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So. 24.10.21

Motivation

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Hoffnung machen, Mut machen, Zuversicht stiften, Trost spenden, das macht den heutigen Bibeltext aus dem Buch Jeremia aus.

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Perikopen: Jer 31,7-9   Mk 10,46b-52

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Hoffnung machen, Mut machen, Zuversicht stiften, Trost spenden, das macht den heutigen Bibeltext aus dem Buch Jeremia aus, den wir in der Lesung gehört haben. Die Menschen damals haben diese Botschaft dringend gebraucht. Das Volk Israel war im Exil, fern der Heimat und der Tempel war zerstört. In dieser Situation hinein spricht der Prophet im Namen Gottes diese Worte. Unsere Situation heute ist freilich anders, aber diese Worte sind auch uns gesagt. Was dürfen sie uns sagen?

 

Erstens: Motivation zum Durchalten. Das brauchten die Menschen damals und das brauchen wir wohl in unserer von Corona auf den Kopfgestellten Welt. Motivation zum Durchalten. Der glaubende Mensch wird auch nicht von Krisen und Nöten verschont, aber er hat einen Vorteil. Er weiß, dass Gott mit uns unterwegs ist. Gott ist mit uns. Er lässt uns nicht allein. Er geht all unsere Wege mit. Ist das nicht Motivation zum Durchalten. Ich bin von Gott geliebt. Das lässt mich durchalten. Ich bin von Gott geliebt. Eine unglaubliche Botschaft. Das sollten wir eigentlich jeden Tag feiern (vielleicht hin und wieder mit einem Glas Schlägler Bier).  Wir sind von Gott geliebt. Er kennt uns durch und durch. Er hat sogar die Haare au unserem Haupt gezählt. Dieser Blick Gottes motiviert zum Durchalten, auch in schwierigen Lebenslagen und Zeiten.

 

Zweitens: Glaubensidentität finden. Die Menschen damals hatten ihre Glaubensidentität verloren und sie mussten sie neu finden. Glaubensidentität meint, dass meine Lebensbereiche mit Gott zusammenstimmen. Dass ich in Gott verwurzelt bin. Dass das Psalmwort stimmt: „Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ Glaubensidentität, gibt es das noch in einer Gesellschaft, die sich immer mehr von Gott wegbewegt? Glaubensidentität umfasst ganz viele Bereiche. Es ist auch mit dem Bereich verbunden, wieviel Zeit wir uns nehmen für diesen Glauben, auch um ihn zu feiern. In dieser Woche hatte ich ein Gespräch mit einer Mutter von drei Kindern. Es ging auch um die Motivation der Kinder zum Kirchgang. Ab einem gewissen Alter haben es Eltern nicht mehr in der Hand, aber in einem gewissen Zeitraum schon und da sollte man es auch in Hand behalten. Und da sagte mir diese Mutter folgendes, was sie den Kindern sagt: „Solange ihr wollt, dass wir zuhause Weihnachten feiern, und ihr ein Geschenk, wollt gehen wir in die Kirche. Wir verdanke dieses Fest unserem Glauben. Solange ihr wollt, dass wir Ostern feiern, und ihr ein Osternest wollt, gehen wir in die Kirche. Wir verdanken dieses Fest unserem Glauben, den wir in der Kirche feiern.“ Diese Mutter hat ganz Recht. Wie kann man Ostern, Weihnachten und andere kirchliche Feste in der Familie feiern, wenn keine religiöse und kirchliche Bindung da ist?  Da müsste man sich doch denken, dass da etwas nicht ganz stimmt. Es hat auch mit Glaubwürdigkeit zu tun. Wir sind alle gefordert etwas für die Glaubensidentität in unserem Land zu tun. Die Kirche schenkt uns im Laufe eines Jahres zehn Feiertage. Kirchliche Festtage wurden staatliche Feiertage, um den Menschen zu ermöglichen den Glauben zu feiern. Wir haben diese Feiertage noch, weil die Mehrheit in unserem Land noch Christen sind. Mal schauen wie lange noch? Es könnte schon einmal sein, dass gewisse Feiertage fallen. Warum soll man an Feiertagen festhalten, die der Großteil nicht mehr hält? Beim 8. Dezember sind wir ohnehin schon am besten Weg dorthin. Bei den Donnerstagfeiertagen geht es auch in die Richtung, wenn sie nur die Funktion haben ein verlängertes Wochenende zu ermöglichen. Und bei der neuen Kombination von Herbstferien und Allerheiligen, bin ich auch schon neugierig wie lange es dauert, bis der Damm gebrochen ist. Wir müssen um unsere Glaubensidentität ringen und dafür einstehen.

 

Drittens: Heimat suchen. „Ich bringe sie heim,“ hat der Prophet den Menschen damals im Auftrag Gottes gesagt. Daheim sein, heißt am rechten Ort zu sein, dort, wo das Herz des Menschen zur Ruhe kommt. Heimkommen ist eine Uhrsehsucht des Menschen. Aber, was ist Heimat eigentlich? Wo habe ich eine bleibende Wohnung? In der Ewigkeit ganz sicher. Wichtig ist nur, dass ich mein Leben als weg zu Gott verstehe. Dieses Leben, diese 70, 80, 90 Jahre sind nichts anderes, als Vorbereitung auf die Ewigkeit. Und dieses Leben ist auf alle Fälle kurz, im Vergleich zur Ewigkeit. Deshalb sollten wir dieses Leben Nützen für das Gute, Wahre und Schöne. Deshalb sollen wir uns auch im Glauben mit den letzten Dingen auseinandersetzen, und sie nicht auf den St. Nimmerleinstag verschieben.

 

 

Liebe Brüder und Schwestern!

In diesen alten Bibeltexten steckt immer so viel drinnen für uns Menschen heute. Die Botschaft der Bibel bleibt zeitlos gültig, auch wenn sie stets neu ins Heute übersetzt werden muss. Die Bibel ist Wort Gottes und Gott ist immer auf der Höhe der Zeit. Heute spricht uns Gott Motivation zum Durchhalten zu. Er appelliert an unsere Glaubensidentität. Und er lädt uns ein die ewige Heimat zu suchen. Im Oktober sind wir besonders verbunden mit Maria, der Königin vom heiligen Rosenkranz. Vielleicht kann uns ein Gesätzchen Rosenkranz helfen ein wenig über die heutige Botschaft nachzudenken, dass wir wie die Gottesmutter im Herzen bewahren. Amen.

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