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So. 20.10.24

Typisch Christ

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Wir dürfen am typisch Christlichen in unserem Leben arbeiten, das ganz anders ist als das allgemein Gültige, was man eben so tut.

Predigt 29. Sonntag im Jahreskreis, 20.10.2024

 

Perikopen: Hebr 4,14-16         Mk 10,35-45

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Jesus stellt das, was allgemein so üblich ist im heutigen Evangelium ziemlich deutlich in Frage. Er sagt: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen.“ Die Herrschaftsverhältnisse der Welt sind bekannt: Von oben herab auf die Menschen herunter. Machtmissbrauch, damals und heute in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, leider oft auch in der Kirche. Jesus stellt das Allgemeingültige in Frage. Das wird ihm Verfolgung, Leiden und Tod. „Bei euch soll es nicht so sei, bei euch soll es nicht so sein.“ Das ist der entscheidende Satz im Evangelium. Das typisch Christliche, das Proprium des Christen, ja der Christ soll anders sein. Aber wie?

 

Erstens: Bereitschaft zum Dienen. Jesus zeichnet die Konturen zur Nachfolge sehr klar. „Wer groß sein will, soll der Diener sein, wer der Erste sein will, soll der Sklave sein.“ Das sind sehr herausfordernde Worte. Aber daran wird die Jüngerschaft gemessen, an der Bereitschaft zum Dienen, oder sagen wir es anders, an der Bereitschaft zum Dasein für andere, für andere Menschen, aber auch wie ich bereit bin mich einzubringen in Kirche, Gesellschaft, Öffentlichkeit und dem Leben vor Ort. Das ganze Leben Jesu ist Dienst und Hingabe.  Man kann viele Dinge mit Hingabe tun: kochen, Freunde einladen, den kranken Vater pflegen, Kinder erziehen, sich für den Frieden engagieren. Bereitschaft zum Dienen und zur Hingabe? Denken wir ein wenig darüber nach, wie das in meinem Leben ist? Warum tue ich etwas, weil ich von den Leuten gelobt werde, weil es um Anerkennung geht, oder weil Bereitschaft zum Dienen und zur Hingabe dahintersteht, weil ich Gott, der Welt und den Menschen einen Dienst erweisen will?

 

Zweitens: Gott an erster Stelle. Jesus geht es zuerst um Gott, den er den himmlischen Vater nennt. An anderer Stelle sagt er: „Nur einer ist euer Vater…“ Es geht um das Reich, die Herrschaft Gottes. Diese soll zur Geltung kommen. Wenn Menschen über Menschen herrschen, wenn Menschen groß sein wollen, dann wird das verdunkelt. Ja, wie soll man in einer Welt, in der alle groß sein wollen, in der sich viele als Herren aufspielen, das noch merken. „Ich wäre so gerne schon groß,“ sagen Kinder. Ja, der Mensch ist ein Gernegroß! Die Menschen sollen spüre, wer der eigentliche Herr im Haus der Welt ist, nämlich Gott, ein mit uns lebensfähiger Gott, ein alltagstauglicher Gott. Das ist es Gott ist alltagstauglich und darf nicht mehr und mehr aus dem Alltag hinausbugsiert werden, wie das halt so üblich ist. Die Menschen sollen bei uns spüren: Denen geht es wirklich um Gott. Oder unser Herr Jesus Christus einmal gesagt hat: „Suchet zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, alles andere wird euch dazugeben.“ Das ist auch wieder viel Stoff zum Nachdenken an welcher Stelle Gott in meinem Leben steht.

 

Drittens: Wir sind Brüder und Schwestern. Das ist leicht dahin gesagt, aber in der Realität oft schwer zu sehen, gerade auch im Umgang. Wir sind Brüder und Schwestern. Im Kloster tun wir uns noch leichter, oder schummeln uns vielleicht ein bisschen drum herum. Da sprechen wir vom Mitbruder, von der Mitschwester. Im kleinen Wort mit, er ist mit mir, kann man sich den Nächsten vielleicht noch ein bisschen auf Distanz halten. Wir sind Brüder und Schwester, da bleibt kein Platz mehr für Distanz. Da muss uns bewusst werden, dass wir alle verwandt sind, zwar nicht blutsverwandt, aber gottesverwandt. Und das ist viel mehr. Wir sind Brüder und Schwestern. Das wäre die Basisberufung in der Kirche, auf die alles aufbauen würde. Ich glaube da gibt es noch viel zu tun, dass wir uns einander als Brüder und Schwestern sehen, dass wir uns einander zu Brüdern und Schwestern machen.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

„Bei euch soll es nicht so sein.“ Wir dürfen am typisch Christlichen in unserem Leben arbeiten, das ganz anders ist als das allgemein Gültige, was man eben so tut. Und nur weil es alle so tun, wird es auch nicht richtiger. Es braucht unsere Bereitschaft zum Dienen und zur Hingabe. Es geht darum, dass Gott an erster Stelle steht und wir als Brüder und Schwestern leben und uns auch so behandeln. Denken wir an der Hand Mariens, der Rosenkranzkönigin, die mit ihrem Ja der Welt den größtmöglichen Dienst erwiesen hat, ein wenig über das Ganze nach. Amen.

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