Nach seiner Entführung aus Argentinien begann am 29. Mai 1960 in Jerusalem das Verhör des ehemaligen SS-Obersturmbannführers Adolf Eichmann durch den israelischen Polizeihauptmann Avner Werner Less. Sie haben 275 Stunden lang miteinander gesprochen. Die Verhöre wurden auf Tonband aufgenommen und anschließend abgeschrieben. Es gibt 3564 Seiten Protokoll. Eichmann berichtet von seinem Leben in Linz und Umgebung, seiner Wiener, Prager und Berliner Zeit.
Das Stück zeigt wie und was Adolf Eichmann aussagt. Der Zuschauer nimmt die Position des Gegenübers ein. Begleitet wird Eichmanns Aussage von einer Gruppe Menschen, die chorisch das historische Gegengewicht verkörpern: Das Textmaterial besteht aus nüchternen Fakten bis hin zu emotional tief berührenden Passagen aus Berichten und Zeugenaussagen. Der Chor begleitet, unter- oder widerlegt das von Eichmann Gesagte. Er ist der Alptraum, der Eichmann verfolgt.
Eichmann: Franz Froschauer
PRESSESTIMMEN:
Ein Prozess, selbst jener gegen den kaltblütigen Nazi- Beamten und Judenvernichtungslogistiker Otto Adolf Eichmann, darf kein großes Tingeltangel sein. Er verlangt Sachlichkeit, Stille und mehr Kummer als Zorn…Dass der Abend seine Wirkung aus Bedächtigkeit ziehen kann liegt an der Schauspielkunst von Franz Froschauer….
Peter Grubmüller OÖN
Franz Froschauer ist eine Klasse für sich. Er spielt meisterlich den Massenmord Organisator, der übrigens seine Kindheit in Linz verbracht hat. Froschauer schlüpft in Eichmanns ungeheuerliche Normalität, in seine Unberührtheit angesichts des Sterbens und seine Ergebenheit gegenüber seinem Arbeitgeber.
Elisabeth Rathenböck KRONEN ZEITUNG
Packend in der konzentrierten Inszenierung von Georg Mittendrein ist vor allem die beklemmende Darstellung durch den oö. Schauspieler Franz Froschauer