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Sa. 02.11.24

Die Toten und der Tod.

Allerseelen
Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Die Toten und der Tod – das ist ja das Eigentliche Allerseelentages

Predigt Allerseelen, 2.11.2024

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Jedes Jahr bei der Friedhofsprozession am Allerheiligentag machen wir einen Halt beim Kriegerdenkmal oder wie es seit einigen Jahren heißt: bei der Gedenkstätte für Opfer von Krieg, Unfall und Gewalt. Die Namen, die dort stehen, haben längst keine Gesichter mehr. Es lebt niemand mehr, der sich an sie deutlich erinnern könnte. Achtzig Jahre ist die Zeit, die alle Erinnerung in Vergessen verwandelt. Aber nicht nur mit den Gefallenen  ist es so, auch mit dem Krieg selber. Es lebt fast niemand mehr, der aus eigenem Erleben erzählen könnte und es interessiert uns auch nicht mehr recht.  Wir waren uns ziemlich sicher, dass sowieso nie wieder Krieg sein wird. Nun hat sich die Lage völlig verändert  im Osten Europas, und auch das Heilige Land, die Heimat Jesu, kommt nicht zu Ruhe. Wie man jeden Tag in unseren Nachrichtenkanälen hören kann ist Krieg wieder ein anerkanntes Mittel der Politik und der Ausübung von Macht geworden, ein akzeptiertes Mittel zur Lösung von Konflikten, auch in Weltgegenden, die sich für  sehr zivilisiert halten. Waffenhandel ist wieder zu einem ehrbaren Geschäft aufgerückt. Vergessen ist, dass auf beiden Seiten Mütter sind, die um ihre Söhne weinen, Frauen, die um ihre Männer zittern, Kinder, die auf ihre Väter warten. Dazu Millionen Vertriebene. Und die von Kugeln, Granaten, Drohnen und Bomben zerfetzten Soldaten sind Menschen,  nicht Bestien, auf der Feind- wie auf der Freundseite Menschen! Wie könnten wir die Opfer in Gute und Böse einteilen, in zu Recht und zu Unrecht Gestorbene?  Wissen wir von den Soldaten auf unseren Denkmälern, was sie angestellt haben und wie sie in besetzten Gebieten  mit Frauen, Kindern und Gefangenen umgegangen sind? Sie hätten sich geschämt, zu erzählen. Es ist  also angebracht, nicht nur der Krieger, sondern auch der Opfer zu gedenken und zwar auf beiden Seiten: auf Seiten der Ukrainer und auf Seiten der Russen, auf Seiten der Israelis und auf Seiten der Palästinenser und uns dabei erinnern, dass Krieg immer ein klägliches Versagen derer ist, die Macht ausüben, dass die Vernunft des Krieges eine Tod- und Elendbringende Vernunft ist. Die Toten und der Tod – das ist ja das Eigentliche Allerseelentages, ist Anlasse genug um ein paar Augenblicke in Stille denen zu widmen, mit denen wir einmal in Liebe und Freundschaft verbunden waren. Der Tod eines nahen Angehörigen oder Vertrauten war seit alter Zeit eine Unterbrechung des Lebens. Den Verstorbenen wurde vorrangig die Ehre erwiesen, und andere Verpflichtungen selbstverständlich hinten angestellt. Man ist hingegangen zur Totenwache, zum Begräbnis sind alle gekommen aus dem Dorf und der Verwandtschaft. Der Tod war eine Unterbrechung des Lebensrhythmus, ein Einschnitt, der zugleich zu denken gegeben hat über die eigene Sterblichkeit und Hinfälligkeit. In unseren Tagen ist das anders: dem Tod wird keine Unterbrechung unseres Lebens mehr zugestanden, die Toten müssen in die Kühlkammer bis alle Zeit haben: der Pathologe, der Brennofen, die verreisten Söhne und Töchter, die Ehrengäste. Der Tote hat Zeit sagt man, dem rennt nichts mehr davon und unsere Zeit kann weiter rennen, weiter rennen ohne Unterbrechung. Der Tod gibt nichts mehr zu denken und soll uns gar nicht mahnen an die eigene Sterblichkeit. Was hat der Glaube noch einzubringen zum Thema Tod und Sterben? In der Dichtung heißt es: „Der Glaube sei ein Vogel, der singt auch, wenn die Nacht noch dunkel ist (Tagore).“ Da ist Wahres dran. Es bedeutet schließlich: der Glaube weiß mehr. Die Nacht stört den Vogel nicht. Er weiß, dass sie vorübergeht, auch wenn es die anderen Vögel ihm noch nicht glauben oder nachtun. Ja, wenn es hell ist, können leicht alle singen, wenn es aber noch dunkel ist, braucht es Überzeugung und Mut. Der singende Vogel hat mehr als eine Hoffnung.  Er weiß es einfach, dass diese Nacht vorübergeht. In der Mythologie heißt es: „Hoffnung sei eine Tochter der Nacht und des Gerüchts.“ Eine Tochter der Göttin der Nacht, weil sie in der Dunkelheit, der Finsternis des Lebens sich regt, aber eben auch des Gerüchts: denn niemand weiß etwas Gewisses, niemand weiß etwas Sicheres. Vielleicht bleibt Hoffnung am Ende doch nur eine Illusion der Nacht. In der frühchristlichen Briefliteratur des Neuen Testamentes hingegen heißt es:  „Wir haben eine lebendige, eine gesicherte Hoffnung.“ Diese lebendige Hoffnung ist eine Person. Er, der Jesus auferweckt hat, ist auch unsere Hoffnung auf neues, ewiges Leben. Hoffnung auf ein ganz besonders Erbe, das Gott in der neuen Welt für uns bereithält: ein Leben, das nie vergeht und das seinen Qualität und  Schönheit nie verliert.  Der, auf den die Christen ihre Hoffnung setzen, ist nicht eines natürlichen Todes gestorben, im Bett, an Lungenentzündung oder Altersschwäche. Er ist als Opfer gestorben, als Opfer eines politischen und religiösen Urteils. Seit Jesus als Opfer gestorben ist und auferweckt wurde von Gott, zieht sich eine Spur der Hoffnung für die Opfer weltlicher und religiöser Macht durch die Geschichte: Gott hält für die Opfer das Leben bereit.

Liebe Brüder und Schwestern! Wir Christen glauben an das Gericht Gottes, dass Gott Fragen stellen wird am Ende. Die Fragen, die er stellen wird, stehen bereits am Anfang der Bibel: Wo ist Abel, dein Bruder? Gott fragt nach den Opfern. Er sagt zum Täter, zum Töter: „Das Blut deines Bruders schreit vom Erdboden zu mir. Was hast du getan?“ Gott hat ein Auge für die Opfer nicht erst seit den Tagen Jesu. Wo Gott steht, sollen auch wir als Christen stehen: auf Seiten der Opfer. In unseren Zeiten wird viel der Opfer gedacht auf den Straßen in den Städten mit Demonstrationen und Geschrei, mit Blumen, Kerzen und Kranzniederlegungen. Nach altem Brauch gedenken wir Christen der Toten und Getöteten mit Gebet und Schweigen, bei dem alle Gescheitheit und Wichtigkeit verstummt.  Das Schweigen beim persönlichen Friedhofgang am Allerseelentag soll auch heute unseren  Respekt vor den Toten ausdrücken. Es stimmt, was vor langer Zeit Perikles gesagt hat. “Ein Volk ist danach zu beurteilen, wie es mit seinen Toten umgeht.“ Amen.

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