Sonntag 25. Februar 2018

KHJ thematisch

KHJ-Jahresthema

 

Wo arbeitest du im Sommer? Hast du einen Nebenjob? Was möchtest du einmal werden, wenn du mit deiner Ausbildung fertig bist? Und was kannst du mit deinem Studium später einmal anfangen?

 

Wer kennt diese Fragen nicht? Alles dreht sich darum, und kaum ein Begriff ist so vielfältig und facettenreich wie die Arbeit. Dabei löst allein das Wort in uns oft schon einen schalen Beigeschmack aus. Woran wir schnell denken, ist die Arbeit im klassischen Sinn und die Mühen und Strapazen, die mit ihr einhergehen können. Geht man dem Ursprung des Wortes „Arbeit“ auf den Grund, stößt man häufig auf Begriffe wie „Knechtschaft“, „Mühsal“ oder „Sklaverei“; im Englischen etwa bedeutet „to labour“ unter anderem „sich abquälen“. – Doch ist das schon alles?

 

Was man oft übersieht: Arbeit hat immer etwas mit einem Entwicklungsprozess zu tun, einem Voranschreiten, dem Erreichen eines Ziels. Arbeit geschieht z.B. auch auf einer persönlichen Ebene, wenn wir „an uns selbst arbeiten“. Jedenfalls ist es nicht immer das Ergebnis, was zählt, sondern der Prozess an sich.

 

Ein ganz wesentlicher Ausdruck dieser Haltung (nicht nur Output-orientiert zu sein) ist die ehrenamtliche Arbeit. Sie ist wohl der Beweis dafür, dass sich unser Interesse nicht nur danach richtet, wie hoch die finanzielle Entlohnung ausfällt. Stellen wir uns doch vor, unsere Gesellschaft müsste von einem Tag auf den anderen ohne die vielen freiwilligen HelferInnen auskommen. Es wäre beim besten Willen nicht denkbar – egal ob in den vielen verschiedenen Vereinen und gemeinnützigen Organisationen, beim Roten Kreuz oder der freiwilligen Feuerwehr, in den Studierendenvertretungen oder im Wohnheimleben. Wertschätzung und Anerkennung sind immer noch Grundpfeiler, auf die wir bauen können. „Gebt, so wird euch gegeben“ (Lk 6, 38) – dieses Grundprinzip der Bibel bestätigt sich gewiss in eigenen Erfahrungen.

 

Arbeiten um zu leben – leben um zu arbeiten? Dieses Spannungsfeld wird uns in diesem Studienjahr bei den Veranstaltungen der KHJ begleiten und vielleicht auch einige Fragen beantworten, die an dieser Stelle offen bleiben müssen bzw. noch gar nicht angesprochen wurden. – Auf ein spannendes Arbeitsjahr!

 

Lukas Lahninger, Vorsitzender der KHJ

 

 

ZUM JAHRESTHEMA SIND IM SOMMERSEMESTER FOLGENDE VERANSTALTUNGEN GEPLANT:

 

- KHG im Gespräch mit: Heini STAUDINGER / Do. 22.03. / 20:00 / KHG-Galerie

Heini Staudinger ist bekannt als ungewöhnlicher Unternehmer. Seine Grundsätze „1. Scheiß di ned au! 2. Bitte, sei ned so deppat! 3. Orientiere dich an der Liebe!“ sind Programm seiner Arbeit. Alles begann mit einem kleinen Schuh-Laden im 8. Wiener Gemeindebezirk. Mittlerweile gibt es in Österreich, Deutschland und der Schweiz 50 Läden mit drei Marken: GEA, Waldviertler und das Magazin Brennstoff. Die Waldviertler Schuhwerkstätten sind in der Region Schrems ein wichtiger Arbeitgeber geworden, der nicht mehr wegzudenken ist. Wir kommen mit Heini Staudinger über seine Arbeit und sein Leben ins Gespräch. Dazu sagt er: „Das wichtigste im Leben ist das Leben.“ Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!

 

- Streitforum "Die joblose Gesellschaft?!" / Di. 24.04. / 20:00 / Presseclub im OÖ. Kulturquartier

Podiumsdiskussion mit dem Informatiker Univ. Prof. Dr. Sepp Hochreiter (JKU) und dem Arbeits- und Sozialrechtler ao.Univ. Prof. Dr. Martin Risak (Uni Wien) Im Zentrum der Debatte stehen die Kontroversen rund um die Frage, ob die aktuellen technologischen Entwicklungen, die unter Schlagworten wie „Industrie 4.0“ oder „künstliche Intelligenz“ verhandelt werden, menschliche Arbeitskraft über kurz oder lang weitgehend überflüssig machen oder konventionelle Berufe (in ausreichendem Ausmaß) nur durch neue Berufsbilder ersetzt werden, und welche – positiven oder negativen – Auswirkungen das auf die Organisation unserer Gesellschaft haben könnte.

