine geistige Überschwemmung.

Predigt Pfingstsonntag, 24.5.2026

Perikopen: Apg 2,1-11           Joh 20,19-23

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Ein Hochwasser, eine Überschwemmung ist eine furchtbare Sache. Es richtet enormen Schaden an. Vor dem Feuer kann man weglaufen, vor dem Wasser nicht. Man kommt ihm nicht aus. Ja, eine Überschwemmung ist eine furchtbare Sache. Es gibt aber auch eine positive Überschwemmung und genau diese feiern wir zu Pfingsten, nämlich eine geistige Überschwemmung. Und diese geistige Überschwemmung schenkt uns eine pfingstliche Erlebniswelt, auf die wir uns einlassen sollen, die wir eben erleben dürfen. Aber wie dürfen wir Pfingsten erleben? Drei Gedanken dazu.

 

Erstens: Zu Pfingsten zuckt es. Zusammenzucken tun wir, wenn der Zahnarzt mit dem Bohren beginnt, wenn wir uns die Finger verbrennen, wenn uns etwas erschreckt oder etwas ganz überraschend daherkommt. Da zuckt man zusammen. Genau das hat der Heilige Geist zu Pfingsten getan, als er das Haus erfüllte, wo die Apostel und Maria waren. Sie werden ordentlich zusammen gezuckt sein, wie das Spektakel des Heiligen Geistes losgegangen ist. Genauso möge es uns auch immer wieder gehen, dass wir von Gott gut überrascht werden, dass wir zusammenzucken und uns Gott ordentlich durchbeutelt. Wo das geschieht, da kommen wir stets neu zum Glauben an ihn. Es kommt darauf an, dass wir den Glaubensakt stets neu setzen in unserem Herzen. Wir brauchen es ja nicht alleine tu. Der Heilige Geist hilft uns dabei. Oder denken wir, wie einmal jemand zu Jesus gesagt hat: „Ich glaube Herr, hilf meinem Unglauben.“  

 

Zweitens: Zu Pfingsten flammt es. Der Geist Gottes kommt im Feuer, genauer gesagt in Feuerzungen. Feuer hat eine enorme Kraft in sich im Positiven und im Zerstörerischen. Aber Feuer hat die Kraft der Veränderung. Und dann ist da noch die Zunge. Einem Menschen, dem die Zunge fehlt, der kann nicht sprechen. Er ist sprachunfähig. Die Feuerzunge des Heiligen Geistes sagt uns nur ein Wort. Und dieses Wort ist Jesus. Und dieses Wort Jesus wird im Heiligen Geist nicht irgendwie in die Allgemeinheit gesagt, sondern jedem von uns wird es persönlich gesagt. Die Apostelgeschichte sagt es uns, dass sich diese Feuerzunge auf einen jeden einzeln niederlässt. So flammt es in uns, weil das Wort Jesus im Feuer des Heiligen Geistes in jedem von uns ganz persönlich hineingesagt wird. Und wir dürfen darauf schauen, dass dieses Wort Jesus in uns lebendig bleibt und in uns etwas bewirkt. Noch vielmehr, dass dieses Wort Jesus durch uns etwas bewirkt. Denn eines ist klar mit dem Heiligen Geist werden wir befähigt auf Sendung zu gehen, missionarisch zu sein, und nicht sitzen zu bleiben. Ein Lied zum Heiligen Geist drückt es schön aus: „Entflamme Sinne und Gemüt, dass Liebe unser Herz durchglüht, und unser schwaches Fleisch und Blut in deiner Kraft das  Gute tut.“ 

 

Drittens: Zu Pfingsten braust es. „Da kann plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus in dem sie waren.“ Ja, im Sturmesbraus des Heiligen Geist kommt frische Luft in das Haus, wo sich die Apostel mit Maria, der Mutter des Herrn eingesperrt haben. Vielleicht war die Luft dort schon recht angestanden oder von der Angst der Apostel verbraucht. Wir brauchen Luft zum Atmen, einmal für die Lunge und einmal für die Seele. Wir sprechen heute oft von der Verschmutzung der Luft, die das Atmen schwerer macht. Wir atmen viele Gifte ein, die unsere Lunge schädigen und den Körper bedrohen. Und dann gibt es eben auch die Verschmutzung der geistlichen Luft. Wir atmen geistlich so viele Gifte ein, die uns innerlich kaputtmachen, weil uns das rechte Menschsein und Christsein abhandenkommt. Die Fähigkeit zur Wahrheit und zur Liebe werden dadurch zerstört. Der Heilige Geist reinigt und säubert diese Luft, damit wir die frische Luft des göttlichen Lebens atmen können. Deshalb brauchen wir das Wunder von Pfingsten so dringend, dass es braust, dass der Geist wie ein starker Wind kommt, der uns reinigt und tief durchschnaufen lässt. Auch Jesus haucht die Jünger heute im Evangelium an und sagt es ihnen: „Empfangt den Heiligen Geist!“

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Die geistige Überschwemmung feiern wir heute. Sie lässt uns Pfingsten erleben, macht Pfingsten zu einer Erlebniswelt. Ja, was für ein Erlebnis kann Pfingsten sein. Es zuckt, es flammt, es braust. Bitten wir Gott, dass sich der Heilige Geist auf uns niederlässt, wie damals auf Apostel und die Mutter des Herrn. Maria ist nach einem alten Gebetswort Gefäß des Heiligen Geistes. Sie hilft uns als geistliche Menschen zu leben, damit es pfingstet in unserer Welt und Kirche. „Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.“ Amen.

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