Wednesday 25. May 2022

Ukraine: Kinder und ihre Fragen rund um den Krieg

Und wie gehe ich selber mit dem Thema um?

Diese Seite soll euch helfen, mit den Jungscharkindern, Ministrant*innen, Erstkommunionkindern,...... über das Thema Krieg und Frieden zu sprechen, wenn Fragen auftauchen.

 

 

Es gibt Hintergrundinfos wie man mit Kindern zum Thema Krieg & Frieden arbeiten kann, ein Gruppenstundenvorschlag, Bausteine und auch Tipps, wie du selber mit der Situation umgehen kannst.

 

Ukraine: Kinder und Fragen nach dem Krieg

 

 

Krieg - ein schwieriges Thema in der Gruppenstunde

Der Krieg in der Ukraine erschüttert und beschäftigt uns. Auch für Kinder sind die Nachrichten schwer einzuordnen, belastend und oft überfordernd. Deswegen haben wir hier einige Tipps und kindgerechte Hintergrundinformationen für euch gesammelt.

 

Mit Kindern über Krieg sprechen

 

Kein Pflichtthema
Mit Kindern über den Krieg zu sprechen ist nicht einfach. Du bist auch nicht dazu verpflichtet. Wenn du merkst, du möchtest gar nicht über die Thematik in der Gruppenstunde sprechen, dann musst du das auch nicht.

Natürlich kann es sein, dass dir die Kinder dennoch Fragen dazu stellen. Erklär den Kindern dann freundlich, dass du momentan nicht darüber sprechen möchtest oder dich selbst damit nicht auskennst. Damit zeigst du ihnen auch, dass es gut ist, die eigenen Grenzen zu achten und dass es in Ordnung ist, wenn man über ein Thema nicht sprechen will. 

Gleichzeitig kannst du dir mit den Kindern gemeinsam überlegen, mit wem sie über das Thema sprechen können (Eltern, ältere Geschwister, Großeltern, Lehrpersonen,...).

 

Tipps und Hintergrundinfos für dich

Wenn das Thema in der Gruppenstunde oder im Gespräch mit Kindern aufkommt, gibt es hier einige ausgewählte Links mit Tipps, wie man mit Kindern über den Krieg sprechen kann. Viele der Informationen sind für Eltern geschrieben, sind aber auch passend für Gruppenleiter*innen.

 

Kindgerechte Informationen

Damit Kinder die Ereignisse besser begreifen und damit umgehen können, ist es wichtig, dass die Informationen, die sie dazu bekommen kindgerecht aufbereitet sind. Bilder und Nachrichten aus den regulären Medien sind meistens überfordernd und verstörend für Kinder.

Auch für den Fall, dass dir die Kinder Fragen zum Krieg stellen, sind diese Seiten hilfreich. Ihr könnt sie euch gemeinsam anschauen oder gemeinsam auf ihnen nach Antworten suchen.

 

Speziell an Jugendliche richten sich folgende Seiten:

Zeit im Bild, Orf - TikTok zeitimbild 
WDR - Konflikt in der Ukraine – Was ist da los?

Magazin Karapult - LiveBlog zur Ukraine 

Zdf heute- Großangriff auf die Ukraine – Chronologie 

 

Tipps gegen Angst - für Kinder und Gruppenleiter*innen: 

  • Schau Nachrichten nicht alleine, sondern am besten mit deinen Eltern oder deinen Geschwistern. Frag nach, wenn du etwas nicht verstehst und sprich auch darüber, wenn dir etwas Angst macht.
  • Leg eine Nachrichtenpause ein! Beschäftige dich stattdessen mit dem, was dir Spaß macht und dir gut tut. Spiele mit deiner Familie, mach Sport oder triff dich draußen mit deinen Freunden. Es ist absolut okay, wenn du Spaß hast!
  • Wenn du mehr Informationen willst, dann nutze Suchmaschinen wie „Frag Finn!“, „Helles Köpfchen“ oder „Blinde Kuh“. Dann werden dir nur die Informationen angezeigt, die du gut verstehen kannst und die keine schlimmen Bilder zeigen.
  • Wenn du nicht schlafen kannst oder schlecht träumst, sprich mit deinen Eltern darüber. Es kann auch helfen, wenn du deine Träume oder Sorgen aufschreibst. Dann denkst du nicht mehr so viel daran und kannst leichter einschlafen. Eine schöne Geschichte zum Einschlafen kann dich auch ablenken.
  • Wenn du dich besser fühlen willst, dann kannst du laut singen. Das klingt erstmal etwas unpassend, aber durch lautes Singen wird der Bereich im Gehirn blockiert, der für die Angst zuständig ist.
  • Wenn du niemanden zum Reden hast, kannst du auch bei Rat auf Draht anrufen. Das kostet nichts und du musst auch nicht deinen Namen sagen. Die Telefonnummer dafür ist 147.