 

- Workshop „wir.gestalten.arbeit!“ / Mi. 16.05. / 19:30 / KHG-Galerie

Im Mittelpunkt dieses Abends stehen die persönlichen Erfahrungen aus den individuellen Arbeitsrealitäten. Ziel der Veranstaltung ist das Kennenlernen unterschiedlicher Arbeitswelten. Wie kann jemand seine Aufgaben wählen? Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es? Welche Arbeitsorte gibt es? Welche Arbeit wird wie entlohnt? Welche Berufe und Arbeitsfelder sind gesellschaftlich geschätzt, welche nicht? Der Workshop regt dazu an, den Blick auf die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen in Bezug auf die Erwerbsarbeit zu lenken: Welche Rolle soll Erwerbsarbeit in meinem Leben spielen? Welcher Art von Erwerbsarbeit möchte ich nachgehen? Wie gestalten wir unsere Arbeit?

 

- Human@Work, Eröffnung der Fotoausstellung „Mensch & Arbeit“ / Mi. 16.05. / 19:30 / KHG-Galerie

AktivistInnen der Katholischen Jugend OÖ. besuchten Menschen bei der Arbeit, redeten mit ihnen über ihre Arbeit und fotografierten sie dabei. Die Menschen und Berufe, die dabei entdeckt und fotografiert wurden, sind außergewöhnlich: entweder besonders nachhaltig, ökologisch und solidarisch oder besonders unbekannt bzw. neu. Ziel des Projektes ist es, Menschen in ihrem alltäglichen Beruf zu treffen, sich mit ihnen über ihre Arbeit auszutauschen und das auch fotografisch festzuhalten. In der sich daraus entwickelnden Wanderausstellung geht es um themenbezogene Gegenüberstellungen. Zum Beispiel ein Gemüsebauer und ein Koch: Der Eine produziert Gemüse, der Andere kocht daraus ein Menü. Durch die Vielfalt der Menschen und Berufe soll ein Bewusstsein für die vielen möglichen Berufungen geschaffen werden. Die Ausstellung wird im Rahmen des Workshops „wir.gestalten.arbeit!“ eröffnet und ist bis 30.05. in der KHG-Galerie zu sehen.

 

- Filmabend „Workingman’s Death“ (Michael Glawogger, 2005) / Mo. 28.05 / 19:30 / KHG-Galerie

Der Dokumentarfilm zeigt fünf Beispiele körperlicher Schwerstarbeit unter extremen Bedingungen an verschiedenen Orten der Erde und schließt mit einem kontrastierenden Epilog in einem ehemaligen Duisburger Stahlwerk, aus dem die Arbeiter bereits verschwunden sind und das sich mittlerweile zu einem von Jugendlichen bevölkerten Freizeitpark gewandelt hat.

 

- Wie werden wir in Zukunft arbeiten?“, Führung und Workshop im Museum Arbeitswelt Steyr
Sa. 09.06. / 14:00 / Wehrgrabengasse 7, 4040 Steyr

Das zentrale Augenmerk der Ausstellung liegt auf Veränderungen in der Arbeitswelt. Diese folgten in der Vergangenheit nur selten einem Masterplan – auch deshalb, weil der Mensch fähig ist, eigenwillig auf Vorgaben zu reagieren und diese kreativ abzuwandeln. Die Ausstellung inszeniert diese Fähigkeit als historische Produktivkraft. Sie erzählt von Solidarität, Phantasie, Eigensinn, Kompetenz, Improvisation und Widerstand als zentrale Faktoren gelungener Veränderung. Sie erzählt damit eine unsichtbare Geschichte, die vor allem auch eine Geschichte für heute sein will. – Wir reisen aus Linz gemeinsam mit dem Rad an. Eine Teilnahme am Ausstellungsbesuch ist auch ohne Radfahren mit Eigenanreise möglich.
Anmeldung im KHG Büro oder via Website / Kontakt: Magdalena Steiner

Katholische Hochschuljugend
4040 Linz
Mengerstraße 23
Telefon: 0732/244011-4573
Katholische Kirche in Oberösterreich
Diözese Linz

Kommunikationsbüro
Herrenstraße 19
Postfach 251
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https://www.dioezese-linz.at/
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