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So. 19.01.25

Jesus zeigt sich

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Jesus offenbart sich uns, oder einfacher ausgedrückt, er zeigt sich uns, wie er ist. Wir dürfen Jesus sehen, wie er ist.

Predigt 2. Sonntag im Jahreskreis, 19.1.2025

Perikopen: 1 Kor 12,4-11         Joh 2,1-11

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Weihnachten ist vorbei, wir sind im Jahreskreis. Und doch gibt es mit der Hochzeit zu Kana noch eine Verbindung zur Weihnachtszeit. Es gibt einen Zusammenhang von Erscheinung des Herrn, Taufe des Herrn und dem heutigen Evangelium. Der Zusammenhang lässt sich auf den Punkt bringen mit dem Satz: Jesus offenbart sich uns, oder einfacher ausgedrückt, er zeigt sich uns, wie er ist. Wir dürfen Jesus sehen, wie er ist. Übrigens hat die Liturgie der Kirche den Zusammenhang der drei genannten Ereignisse, in der Magnifikat-Antiphon des Dreikönigstages bewahrt. Ich möchte sie deshalb zitieren: „Drei Wunder heiligen diesen Tag: Heute führt der Stern die Weisen zum Kind in der Krippe. Heute wurde Wasser zu Wein bei der Hochzeit. Heute wurde Christus im Jordan getauft, uns zum Heil.“ Bleiben wir bei der  Hochzeit zu Kana. Jesus zeigt sich uns, wie er ist. Drei Gedanken dazu.

Erstens: Jesus begibt sich in die Gesellschaft der Menschen. Jesus ist leutselig. Sein öffentliches Auftreten beginnt bei ihm auf einer Hochzeit, nicht wie bei Johannes den Täufer fastend in der Wüste. Jesus begibt sich in die Gesellschaft der Menschen. Jesus ist in der Gesellschaft der Menschen. Vielleicht eine Einladung zum Nachdenken für uns Menschen heute, inwieweit wir ihn zum Teil unserer Gesellschaft machen. Ist Jesus heute noch gesellschaftsfähig, oder anders herum gesagt, ist unsere Gesellschaft Jesus-fähig? „Was er euch sagt, das tut,“ sagt Maria zu Kana. Das scheint mir der Gradmesser für die Gesellschaft Jesu unter uns, inwieweit wir tun, was er uns sagt. Meine persönliche Beobachtung ist, dass es seit Corona in unserer Gesellschaft härter geworden ist. Das Ich steht vor dem Du und Wir, die Gier ist gewachsen und teilweise sind die Menschen aggressiver geworden, teilweise sogar frech. Und man lässt sich ungern etwas sagen. Jesus in der Gesellschaft. In einer Kreuz und quer Sendung vom vergangen Dienstag über Kardinal Schönborn, dessen Ära nun zu Ende geht, hat der Kardinal, den ich persönlich sehr schätze, Folgendes gesagt:  „Wir müssen voneinander lernen und aufeinander hören.“ Das ist es. Jesus in unserer Gesellschaft geht nur mit Hörbereitschaft und Lernbereitschaft in der Gesellschaft von heute.

Zweitens: Jesus schenkt Fülle, ja in ihm selber wohnt die Fülle Gottes. Diese Unmenge Wein bei der Hochzeit zu Kana konnte man nicht so schnell austrinken, ja ich bin überzeugt wir trinken in unserem Glauben heute noch davon. Der Wein steht für alles, was Gott uns schenkt, bzw. es geht noch tiefer, Gott schenkt nicht irgendwas, er schenkt sich uns selber, er gibt sich uns Menschen, die wir oft sehr mittelmäßig sind. Gott schenkt sich. Der erste Satz im Katechismus der Kirche, ein in der Öffentlichkeit nicht unwidersprochenes Buch lautet. „Gott ist in sich unendlich, vollkommen und glücklich.“ Das ist ein Spitzensatz. Gott ist in sich glücklich, und wenn der Mensch als Abbild, als Ebenbild und Gleichnis Gottes geschaffen ist, dann ist er berufen glücklich zu sein. In Jesus, im Wein bei der Hochzeit zu Kana, ist die Fülle Gottes. Diese Fülle Gottes möchte uns erfüllen, möchte uns glücklich machen. Wir sind von Gott erschaffen um glücklich zu sein. Wir brauchen Augen für die Fülle Gottes, die uns glücklich, die uns selig macht. Jesus ist nicht nur leutselig. Er ist gottselig. Das gehört zusammen. Wenn wir gottselig sind, dann sind wir auch leutselig.

Drittens: Mit Jesus bekommt das Leben eine andere, eine bessere Qualität. Der Wein Jesu schmeckt besser, als der Wein, den das Brautpaar kredenzen ließ. Das stellt der Speisenmeister fest: „Jeder setzt zuerst den guten Wein vor, und erst, wenn die Gäste zu viel getrunken haben, den weniger guten. Du jedoch hast den guten Wein bis jetzt aufbewahrt.“ Der Wein Jesu ist eine Spur besser, hat eine bessere Qualität. Mit Jesus bekommt das Leben eine bessere Qualität, davon bin ich überzeugt. Christen sind wahrscheinlich auch keine besseren Menschen als andere. Christen bleiben auch nicht von Konflikten, Nöten und Schicksalsschlägen verschont, aber Christen haben einen Vorteil. Sie dürfen vertrauen und wissen, von Gott gewollt zu sein. „Du bist mein geliebtes Kind, an dir habe ich gefallen.“ Das haben wir letzten Sonntag bei seiner Taufe gehört. „Du bist gewollt.“ Das verleiht dem Leben sicher eine bessere Qualität.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Jesus zeigt sich uns, wie er ist. Er ist leutselig in der Gesellschaft der Menschen, er schenkt uns die Gottseligkeit in der Unmenge Wein bei der Hochzeit zu Kana, und sein Wein ist besser, mit ihm bekommt das Leben eine andere Qualität. „So offenbarte Jesus seine Herrlichkeit, in Kana in Galiläa, und seine Jünger glaubten an ihn.“ So endet das Evangelium und das ist das größte Wunder, nicht die Verwandlung von Wasser in Wein, sondern das Menschen an Jesus glauben, oder wenn man es ganz genau übersetzt, dass Menschen beginnen an Jesus zu glauben. Der Glaube ist letztlich immer im Anfangsstadium. Schön ist auch, dass Maria in Kana dabei war. Die Gottesmutter darf und soll im Leben eines jeden Christen eine wichtige Rolle spielen. Amen. 

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