Donnerstag 23. November 2017

Geschichte und Gründungsidee

 

Gründungsgeschichte der Kath. Hochschuljugend Österreichs (KHJÖ)

 

Die KHJÖ wurde auf Initiative des Wiener Studentenseelsorgers Karl Strobl unter Beteiligung von Studierenden der Universitäten Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien zu Pfingsten 1946 in Salzburg ins Leben gerufen und als studentische Gliederung der Katholischen Aktion positioniert.

 

Karl Strobl kann überhaupt als „Gründervater“ der katholischen Hochschulpastoral in Österreich betrachtet werden. Bereits während des 2. Weltkriegs versammelte er (mehr oder weniger geheim) in den Räumen der Wiener Peterskirche katholische Studierende zu Diskussionen, Gottesdiensten und sonstigen gemeinsamen Aktivitäten. Unmittelbar zu Kriegsende im Frühjahr 1945 sorgte diese Gruppe zusammen mit aus dem Unter­grund auftauchenden sozialistischen und kommunistischen Studierenden-Gruppen dafür, dass die Wiener Universität wieder ihren Betrieb aufnahm (um einer ideologi­schen Einflussnahme seitens der Besatzungsmächte (insbesondere der Sowjetunion) bei einer allfälligen Neugründung der Universität zuvor zu kommen).

 

In Reaktion auf die herrschende Not jener Zeit organisierte Strobl mit seinen Studieren­den regelmäßige „Bettel-Fahrten“ zu den Machland-Bauern, um mit dem gesammelten Gemüse eine erste Studierenden-Mensa zu betreiben. Das war de facto die Geburts­stunde der Wiener Kath. Hochschulgemeinde (KHG) als erster österreichischen KHG, der bald die Gründung weite­rer Hochschulgemeinden in Innsbruck, Graz und Salzburg folgte.

 

Strobl gelangte aufgrund seiner Erfahrungen und im Austausch v.a. mit deutschen und österreichischen Kollegen zur Überzeugung, dass eine lebendige christliche Gemeinde nicht nur Räume, finanzielle Mittel und eine kirchenrechtliche Verfassung braucht, son­dern v.a. Menschen, die sich verbindlich und organisiert für den inneren Aufbau einer solchen Gemeinde engagieren. Zu diesem Zweck entwarf der gemeinsam mit „seinen“ Studierenden 1947 das Konzept und erste „Innere Statut“ der KHJÖ als Kerngruppe der KHG vor Ort, das 1970 und 2000 jeweils neu formuliert wurde.

 

Geschichte der KHJ Linz

 

Bereits 1962 wurde der Linzer Priester (und spätere Professor für Pastoraltheologie an der Kath. Privatuniversität Linz) Dr. Wilhelm Zauner seitens der Diözese Linz mit der Studierenden-Seelsorge betraut und 1966 – zeitgleich mit der Gründung der Joh. Kepler-Universität Linz – zum Linzer Hochschulseelsorger ernannt. Zauner gründete daraufhin nach dem Vorbild anderer österreichischer und deutscher Kath. Hochschul­gemeinden (insbesondere Wien und Graz) die KHG Linz (mit einem eigenen Gebäude in der Mengerstraße 23) und gemeinsam mit Studierenden der JKU die KHJ Linz als Teilgliederung der KHJÖ. Sowohl die KHG als auch die KHJ Linz nahmen im Studienjahr 1968/69 ihre Arbeit auf.

 

Die fast zeitgleiche Gründung der KHG und KHJ Linz beruhte auf der Überzeugung, dass eine christliche Gemeinde zu ihrem Aufbau und Gedeihen engagierte ChristInnen braucht, die sich gemeinsam mitverantwortlich wissen für das Leben der Gemeinde. Auf Basis dieser Idee war der Vorstand der KHJ Linz (damals „Leitung am Hochschulort“) bis in die späten 1990er Jahre praktisch identisch mit dem Leitungsgremium der KHG. Wer inhaltlich am Programm der KHG mitarbeiten und auf dessen Gestaltung Einfluss neh­men wollte, musste de facto Mitglied der KHJ Linz sein.

 

In den 1990er Jahren wuchs – entsprechend allgemeinen gesellschaftlichen Trends – die Zahl jener Studierenden, die zwar aktiv am Programm der KHG mitarbeiten und es auch mitgestalten, aber formal nicht Mitglied eines „kirchlichen Vereins“ werden wollten. Zugleich machte sich innerhalb der KHJ Linz die (berechtigte) Klage breit, dass die KHJ Linz de facto ganz in ihrer Arbeit für die KHG aufgehe und kaum noch Ressourcen für die Entwicklung eines eigenständigen spirituellen und praktischen Profils als Gliederung der Kath. Aktion (KA) übrig blieben. Diese Entwicklung führte schließlich 2001 zu einer Struktur­reform innerhalb der KHG: Mit der Gründung eines Gemeinderates (KHGR) sollte auch Nicht-KHJ-Mitgliedern die strukturelle Möglichkeit eröffnet werden, sich aktiv und mitver­antwortlich an der Gestaltung des KHG-Programms und -Lebens zu beteiligen, und zugleich die KHJ Linz von dieser „Gesamt-Verantwortung“ entlastet werden. Die KHJ Linz hat seither ihre Vertretung im KHGR, zugleich aber den Freiraum zur eigenverantwortlichen Entwicklung von Aktivitäten, Angeboten etc. über die KHG hinaus – etwa in Kooperation mit anderen KA-Gliederungen (insbesondere dem Forum St. Severin) oder in Vernetzung mit der KHJ anderer Hochschulorte. Geblieben ist dennoch eine enge und loyale Verbundenheit zwischen KHG und KHJ Linz mit der Absicht gegenseitiger Unter­stützung, was sich sowohl auf personeller Ebene (Hauptamtliche MA der KHG arbeiten auch für und mit der KHJ Linz.) als auch in finanzieller Hinsicht (Das Budget der KHJ Linz ist lediglich „virtuell“ und vollständig integriert in das pastorale Budget der KHG Linz.) niederschlägt.

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