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Do. 01.01.26

Gesegnetes Jahr 2026

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Nicht alles, was aufs Erste gut aussieht, ist letztlich ein Segen. 

Predigt Neujahrstag, 1.1.2026            

Perikopen: Num 6,22-27                        Lk 2,16-21

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!
Ich persönlich mag das Lied „Segne du Maria“ sehr gerne. Ich habe es mir zur Angewohnheit gemacht es am Neujahrstag, am Hochfest der Gottesmutter Maria, am Ende der Messe singen zu lassen. Es ist ein Aspekt, wie wir auch einander ein gesegnetes, neues Jahr wünschen können. Dieses Lied wird gerne gesungen. Ob bei Taufen, Trauungen, Ehejubiläen oder auch beim Begräbnis. Im alten Gotteslob wurde es getilgt. Aber die Menschen haben sich dieses Lied nicht nehmen lassen. Im neuen Gotteslob wurde es aufgenommen, nicht nur für Österreich, sondern für den ganzen deutschen Sprachraum. Der Text stammt von Cordula Wöhler aus dem Jahr 1870. In schweren Zeiten eines Krieges hat sich diese evangelische Christin an Maria gewandt und dieses Lied gedichtet. Elisabeth sagt zu Maria: „Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Weil Maria sich in den Dienst Gottes gestellt hat und den Heiland geboren hat, ist sie zum Segen für Mensch und Welt geworden. So dürfen wir auf die drei Strophen schauen. Wer mitlesen möchte im Gotteslob Nummer 535.

 

Erste Strophe: Die Beterin wendet sich mit dem Vertrauen eines Kindes an Maria und bittet um den Segen für den Frieden auf Erden, der damit beginnt, den Frieden und die Zufriedenheit im eigenen Herzen immer wieder zu suchen. Und sie bittet aber auch um das gute Erreichen des Ziels der Lebensreise im Himmel: „dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find.“ Diese Segensbitte gilt für den ganzen Menschen,  mit all seinen Gedanken und all seinem Tun: „Segne all mein Denken, segne all mein Tun.“ Alles soll sozusagen unter den Segen und Willen Gottes gestellt werden. Die guten Gedanken sollen Frucht bringen und die bösen gewandelt, geheilt oder auch ausradiert werden. Ebenso soll alles Tun des Menschen vom Segen begleitet sein, damit das Getane auch zum Segen wird, damit wir uns nicht im Aktionismus verlieren, sondern besonnen bleiben. Wie oft gibt es im Alltag Situationen, die uns am Tag aus der Ruhe bringen, nervös machen oder auch laut werden lassen, und uns in der Nacht zum Albtraum werden und uns einen guten Schlaf rauben: „Lass in deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn.“

 

Zweite Strophe: Hier wird der Blick auf die Mitmenschen gelenkt. „Segne du, Maria, alle, dir mir lieb, deinen Muttersegen, ihnen täglich gib.“ Es ist das Nächstliegende für die Menschen zu beten, die einem lieb und teuer sind, die man zu seinen Freunden und Nächsten zählen darf, denen ich so vieles zu verdanken habe, die einen Platz in meinem Herzen haben, und in deren Herzen ich Heimat habe. Sie sollen vom Segen Gottes umgeben, beschützt, gestützt, getragen und geborgen sein. Doch dann weitet sich der Kreis weiter aus: „Segne alle Herzen, segne jedes Haus.“ Das sind die glücklichen und frohen Herzen und Hausbewohner, die dankbaren und versöhnten, aber ebenso auch die unglücklichen und verwundeten, die enttäuschten und verbitterten, die hart und eiskalt gewordenen, die gleichgültigen und ausgebrannten. Sie allen sollen unter dem Schutzmantel Mariens stehen. Für sie tritt Maria ein  als bei der Hochzeit der Wein, die Freude, die Lebenslust ausging. Alles Menschen brauchen den Segen, sollen ihn haben. Er lässt sich nicht einschränken. Das Kind in der Krippe, das wir heute nochmals sehen, bringt der ganzen Welt den Segen, ist der Erlöser aller Menschen.

 

Dritte Strophe: Hier kommt das Ende in den Blick, das Ende des Lebens auf das der Mensch von Anfang an zu gehen. Wir beginnen heute ein neues Jahr. Keiner von uns weiß, ob es das letzte in unserem Leben ist. Um eine gute Sterbestunde zu beten, war den Gläubigen früher vertrauter als heute. Es ist ziemlich abgekommen. „Segne du Maria, unsre letzte Stund.“ Diese letzte Strophe erinnert uns, dass wir unser eigenes Sterben und all die damit verbundenen Fragen, die es uns stellt, nicht ausklammern und verdrängen können, sondern vielmehr im Angesicht unseres Todes damit leben lernen. „Deine Hand, die linde, drück das Aug uns zu, bleib im Tod und Leben unser Segen du.“ Wie viele Menschen sind mit dieser Zuversicht jener letzten Stunde entgegen gegangen und tun es bis auf den heutigen Tag. Welch ein besonderer Segen, wenn jemand in diesem Sinne das Zeitliche segnen kann. Welch eine Gnade, wenn Menschen jemand darin und dahin begleiten dürfen, bis zur Schwelle von der Zeit in die Ewigkeit. Maria ist es, die das Auge zudrückt. Die Glaubensmutter ist im Leben und Sterben all jener dabei, die an ihr Kind glauben. Wir sind eingeladen bewusst zu leben. In den Psalmen heißt es: “Unsere Tage zu zählen lehre uns, dann gewinnen wir ein weises Herz.“ Ja, ein weises Herz, wie Maria, die im Herzen bewahrt hat.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich persönlich bin ja, wie ich schon einmal gesagt, nicht so ein Freund, wenn man sich ein gutes neues Jahr wünscht. Nicht alles, was aufs Erste gut aussieht, ist letztlich ein Segen. Ich bin für ein gesegnetes Jahr 2026.  Das Lied „Segne du Maria,“ ist für mich ein Lied, das zu Herzen geht, weil Text und Melodie auf die Kraft des Gebetes vertrauen. Und daraus schöpft der gläubige Mensch Hoffnung und Zuversicht in jeder Lebenslage. Möge uns Maria gut durch das neue Jahr begleiten, möge sie ihre segnenden Hände über unsere Welt, unsere Kirche, über jeden von uns halten. In diesem Sinn ein gesegnetes neues Jahr. Amen.

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