Vergiss die Freude nicht im Leben

Es ist nicht nur in Ordnung ist, sondern auch ganz wichtig, dass wir trotz der schlimmen Dinge, die in der Welt passieren, Spaß haben.  Tu bewusst etwas was du liebst und dir Spaß macht. Das kann z.B. sein: 

  • Das Lieblingslied laut singen
  • Das Lieblingsspiel spielen
  • Einen Frühlingsspaziergang machen und einen Blumenstrauß pflücken
  • Dich mit Freund*innen für einen Spielenachmittag treffen

Quelle: Krieg in der Ukraine - Die Seite mit der Maus - WDR (wdrmaus.de)

 

Weiterführende Links: 

Gruppenstunde: Ein Rezept für Frieden?

Das Thema Friede und Krieg beschäftigt momentan viele. Diese spielerische Gruppenstunde stellt den Frieden in den Fokus. Was ist Frieden? Was braucht es dazu? Wieso ist Frieden wichtig?

Hier gehts zum voll.bunt und zur Gruppenstunde.

Aktionsideen und Bausteine

auch im voll.bunt

 

Ukraine: Kinder und Fragen nach dem Krieg

 

Friedenswünsche und Gebete

Material: Papier, Stifte, eine große schöne Schüssel oder ein Körbchen

Alter: jedes

 

Überlegt euch  als Gruppe Friedenswünsche, kurze Fürbitten oder kurze Friedensgebete. Diese könnt ihr auf ausgedruckte Friedenstauben schreiben. Oder ihr schreibt sie auf schönes buntes Papier. Die fertigen Tauben gebt ihr in eine große Schüssel. Eventuell könnt ihr eure Botschaften mit einem Kopierer vervielfältigen.

Die Schüssel mit euren Wünschen und Gebeten stellt ihr in der Kirche zum Eingang oder an einem gut besuchten Ort in der Pfarre. Schreibt ein Schild, auf dem ihr erklärt, dass sich jede und jeder eine Friedenstaube mitnehmen kann. So könnt ihr den Menschen in eurer Pfarre eure Friedensbotschaften mitgeben.

 

Kerzen für den Frieden gestalten

Material: Kerzen oder Teelichter, Wachsstifte oder Wachsplatten

Alter: jedes

 

Gestaltet gemeinsam Kerzen oder Teelichter.

Anschließend überlegt ihr euch gemeinsam ein kurzes Friedensgebet oder eine Fürbitte.

Die Kerze könnt ihr zuhause in stillen Momenten anzünden und für Frieden für euch, aber auch unsere Mitmenschen bitten.

Genauso könnt ihr die Kerzen verschenken oder nach einem Gottesdienst austeilen.

Besonders schön ist es, wenn ihr die Kerzen gegen eine freiwillige Spende hergebt und den Erlös an eine Hilfsorganisation (zum Beispiel die Caritas, Nachbar in Not,…) spenden.

 

Friedensdemo-Schilder gestalten

Material: Kunterbuntes Bastelmaterial

Alter: jedes

 

Aktuell gibt es immer wieder Demonstrationen, wo Menschen ein friedliches Miteinander fordern. Vielleicht kennt ihr Bilder von diesen Demonstrationen.

Man muss nicht unbedingt auf eine Demonstration gehen, um den Wunsch nach Frieden auszudrücken.

Gestaltet gemeinsam Friedensplakate und Demoschilder. Diese könnt ihr dann an einem gut sichtbaren Ort in der Pfarre anbringen. Vielleicht in einem Schaukasten, in der Kirche oder beim Eingang zum Pfarrhof. Sprecht vorher mit der Leitung eurer Pfarre ab, wo und wie ihr Platz dafür bekommt.

