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So. 26.03.23

Botschaft unseres Glaubens

Gründonnerstag
Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Und trotzdem, wenn wir uns am Gründonnerstag versammeln, ist es etwas Besonders. Es ist dieselbe Botschaft des Glaubens, die uns gesagt wird.

Predigt Gründonnerstag, 6.4.2023

Perikopen: 1Kor 11,23-26                     Joh 13,1-5

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Zur Feier der Eucharistie versammeln wir uns jeden Sonntag und als Priester darf ich sie jeden Tag feiern. Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt der Kirche. Und trotzdem, wenn wir uns am Gründonnerstag versammeln, ist es etwas Besonders. Es ist dieselbe Botschaft des Glaubens, die uns gesagt wird. Aber heute sollten wir sie uns vielleicht einmal besonders sagen lassen. Was möchte ich uns heute besonders mitgeben.

 

Erstens: Gründonnerstag hat die Botschaft der Sehnsucht. „Mit Sehnsucht habe ich verlangt dieses Mahl mit euch zu essen, bevor ich hingehe und leide,“ sagt Jesus den Jüngern. Ja, Gott hat Sehnsucht nach dem Menschen. Er möchte mit uns zusammen sein. Er möchte sich mit uns an einen Tisch setzen. Gott hat Sehnsucht nach uns. Oder im Blick auf die eucharistischen Gestalten von Brot und Wein können wir sagen: „Gott hat Hunger, dass wir nach ihm hungern. Gott dürstet, danach, dass wir nach ihm dürsten.“ Sehnsucht hat uns zu berühren. Sehnsucht Gottes nach dem Menschen. Und wie sieht es mit meiner Sehnsucht nach Gott aus? Wie sieht es mit meiner Sehnsucht nach Leben in Fülle aus? Der Gründonnerstag spornt uns an unsere Gottessehnsucht zu prüfen. Sehnsucht hat damit zu tun, dass wie wir uns vom Geheimnis Gottes wirklich innerlich betreffen lassen. Diese Betroffenheit ist ein Stich ins Herz ganz nach der Reaktion der Jünger, als sie die Pfingstpredigt des Petrus hörten und sie das Ganze „mitten ins Herz traf.“ Aus Gottes Sehnsucht kann Gottesbetroffenheit werden. Denn „Christsein ist Nachfolge aus Betroffenheit,“ hat einmal Jemand gesagt. Menschen der Sehnsucht nach Gott sollen wir werden. Das scheint mir in unserer Zeit sehr wichtig.

 

Zweitens: Gründonnerstag hat die Botschaft an die Grenze zu gehen. Jesus geht an die Grenze. „Da er die seinen liebte, die in der Welt waren, liebte er sie bis zur Vollendung.“ Jesus liebt bis zuletzt, selbst im Angesicht des Todes. Jesus ist immer ein Grenzgänger gewesen, in dem Sinn, dass es bei ihm eigentlich nie ein Minimum gegeben hat, sondern immer das Maximum. Wir sehen ein Maximum an Liebe, ein Maximum an Hingebe, ein Maximum an Vergebung und Verzeihung. Er überschreitet Grenzen in dem er zu denjenigen Menschen ging, die keiner wollte. Jesus geht an die Grenzen. Bedeutet das nicht für uns, dass wir nicht auch manchmal an die Grenzen gehen sollen, wenn es um das Gute, Wahre und Schöne. „Gott kennt kein Kleingeld,“ hat einmal jemand gesagt. Auch wir sollten nicht zu sparsam sein, wenn es um unsere, echte und ehrliche Liebe geht. Wenn wir bei Jesus das Maximum sehen, sollen wir uns nicht mit dem Minimum des Guten zufrieden geben, mit dem, was irgendwie leicht mit- oder dreingeht, wie man so landläufig sagt. Jesus der Grenzgänger, der liebt, bis es wehtut. Da können wir noch viel lernen.

 

Drittens: Gründonnerstag hat die Botschaft der Überlieferung und des Weitergens. „Ich habe euch überliefert, was ich vom Herrn empfangen habe“, sagt Paulus in der Lesung. Den Glauben weitergeben. Diese Überlieferungen werden weitergegeben von Generation zu Generation, damit man sich erinnert. „Vergiss nicht, erinnere dich, gedenke!“ Bewundernswert ist wie dieses Gedächtnis des Herrn über Jahrhunderte, weitergegeben von Generation zu Generation. Natürlich war/ist es immer bedroht. So ist es im jüdischen Pessachmahl, wenn die Kinder fragen müssen: „Was bedeutet das, was wir jetzt feiern?“ Dann werden der Vater oder die Eltern den Kindern Schritt für Schritt erklären, was sie jetzt im Pessachmahl machen. So ist es auch bei uns mit dem Gedächtnis „Tut dies zu meinem Gedächtnis, zu meinem Gedenken“. Was ist dieses Gedächtnis? Nicht einfach eine Erinnerungsfeier, nicht einfach ein Gedenktag, wie wir sie viele haben. Nein, Gedächtnis ist Vergegenwärtigung. Indem wir uns erinnern, wird es gegenwärtig, indem wir es feiern, wird es jetzt Gegenwart. „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Wenn wir das tun, was der Herr getan hat, Brot und Wein nehmen und darüber die Worte sprechen, die er selber im Abendmahlsaal gesprochen hat, wird das Gegenwart, geschieht das jetzt. Erinnerung, Überlieferung, Gedächtnis. Aber das kann alles verblassen. Erinnerung kann verblassen, Überlieferung kann vertrocknen, leblos werden. Deshalb hat der Herr uns das Zeichen der Fußwaschung gegeben. „Ich habe euch ein Vorbild gegeben, die Fußwaschung.“ Die Fußwaschung ist Aktualisierung, damit wir nicht vergessen, worum es wirklich geht. Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße. Sie sind erschrocken darüber. Das macht doch der Sklave! Aber Du, der Herr wäschst uns die Füße! Dieses Symbol, erinnert uns daran, worum es Jesus geht, wenn er sagt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“! D. h. Überlieft weiter! Das ist eine große Aufgabe, dass wir weiter den Glauben überliefern und weiteitergeben. Es gibt viel zu tun, aber wir dürfen nicht vergessen auf das Überliefen.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Am Gründonnerstag wird und die Botschaft unseres Glaubens besonders gesagt. Es ist die Botschaft der Sehnsucht. Die Botschaft an die Grenze zu gehen. Und dir Botschaft der Überlieferung, des Gedächtnisses, der aktuellen Erinnerung. Lassen wir uns diese Botschaft besonders sagen, dass sie unser Leben prägt und verwandelt. Die Wandlung ist in der Kirche das Wichtigste. Und christsein heißt in Wandlung leben. Amen.

      

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