Lassen wir das Reich Gottes zur Welt kommen
Predigt 17. Sonntag im Jahreskreis, 26.7.2026
Perikopen: 1 Kön 3,5.7-12 Mt 13,44-52
Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Letzten Sonntag haben wir schon ein wenig überlegt, wie wir gut und tüchtig für das Reich Gottes arbeiten können. Heute geht es noch einmal darum, meiner Meinung nach auch um die rechte Dynamik. Jesus erzählt zwei Kurzgeschichten von einem Tagelöhner, der einen Schatz im Acker findet, und alles tut um ihn zu bekommen. Und er spricht von einem reichen Kaufmann, der alles tut um eine wertvolle Perle zu erhalten. Jesus erzählt das Ganze als sogenanntes Gleichnis d.h. er sagt nichts anderes als: so, wie es in den beiden Geschichten zugeht, soll es bei uns zugehen, damit die Welt zum Reich Gottes wird. Aber wie geht es denn zu? Drei Gedanken dazu.
Erstens: Das Reich Gottes kommt in diese Welt, wenn uns bewusst wird, wie wertvoll Gott ist. Der Schatz und die Perle haben extremen Wert. Wir Menschen sagen in unserem wirtschaftlichen Denken oft: „Was nichts kostet, ist nichts wert.“ Das würde dann übertragen heißen: Gott soll uns etwas wert sein, weil es keinen wertvolleren Schatz gibt als ihn. Den Wert Gottes gilt es für das eigene Leben zu entdecken. Hoffen wir und beten, dass vielen Menschen, die Gott verloren haben, neu bewusst wird, wie wertvoll er ist.
Zweitens: Das Reich Gottes kommt in die Welt, wenn wir bereit sind etwas dafür zu tun, und zwar nicht nur, was gerade leicht geht. Der Tagelöhner und der Kaufmann nehmen extreme Mühe auf sich, um den Schatz bzw. die Perle zu bekommen. Man muss etwas tun für seinen Glauben. Man muss Loslassen können. Man muss auch einmal ein Opfer im guten Sinn bringen. Glaube ist auch ein Stück weit Arbeit, vielleicht hin und wieder sogar Knochenarbeit. Nehmen wir uns vor, dass wir wirklich an unserem Glauben arbeiten, und versuchen wir mit unserem Glauben die Welt von heute zu gestalten. Es braucht Glaubensaktivität in der Kirche. Mit einer selbstbemitleidenden Passivität, die sich ausbreitet, brennt das Feuer des Heiligen Geistes nicht mehr in der Kirche. Denke wir daran, was beispielsweise die Zeugen Jehovas alles für ihren Glauben tun. „Leider hat ein müde gewordener Mensch in der Kirche auch nur müde gewordene Menschen getroffen.“ Leider stimmt dieser Satz häufig.
Drittens: Das Reich Gottes kommt in die Welt, wenn wir die vielen Gelegenheiten, die Gott uns gibt, nützen. Für die beiden im Gleichnis ergibt sich mit dem Schatz und der Perle eine einmalige Gelegenheit, die sie einfach nützen. Da packen sie zu. Jeden Tag haben wir unzählige Möglichkeiten, um Gott näher zu kommen, oder uns von ihm wegzubewegen. „Dies ist der Tag, dies ist die Stunde, heute wird getan, oder auch vertan,“ heißt es in einem neuen geistlichen Lied. Erkennen wir, welche Gelegenheiten und Möglichkeiten Gott uns jeden Tag schenkt. Wir sind, wenn wir sein Gleichnis hören, in einer einmaligen Situation. Jetzt, in dieser Stunde, bietet uns Gott Möglichkeiten zum Heil an. Jetzt, in dieser Stunde müssen sie ergriffen werden.
Liebe Brüder und Schwestern!
Das Reich Gottes ist nichts Abstraktes und Fernes. Es beginnt durch mich. Lassen wir dieses Reich zur Welt kommen: (1) indem uns Gott viel wert ist; (2) indem wir bereit sind etwas für Gott zu tun, und wenn es sein muss auch mal Schweres; (3) indem wir die Gelegenheiten, die Gott uns zuspielt nützen. Da dürfen wir freilich auch ein wenig listig sein, wie unsere beiden Protagonisten im Gleichnis und wenn wir den Schatz unseres Lebens und die wertvolle Perle finden, darf uns das selbstverständlich auch freuen. So kommt Himmelreich in die Welt, Himmelreich und das ist ganz wichtig.