 

Diskussion und Mandala legen

Material: buntes Papier in unterschiedlichen Formen, evtl. Stifte

Alter: ab 10 Jahre

Setzt euch in den Kreis. In der Mitte liegen bunte Zettel in unterschiedlichen Formen: Viereckig, dreieckig, rund, oval.

Ihr beginnt mit einem gemeinsamen „Check-In“. Dabei ist das Ziel, dass ihr euch gegenseitig kurz erzählt, wie es euch geht und was euch gerade – besonders auch in Hinblick auf den Krieg in der Ukraine – beschäftigt. Dabei ist wichtig, dass jede und jeder nur so viel erzählt, wie sie oder er mag. Erzählt euch wie es euch geht. Du, als Gesprächsleitung, kannst immer wieder Fragen stellen. Mögliche Fragen sind:

  • Wie geht es dir heute?
  • Was beschäftigt dich aktuell?
  • Wie geht es mir mit den Neuigkeiten aus der Ukraine?
  • Wo erfährst du was über den Krieg?
  • Mit wem kannst du über deine Fragen sprechen?
  • Was würdest du gerne mit uns besprechen?

 

Nebenbei könnt ihr in der Mitte des Kreises ein Mandala legen. Mit jeder ausgesprochenen oder auch unausgesprochenen Antwort legt ihr ein Kärtchen in die Mitte. Das beruhigt einerseits und gibt auch allen die Chance aktiv zu werden, die nichts sagen möchten. Andererseits könnt ihr so am Ende der Gesprächsrunde das Gesagte zurücklassen und mit dem Thema für die Stunde wieder ein bisschen abschließen.

Alternativ könnt ihr auch Stichworte auf die Kärtchen schreiben.

Für dich: Wie gehe ich selbst mit dem Krieg in der Ukraine um?

Aktuell erreichen uns viele traurige Nachrichten und Bilder aus der Ukraine, die uns berühren und beschäftigen. Die vielen schlechten Schlagzeilen können belastend sein. Deswegen ist es wichtig, dass du gut auf dich schaust. Wir haben Tipps für dich gesammelt, die dir vielleicht helfen können, wenn du das Gefühl bekommst, mit der Situation überfordert zu sein. 

 

Tipps für Dich

Seriöse Quellen

Achte darauf, woher du deine Nachrichten über den Krieg in der Ukraine beziehst. Im Internet kursieren viele Fake News. Sie dienen nicht zur Information, sondern sind oft viel mehr emotionalisierend, angstfördernd und falsch. Am besten ist, du überprüfst, was du liest, oder noch besser du verlässt dich auf seriöse und bekannte Medien. Es kann auch sinnvoll sein, deinen Medienkonsum zu begrenzen. Den ganzen Tag mit schlechten Nachrichten zu verbringen, kann sich auf die Dauer auf deine psychische Gesundheit schlecht auswirken. Du kannst dir gezielte Medienzeiten setzen, z.B. einmal am Tag - evt. Morgens - die Nachrichten des Tages schauen, oder einmal am Tag die ZIB schauen, etc. ...

Bekannte, seriöse Medien sind zum Beispiel ORF, Der Standard, Die Presse, Kurier,...

 

Mach eine Pause

Sich über die Situation in der Ukraine informieren zu wollen ist gut, kann aber auch belastend und anstrengend sein. Die vielen Schlagzeilen, die auf einen einprasseln stressen oftmals und lassen uns dann manchmal nicht mehr los. Nimm dir deswegen bewusst Auszeiten von den Nachrichten. Besonders auf den Sozialen Medien werden oft erschreckende Bilder und Videos gepostet. Versuche diese so gut es geht zu vermeiden. Leg das Handy auch öfter mal bewusst weg und tu etwas, das dir gut tut. 

Tipp: Wenn du eine Pause von negativen Schlagzeilen brauchst, dann schau doch mal auf der Good-News Seite nach. Dort werden gute Nachrichten aus der ganzen Welt gesammelt.

