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So. 05.10.25

Das springende Kind

Mag. Maximilian Pühringer
Mag. Maximilian Pühringer
M.: 0676/88084811
E.: maximilian1985@gmx.com

Schauen wir immer wieder auf unsere Glaubenssituation .

Predigt 27. Sonntag im Jahreskreis, 5.10.2025

Perikopen: Hab 1,2-3; 2,2-4                 Lk 17,5-10

 

Liebe Brüder und Schwestern im gemeinsamen Glauben!

Schauen wir ganz auf den Anfang des heutigen Evangeliums. Da war eine Bitte der Apostel an Jesus: „Stärke unseren Glauben!“ Nun, die Apostel waren sicher nicht ungläubig. Sie waren gläubige Juden. Und doch hat Jesus sie in verschiedenen Situationen immer wieder nach ihrem, Glauben gefragt, zum Beispiel nach der Stillung des Seesturmes: „Habt ihr noch keinen Glauben?“ „Wo ist euer Glaube?“ „Glaubt ihr denn immer noch nicht?“ Auch wir beten am Anfang vom Rosenkranz: „Jesus, der in uns den Glauben vermehre?“ Ist das eine sinnvolle Bitte? Kann man den Glauben vermehren wie eine Geldsumme oder einen Energievorrat? Drei Gedanken dazu.

 

Erstens: Ein Bild kann uns helfen, über diese Frage nachzudenken. Ich möchte es kurz beschreiben. Das Bild zeigt ein Kind, das auf einer Mauer steht. Es ist gerade dabei in die offenen Arme des Vaters zu springen, der unterhalb der Mauer steht. Ein Kind, das eine gute, vom Vertrauen zum Vater geprägte Beziehung hat  wird bei diesem Spiel kaum Angst haben. Im Gegenteil: Es macht ihm Spaß. Es kann gar nicht genug bekommen und wird den Sprung gern und mit Vergnügen, so oft wie möglich, wiederholen. Es weiß: Mir kann nichts passieren. Die Arme meines Vaters sind groß und stark. Er hält mich. Ihm kann ich mich anvertrauen. Über die „Größe“ dieses Vertrauens macht sich das Kind keine Gedanken. Es ist einfach da. Es fühlt sich einfach mit dem Vater verbunden und in seiner Macht und Liebe geborgen. Soweit dieses Bild vom Kind, das vertrauensvoll in die Arme des Vaters springt.

 

Zweitens: Kommen wir von diesem Bild her zurück zu Jesus und den Aposteln mit ihrer Bitte nach einem starken Glauben. Jesus geht auf die Bitte der Apostel, ihren Glauben zu vermehren, nicht ein. Indirekt bestätigt er jedoch, dass der Glaube der Apostel klein ist. Er gleicht, so sagt Jesus, einem Senfkorn, und das ist eines der kleinsten Samenkörner. Doch erstaunlich: Jesus schreibt diesem Glauben wunderbare Wirkungen zu. „Ihr könnt mit diesem Glauben einen Maulbeerbaum, der als besonders fest und tief verwurzelt gilt, ins Meer pflanzen und ihn gegen seine Natur dort weiterwachsen lassen.“ Ein herausforderndes Bild, das nicht wörtlich genommen werden will, dass uns aber gerade deshalb fesselt und zum Nachdenken bringt. Echter Glaube ist stark, auch wenn er vom Menschen hergesehen so winzig ist wie ein Senfkorn. Und zwar ist er deswegen stark, weil er nicht nur eine irdisch-menschliche Angelegenheit ist, sondern in den Bereich Gottes vorstößt. Auch ein kleiner und schwacher Glaube rechnet immer noch mit Gott. Und dann sagt Jesus noch. „Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn…“ Das ist keine Drohung, sondern Ermutigung! Und es ist eigentlich sehr tröstlich! Mein/unser Glaube, wenn auch nur so groß wie ein Senfkorn, reicht aus, ist genug. Gott kann damit etwas anfangen. Den kleinen Finger meines Glaubens einfach Gott hinhalten. Mehr braucht es nicht und Gott kann viel daraus machen. Glaube heißt, dass ich mit Gott rechne.

 

Drittens: Mein Glaube, meine Glaubenssituation. Glaubend verbindet sich der Mensch mit Gott. Er macht es wie das Kind auf dem Bild. Er schaut nicht primär auf seine Kleinheit, sondern auf die Größe und Güte Gottes. Er lässt sich nicht entmutigen von der Einsicht, dass dies oder jenes bei Menschen unmöglich ist, sondern vertraut der Stimme seines Herzens, die ihm sagt, dass bei Gott alles möglich ist. Deshalb ist der Gläubige ein Optimist, der immer wieder etwas zu tun wagt, das einem Sprung ins Ungewisse gleicht. Dabei ist er ebenso sicher wie das Kind auf unserem Bild, dass er nicht ins Leere fällt, sondern von der Vorsehung Gottes aufgefangen wird. Der wahrhaft Gläubige wartet also nicht, bis sein Glaube für ein Leben nach dem Evangelium groß genug ist, sondern beginnt, wie es Jesus es heute im Evangelium empfiehlt, mit einem kleinen Glauben zu leben und zu handeln, in der Zuversicht, dass Gott ihm zur rechten Zeit schenken wird, was er aus eigener Kraft nicht schaffen kann. Dazu noch eine kurze, jüdische Geschichte

