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So. 28.06.26

Gottesmenschen

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Ist das nicht ein Schlüssel für unser Leben, das wir einander als Gottesmenschen behandeln, als Gottesmann, als Gottesfrau?

Predigt 13. Sonntag im Jahreskreis, 28.6.2026

Perikopen: 2 Kön 4,8-11.14-16a   Mt 10,37-42

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Wir wollen heute ein wenig bei dem Lesungstext aus dem Alten Testament stehen bleiben. Der Prophet Elija kommt nach Schunen. Dort wird er von einer vornehmen Frau öfters eingeladen. Er wird dort sehr gut, sehr gastfreundlich behandelt, sogar ein Rückzugsort wird ihm bereitet. Der Grund der Frau liegt offenbar darin, dass sie in Elischa einen Gottesmann sieht. Sie sagt es auch ihrem Mann: „Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist.“ Ist das nicht ein Schlüssel für unser Leben, das wir einander als Gottesmenschen behandeln, als Gottesmann, als Gottesfrau? Drei Gedanken dazu.

 

Erstens: Wir alle sind Gottmenschen, Gottesmänner und Gottesfrauen. Das entspringt zutiefst dem biblischen Glauben an den Schöpfergott. Schon am Anfang der Bibel heißt es: „Lasst uns den Menschen machen als unser Ebenbild und Gleichnis.“ Und dann heißt es weiter: „Und da schuf Gott den Menschen, als Abbild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er ihn.“ Das ist die Grundlage, die Basis, von der alles ausgeht, dass der Mensch, um es modern auszudrücken „Selfie“ Gottes ist. Damit verbindet sich dann auch der Gedanke an die Menschenwürde, die leider oft übersehen wird. Ein Gottesmensch zu sein bedeutet, dass uns Gott einfach zusagt: „Du bist es mir wert. Du bist mir wichtig. Du gehörst zu mir. Ich lasse dich nicht fallen.“ Gottesmann, Gottesfrau, Gottesmensch sein. Das gilt nicht nur für einige wenige, für Geweihte und Beauftragte. Es gilt für uns alle.

 

Zweitens: Wir sollen einander als Gottesmenschen behandeln. Wenn Gott, der Heiligste, in uns wohnt, dann muss dies auch folgen haben, wie wir miteinander umgehen. Wir sollen das Heilige hüten mit Ehrfurcht und Respekt. Vielleicht kann uns da eine biblische Schlüsselszene aus der Offenbarungsgeschichte unseres Gottes helfen. Wie Mose sich dem brennenden Dornbusch nähert, wo ihm Gott seinen Namen nennt, wird ihm gesagt: „Mose, zieh deine Schuhe aus, denn der Ort, wo du stehst ist heiliger Boden.“ Genau das ist es. Jeder Mensch hat so einen kleinen, heiligen Boden rund um sich. Da gilt es auch die Schuhe auszuziehen. Da darf man auch nicht einfach hineintrampeln und das Gewachsene zerstören. Bei manchen Menschen hat man schon oft den Eindruck, dass ihr Leben einem Trampelpfad gleicht. Das darf und soll nicht das letzte Wort haben. Beim Propheten Jesaja heißt es, in dieser großartigen Vision von der Geburt eines Kindes, der Messias ist, wir hören das immer zu Weihnachten: „Jeder Stiefel, der dröhnend daher stampft, wird zum Fraß des Feuers.“ Gott lässt uns nicht allein in mancher Trampelei und Willkür, die wir erleben. Es ist, wie immer im Glauben das Vertrauen gefragt, und, dass wir einander als Gottesmenschen behandeln.“

 

Drittens: Einander einen guten Ort bereiten. Die Frau aus Schunem bereitet Elischa einen Rückzugsort. Ein kleines, gemauertes Obergemach lässt sie ihm herrichten. Sie stattet es gut aus, um seinen Bedürfnissen entgegen zu kommen. Sie stellt ein Bett hinein, damit er gut schlafen kann. Auch ein Tisch mit Stuhl ist vorhanden. Dort kann er sich hinsetzen zum Lesen, Schreiben und Meditieren. Auch ein Leuchter ist drinnen. Wenn das Tageslicht nicht ausreicht, soll es trotzdem nicht finster werden. Und zum Essen lädt sie ihn auch immer wieder ein. Es ist auf der einen Seiten nicht viel, was die Frau bereitet, für uns heute müsste wohl mindestens Computer, Fernseher, Internet und ein voller Kühlschrank drinnen sind, und es ist doch alles, was Elischa braucht. Dieses Alles bereitet ihm die Frau. Er soll einen Ort haben, wo er sich in seinen Grundbedürfnissen ernstgenommen weiß. In diesem Sinn sollen wir unsere Welt gestalten, dass sie immer mehr zum Ort wird, wo alle Menschen leben können, wo alle Menschen in ihren Grundbedürfnissen ernstgenommen werden. Möglich wäre es, aber es gibt noch sehr viel zu tun.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

„Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist.“ So hat die vornehme Frau aus Schunem gesagt. Sie war so vornehm dies zu erkennen. Wir dürfen uns bemühen auch so vornehm zu sein dies zu erkennen, dass so viele Gottesmänner, Gottesfrauen, Gottesmenschen unterwegs sind. Dann können wir uns einander als Gottesmenschen begegnen und einander einen Ort bereiten, wo gutes Leben, ja sogar neues Leben möglich wird. Neues Leben muss möglich werden. So endet die Geschichte, denn die Frau war kinderlos, und der Gottesmann verheißt ihr, dass das Leben weitergeht: „In einem Jahr, wenn ich wiederkomme, wirst du einen Sohn liebkosen.“ Das ist auch Brennpunkt biblischen Glaubens, dass das Leben weitergeht. Amen.

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