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So. 24.09.23

Erntedank

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Wir sollen wissen um den Wert des täglichen Brotes, und uns bemühen, dass es in einem geduldigen Glauben immer wieder recht wird in unserer Welt und unserer Kirche.

Predigt Erntedankfest in Oberkappel, 25. Sonntag im Jahreskreis, 24.9.2023, Perikopen: Jes 55,6-9  Mt 20,1-16a

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Der älteste Globus der Welt steht in einem Museum in Nürnberg, kunstvoll gefertigt. Man entdeckt auf ihm winzige Buchstaben, Flüsse, Meere, Grenzen, minikleine Bilder-Geschichten. Sogar die Arche Noah ist abgebildet und das Grab von Mohammed. Der Kontinent Amerika fehlt noch, denn der Globus wurde genau in den Monaten vollendet, in denen Kolumbus Amerika entdeckt.  Interessanterweise nennt der Künstler seinen Globus Erdapfel, also, Kartoffel, obwohl noch niemand in Europa die Kartoffel gekannt hat. Noch weniger hat der Künstler wissen können, dass die Erde tatsächlich einer Kartoffel ähnelt. Weltraumforscher haben festgestellt: Unsere Erde ist verbeult, voller Unregelmäßigkeiten und Dellen, je nach Jahreszeit verändert sie sogar die Form. Sie sieht eher aus wie eine Kartoffel. Unsere Erde, ein Erdapfel, eine Kartoffel! Das scheint mir ein guter Aufhänger für eine Erntedank-Predigt.

 

Erstens: Die Erde nährt und stärkt, wie eine Kartoffel. Wir leben von der Erde. Lange Zeit lebten die Menschen, zumindest bei uns am Land von der Kartoffel. „Kraut und Erdäpfel,“ war ein häufiges Gericht am Tisch, das man sich leisten konnte. Heute am Erntedankfest, danke ich Gott für diese unsere Erde, die wie eine Kartoffel nährt und stärkt. Mit allen Schönheitsfehlern und Unregelmäßigkeiten. Ich danke Gott für die Wunder der Erde, und für ihre Früchte. Ich glaube wir könnten eigentlich alle in unserem Herzen das Psalmwort anstimmen: „Suf schönem Land fiel mir mein Anteil zu, ja mein Erbe gefällt mir gut.“ Aus allen Erntegaben greife ich nach der Kartoffel. Ich nehme eine in die Hand. Ein bisschen Erde ist noch dran. Sie ist nicht rund und nicht ganz oval und eckig sowieso nicht. Sie hat ihre ganz eigene Form. Perfekt unperfekt! Ein Einzelstück und ganz gewöhnlich. Unauffällig, nützlich, völlig unkompliziert und irgendwie zuverlässig. Wir essen Kartoffeln häufig als Beilage. Es gibt bei uns sogar Kartoffelkiste, wo man jederzeit welche kaufen kann. Manchmal fangen die Kartoffeln im Keller an zu keimen. Geheimnisvolle kleine Wurzeln aus den Erdäpfeln. Sie seien giftig, heißt es. Mich hat das fasziniert. Dass da etwas wächst ohne Boden, nur weil ein wenig Licht darauf fällt. Ich staune über dieses Wunderwerk. Die Kartoffel holt sich alles vom Licht, verwandelt Licht in Wachsen, und reift doch im Dunkel der Erde. Sie ummantelt sich mit Staub und Dreck und trägt dabei die Sonne im Herzen. Sie gibt sich als Mutterknolle hin für neue Früchte. Sie sättigt Mensch und Tier. Und ist doch bloß eine Kartoffel. Ich reihe sie ein in die Wunder Gottes. Da gehört sie hin. Nicht nur an Erntedank. Wir leben von der Erde, vom Erdapfel eben.

 

