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So. 20.07.25

Dem Wesen Gottes auf der Spur

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Wir dürfen dem Wesen Gottes auf die Spur kommen, denn das ist ja eigentlich Glaube, versuchen Gott besser kennen zu lernen.

Predigt 16. Sonntag im Jahreskreis, 20.7.2025

Perikopen: Gen 18,1-10a                      Lk 10,38-42

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Die heutige Lesung vom Besuch Gottes bei Abraham will uns einiges sagen, wie Gott zu uns Menschen ist, wie er sich uns  zeigt, was ihn ausmacht. Wir dürfen dem Wesen Gottes auf die Spur kommen, denn das ist ja eigentlich Glaube, versuchen Gott besser kennen zu lernen, denn was man kennenlernt, mit dem wird man vertraut. Und wo Vertrauen ist, da ist Freundschaft. Drei Gedanken.

 

Erstens: Ein Gott, der zu Besuch kommt. Gott kommt zu Abraham, um die Mittagszeit in Gestalt von drei Männern zu Besuch. Er kommt öfters in der Bibel zu Besuch. Gott besucht David und verheißt ihm, dass er König wird. Gott besucht Zacharias und verheißt die Geburt Johannes des Täufers. Gott besucht Maria, weil er sie als Mutter Gottes braucht. Und schließlich besucht er ihn Jesus Christus unsere Welt, zu unserem Heil. Die Liturgie spricht hier mit dem Gedanken: „Der Herr hat sein Volk besucht, und ihm Erlösung geschaffen.“ Einerseits ist dieser Gott Dauergast unseres Lebens. Das ist eine große Zusage, der man vertrauen kann, mit der man durch das Leben kommt. Andererseits kommt er immer wieder neu in unser Leben täglich. Dafür dürfen wir sensibel werde. Oder besser könnte man es nicht ausdrücken, als mit den Gedanken des Komödianten Karl Valentin: „Heute am Abend bekomme ich Besuch, mal schauen ob ich daheim bin.“ Schauen wir, dass wir daheim sind für unseren besuchenden Gott.  

 

Zweitens: Gott lässt sich bewirten. Abraham bewirtet Gott und er tut das nicht kleinlich. Sara bäckt Brot von drei Sea Mehl, das sind fast vierzig Kilo, dazu kommt ein Mastkalb, Butter und Milch. Die Tische biegen sich. Gott lässt sich vom Menschen bewirten, er nimmt an, was ihm der Mensch gibt. Wir Menschen leben von Gott, aber hier sieht es umgekehrt aus, nämlich, dass Gott scheinbar vom Menschen lebt. Vielleicht können daran ganz einfach eine Frage knüpfen: Was kann ich Gott geben, das ihn Leben lässt? Was lässt Gott durch mich leben in dieser Welt? Wen uns diese Frage beschäftigt, wie wir Gott bewirten können, dann reicht das schon.

 

Drittens: Gott nimmt Sorgen hinweg. Bevor Gott Abraham besucht hat, hat er mit ihm einen Bund geschlossen und ihm Nachkommenschaft verheißen. Aber Abraham ist in Sorge, ob sich dieses Versprechen wirklich erfüllt, ob er dem vertrauen kann. Gott nimmt ihm die Sorge: „In einem Jahr komme ich zu dir, dann wird Sara einen Sohn haben. „ Gott nimmt dem Abraham seine Sorge. Vielleicht sollten wir uns nicht immer zu viele Sorgen machen über alles Mögliche und Unmögliche. Manches kommt ohnehin anders. Der Mensch denkt und Gott lenkt. Es ist ein Unterschied ob ich wirkliche Sorgen habe, oder mir Sorgen mache. Manche Sorgen machen wir uns selber. In den Psalmen heißt es so schön: „Wirf deine Sorgen auf den Herrn und vertraue ihm, er wird es fügen.“

Liebe Brüder und Schwestern!

Gott ein wenig besser kennenlernen. Er ist ein Gott, der uns besucht, der sich bewirten lässt, und der Sorgen wegnimmt. An einen solchen Gott lohnt es sich zu glauben. Amen.
 

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