 

Schaffe dir Ausgleich 

Die aktuelle Zeit, in der wir leben, ist gerade wirklich nicht einfach. Wir leben in einer Pandemie, die noch nicht vorbei ist. Sie rückt vielleicht durch die tagesaktuellen Geschehnisse in den Hintergrund. Zusätzlich ist vor Kurzem ein Krieg in Europa ausgebrochen. Da darf man sich ruhig mal eingestehen, dass das keine leichte Situation ist. Das kann auch ganz schön belastend sein. Daher ist es umso wichtiger, dass du dir immer wieder eine Auszeit nimmst. Überlege dir, was dir Freude bereitet oder dir hilft, den Kopf frei zubekommen. Das kann z.B. ein Spaziergang im Wald sein, Freunde zu treffen, Sport machen, Serien/Filme schauen, Meditieren (auf Youtube findest du tolle Anleitungen).

 

Du darfst trotzdem Spaß haben

Viele Menschen sind gerade von dem Leid, dass die Menschen in der Ukraine erleiden müssen, sehr betroffen. Gleichzeitig darfst du trotzdem lachen und Spaß haben. Nur wenn du auch schöne Momente im Leben erfährst, kannst du das, was gerade passiert, verarbeiten oder dich für andere einsetzen. Es hilft niemanden, wenn du nur noch traurig oder wütend bist. Es ist wichtig, dass du diesen negativen Gefühlen auch ihren Raum gibst, aber du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du genauso auch viel Schönes erlebst. Alle Gefühle dürfen ihren Platz haben, sowohl traurige als auch positive.

 

Sprich darüber

Wenn man sich überfordert fühlt oder Angst hat, hilft es, darüber zu sprechen. Rede mit deinen Freundinnen und Freunden oder deiner Familie darüber und erzähl ihnen, wie du dich fühlst. In der Schule kannst du Lehrerinnen und Lehrer bitten, mit dir über das Thema zu sprechen. In der Arbeit können deine Arbeitskolleg*innen Ansprechpersonen sein. 

Wenn du anonym über deine Gefühle sprechen möchtest, dann kannst du bei Rat auf Draht (147) gratis anrufen.

Du kannst auch deine Gedanken aufschreiben. So kannst du vielleicht gewisse Gedanken auch wieder loslassen und sie belasten dich nicht dauerhaft.

 

Achte auf deine Grenzen

In den Gruppenstunden kann es sein, dass dich die Kinder über den Krieg in der Ukraine fragen oder deine Meinung  wissen wollen. Auch sie bekommen natürlich etwas davon mit und es kann sie beschäftigen. Hör in diesen Situationen aber gut auf dein Gefühl. Wenn du nicht darüber sprechen möchtest, ist das voll ok. Du bist nicht dazu verpflichtet. Erklär den Kindern dann freundlich, dass du momentan nicht darüber sprechen möchtest oder dich selbst damit nicht auskennst. Damit zeigst du ihnen auch, dass es gut ist, die eigenen Grenzen zu achten und dass es in Ordnung ist, wenn man über ein Thema nicht sprechen will. 

Gleichzeitig kannst du dir mit den Kindern gemeinsam überlegen, mit wem sie über das Thema sprechen können (Eltern, ältere Geschwister, Großeltern, Lehrpersonen,...).

 

Aktiv werden

  • Wenn du aktiv werden und einen Beitrag leisten möchtest, dann findest du hier eine Sammlung von Organisationen, bei denen du dich auf unterschiedlichste Art und Weise engagieren kannst:

Vielleicht braucht auch die Pfarre deine Hilfe oder es gibt bei dir in der Umgebung Initiativen, die du unterstützen kannst. 

 

Katholische Aktion
PC Titel Gedenkarbeit

Warum wir nicht vergessen dürfen

Wie geht es ihnen mit der Zeitgeschichte - mit Geschichtswissen und Geschichtsaufarbeitung?

Ing. Karl Toifl führt den Zug der Pilger vom Jägerstätterhaus zur Pfarrkirche

Mit Vertrauen in der Angst bestehen

14. Jägerstätter-Sternwallfahrt nach St. Radegund der Katholischen Männerbewegung Österreich am Sa, 21. Mai 2022.

Wir suchen Verstärkung!

Ab 1. September ist im kfb-Büro die Stelle einer Referentin für Regionalbegleitung und die Aktion Familienfasttag neu...
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