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So. 16.07.23

Der Sämann

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Die Beobachtung der Felder lassen uns den großzügigen Gott erkennen.

Predigt 15. Sonntag Jahreskreis, 16.7.2023

Perikopen: Jes 55,10-11          Mt 13,1-12

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Ein biblisch begründeter Zugang ist, dass man von der Schöpfung auf den Schöpfer schließen kann, dass man ausgehend von der Beobachtung der Schöpfung erahnen kann, wie Gott ist. Das wollen wir heute im Blick auf die bekannte Erzählung vom Sämann tun.

 

Erstens: Ein großzügiger, verschwenderischer Gott. Ein Teil der Körner viel auf den Boden und brachte bis zu hundertfacher Frucht, hat Jesus gesagt. Und das ist überhaupt nicht weit hergeholt. Man kann jetzt auf den Feldern sehen, was aus den einzelnen Körnern. Ich habe ein wenig recherchiert: Beim Roggen sind es ca. 40, beim Weizen ca. 50 und bei der Gerste ca. 60 Körner Ertrag. Und, wenn wir die Reispflanze ansehen, die in vielen Gegenden der Welt angebaut wird, können es bis zu 3000 Reiskörner sein. Es ist das Gesetz der verschwenderisch vorsorgenden Natur, das Jesus hier für seine Verkündigung verwendet. Wir glauben an einen großzügigen Gott, der sich selber in seiner Liebe zum Menschen verschwendet.

 

Zweitens: Ein großzügiger Mensch?? Der Mensch ist als Abbild Gottes geschaffen d.h. Gott ähnlich, aber nicht ihm gleich. Der gottähnliche Mensch? Das ist dann im Blick auf das Gesagte mit der Frage verbunden, ob ich ein großzügiger Mensch bin. Großzügigkeit hat in erster Linie mit dem Gönnen und Vergönnen zu tun. Es gibt Menschen, die vergönnen sich selber alles, und anderen nichts. Es gibt Menschen, die können zwar anderen etwas vergönnen, aber sich selber nichts. Es gibt auch Menschen, die weder sich noch den Mitmenschen etwas vergönnen können? Wie schaut das bei mir aus? Kann ich großzügig sein, nicht nur, wenn es ums Materielle geht, sondern im ganzheitlichen Sinn? Kann ich verschwenderisch sein, wenn es um das Gute im Leben geht?

 

Drittens: Ermutigung zum Weitergehen. Jesus spricht mit seiner Geschichte Menschen, an, die bereits seine Jünger sind. Er weiß, dass der Mensch gefährdet ist, sich auf jene Körner zu konzentrieren, die nicht aufgehen. Jesus sagt uns im Blick auf die vielfache Frucht, dass die Samenkörner, die er in die Welt sät aufgehen werden, viel mehr als man oft denkt und meint. Misserfolge Enttäuschungen gehören dazu, aber sie dürfen uns nicht zum Fehlschluss verleiten, dass gar nichts geht und man sich enttäuscht, resigniert oder gar beleidigt zurückzieht. Wer immer nur auf das starrt, was zertreten, erstickt und ausgetrocknet ist, der sieht falsch. Wer den eigenen Bedenken und Zweifeln alles unterordnet, der beraubt sich aller Möglichkeiten, die im Vertrauen und im Glauben an den Plan eines guten Gottes liegen. Da wird Unvernunft ins Spiel gebracht. Vielleicht können wir dem entgegen immer wieder einmal folgenden Satz beten: „ Dein Wort viel auf guten Boden und brachte reiche Frucht.“ Der Antwortspsalm, der ja auch ein Lesung ist, hat heute diesen Glauben an den verschwenderischen Gott in seiner Schöpfung, sehr schön ausgedrückt: „Du hast für das Land gesorgt, es getränkt, es überschüttet mit Reichtum.
Der Bach Gottes ist voller Wasser,
gedeihen lässt du ihnen das Korn, so lässt du das Land gedeihen. Du hast seine Furchen getränkt, seine Schollen geebnet,
du machst es weich durch Regen, segnest seine Gewächse. Du hast das Jahr mit deiner Güte gekrönt,
von Fett triefen deine Spuren.
In der Steppe prangen Auen,
es gürten sich die Höhen mit Jubel.
Die Weiden bekleiden sich mit Herden, es hüllen sich die Täler in Korn. Sie jauchzen, ja, sie singen.“

 

Liebe Brüder und Schwestern! Die Beobachtung der Felder lassen uns den großzügigen Gott erkennen, der uns zu großzügigen Menschen machen immer das im Blick behaltend, was uns von unserem Leben und Glauben aufgegangen ist. Amen.

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