Zweitens: Die Geschichte der Kartoffel und ihr Wert.  Köstlichkeit, weltumspannend" nennt der chilenische Dichter Pablo Neruda die Kartoffel in einem Gedicht. Weil sie eine weltweite Reise und eine Karriere hinter sich hat. Archäologen finden Kartoffeln als Grabbeigaben der Inkas. Bereits vor 15.000 Jahren soll es Wild-Kartoffeln in Chile gegeben haben. Jahrtausende später haben die spanischen Eroberer diese fremde Knolle kennengelernt, gekostet und sie von Südamerika übers Meer nach Spanien gebracht: Eine riesengroße Holzkiste voll. In Europa angekommen wundert man sich über diese Knollen. Was soll das sein? Getreide ist Grundnahrungsmittel, was anderes kennt man kaum. Viele beäugen die neue Kartoffel-Pflanze misstrauisch. Ja, sie hat hübsche violette Blüten, aber die anderen Pflanzenteile, Blätter und Beeren sind leicht giftig. Also, als Zierpflanze im Botanischen Garten, ja, aber die Knolle, die verfüttern wir lieber an die Tiere. Die europäischen Bauern bleiben lange skeptisch. In den Kirchen heißt es sogar, die Kartoffel sei keine gottgegebene Frucht. Aber irgendwann begreifen sie alle: Das Wichtigste reift nicht über sondern unter der Erde. Und, man muss die Kartoffel kochen, sie ist nicht roh zu essen. Einer schönen Legende nach erlässt Friedrich der Große den sogenannten Kartoffelbefehl, nach dem in Pommern jeder Bauer Kartoffeln anbauen muss. Er wendet einen kleinen Trick an. Er lässt bei der Kartoffelernte die Felder von Soldaten bewachen. Alle denken, diese Knollen sind besonders kostbar. So beginnt die Karriere der Kartoffel als Grundnahrungsmittel in Deutschland. Aus Dankbarkeit gehen Menschen bis heute zum Grab von Friedrich dem Großen und legen auf die Grabplatte - Kartoffeln. Fast wie am Erntedankaltar. So hat die Kartoffel, hat generell die Entwicklung, der uns von gottgegebenen Nahrung, eine interessante Geschichte, und sie hat einen großen Wert. Erntedank in einer Zeit, in der wir uns alles leisten und kaufen können, stellt uns immer wieder vor die Frage, wie wertvoll wir die Nahrung erachten, wie wir mit der Nahrung umgehen, und mit der Welt, dem eigentlichen Erdapfel eben, von dem wir leben.

 

Drittens: Die Kartoffel und unser Glaube.  Der Garten Eden kennt keinen Kartoffelacker und Kain, der erste Acker-Bauer, auch nicht. Die Kartoffel kommt in der Bibel nicht vor. Auch beim Gleichnis vom Schatz im Acker spricht Jesus nicht von der Kartoffel. Aber wenn Jesus sie gekannt hätte, dann könnte folgendes  Gleichnis von der Kartoffel aus seinem Mund stammen: Mit dem Reich Gottes ist es wie mit einer Kartoffel. Sie ruht in der dunklen Erde, und niemand kann sie sehen. Niemand weiß genau, wann sie Frucht bringen wird und wo. Aber schon bald treibt sie aus. Frisch und grün wächst es aus der Erde. Ihre Triebe werden groß und fangen an zu blühen. Sie bilden Blätter und Beeren. Da kommen zwei Kinder am Kartoffelfeld vorbei. Sie bestaunen die Blüten und pflücken sie. Und sogleich welken sie in ihren Händen. Ein eiliger Mann sieht die Beeren an den Pflanzen hängen und isst sie. Aber sie bekommen ihm nicht. Das kleine Gift der Ungeduld ist in ihnen und wirkt. Ein paar Wochen später kommt eine Frau am Acker vorbei: O nein, die schönen Pflanzen sind verwelkt. Betrübt geht sie weiter. Und ganz zuletzt kommt die Geduld, sie ist ein bisschen schmal geworden und geht gebeugt. Als sie die welken Pflanzen sieht, nickt sie, stellt ihren Korb ab und kniet sich auf die Erde. Dann gräbt sie mit den Händen, tief und holt Kartoffel um Kartoffel heraus. Sie schaut auf die schmutzigen Hände und strahlt. Denn ihre Ernte ist reich. Das ist für unseren Glauben wichtig, geduldig, wachsen im Dunkeln, nicht zu früh aufgeben, nicht alles der oberflächlichen Schönheit glauben. Die Mutter-Knolle, tief unten in der Erde. Sie stirbt, aber sie schenkt neues Leben. In früheren Zeiten wäre sie vermutlich ein Symbol für Jesus geworden und in den alten Kirchen wäre sie auf mittelalterlichen Altarbildern zu sehen. Hingebungsvolles Leben, Sterben und Auferstehen. Gott und seine Geheimnisse finde ich im Dunkeln, tief unten, bei den Wurzeln, an der Oberfläche nicht sichtbar. Wenn alles ruht, scheinbar, dann beginnt das Wachsen.


Liebe Brüder und Schwestern! Ob es nun der Weinberg ist in denen die Arbeiter im Evangelium geschickt werden, oder ein Kartoffelacker, ist nicht so wichtig. „Keiner hat uns angeworben,“ sagen sie, die untätig herumstehen. Das können wir nicht sagen. Durch Taufe und Firmung sind wir angeworben, diese Erde, den Erdapfel zu pflegen, und von ihm zu leben. Wir sollen wissen um den Wert des täglichen Brotes, und uns bemühen, dass es in einem geduldigen Glauben immer wieder recht wird in unserer Welt und unserer Kirche. Amen.

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