Ein jüdischer Handwerker, der es in seiner Jugend und auch später im Leben schwer gehabt hat, bringt eines Tages seinen kleinen Sohn in eine ähnliche Situation, wie sie unser Bild zeigt, und fordert ihn auf: Spring in meine Arme! Als der Junge losspringt, zieht der Vater die Arme zurück und lässt das Kind auf den Boden fallen, wo es sich verletzt und in Tränen ausbricht.  Als ihn die Umstehenden wegen seiner Herzlosigkeit zur Rede stellen, antwortet der Vater: „Das gehört zur Erziehung. Der Junge muss lernen, dass man im Leben niemand trauen darf, mag er noch so nah mit einem verwandt sein und sich noch so freundlich gebärden.“
Das ist eine schlimme Lebenseinstellung. Sie mag auf dem Hintergrund vieler Enttäuschungen, die dieser Mann erlebt hat, verständlich sein. Trotzdem ist sie in ihrem Pessimismus, der alles vergiftet, lebensfeindlich und gottesfeindlich. Man kann mit ihr weder leben noch sterben.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Bitten wir im Blick auf dieses Bild vom Kind im Sprung in die Arme des Vaters, Gott, dass er uns einen wenigstens Senfkornglauben schenkt, damit wir in den Abgründen, die uns gelegentlich bedrohen, nicht nur die bodenlose Schwärze sehen, sondern auch die Umrisse seiner gütigen Hände. Schauen wir immer wieder auf unsere Glaubenssituation beten wir im Rosenkranzmonat Oktober immer wieder an der Hand unserer himmlischen Mutter „Jesus, der in uns den Glauben vermehre.“   Möge er uns eine Erfahrung machen lassen, die Rainer Maria Rilke einmal in einem Herbstgedicht so beschrieben hat: „Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.“ Amen.

hat. Der Brandner Kasper darf weiterleben, aber Gewinn ist es keiner. In seiner gewonnenen Bonuszeit erlebt er viel Schlimmes. Bald ist er des Lebens überdrüssig. Er bittet den Boandlkramer ihn zu holen. Und im Himmel, ganz nach bayrischer Vorstellung mit viel Bier, Weißwürsten und Brezen, ist es schön. Und er merkt, dass es ungeschickt war sein Leben zu verlängern. In einer neuern Verfilmung vom Brandner Kasper wird im Himmel dem Erzengel Michael eine Beschreibung von Himmel in den Mund gelegt: „A Paradies is imma daoan, wann anna aufpasst, dass koa Depp neikummt.“ Auf gut Deutsch: „Im Himmel gibt es keine Deppen.“ Ein Depp ist nach bayrischem Verständnis hier kein Mensch mit niedrigem IQ, sondern ein Querulant, ein Egoist, einer, der auf Kosten anderer lebt, der Unfrieden stiftet, der Freude hat andere zu ärgern, oder Schwierigkeiten zu machen, ein ganz boshafter und unangenehmer Zeitgenosse. Für Deppen in diesem Sinn ist im Himmel kein Platz. „A Paradies is imma daoan, wann anna aufpasst, dass koa Depp neikummt.“ Paradies also als deppenfreie Zone, als Ort für die Guten. Das passt vortrefflich zum heutigen Evangelium. Da hat auch einer aufgepasst, dass ins Paradies kein Depp hineinkommt. Der reiche Prasser steht vor der Tür. Es bleibt ihm nur noch die Unterwelt. Der arme Lazarus darf das Paradies betreten und ewige Freude genießen. Das scheint für uns klar. Doch zu Zeiten Jesu war das nicht unbedingt so. Die Juden meinten nämlich zur Zeit Jesu, dass jeder Mensch selber für sein Glück oder Unglück verantwortlich ist, und er das dann genauso mitnimmt in die Ewigkeit. Man meinte: Wer reich ist und Erfolg hat, der ist gut. Wer dagegen arm und gescheitert ist, der hat sich Unrecht getan. Man leitete davon sogar ab, dass man gar nicht unbedingt verpflichtet sei Notleidenden zu helfen. Sie haben es ja selber verschuldet und Gott hat sie bestraft. Die Zuhörer Jesus müssen also erschüttert gewesen sein, dass die Geschichte bei ihm ganz anders ausgeht, dass es bei Gott eine andere Rangordnung gibt. Und was kann das uns jetzt sagen? Drei Gedanken dazu.

 

Erstens: Verantwortungsvolles Leben und Wohlergehen hängen nicht unbedingt zusammen. Es kann so sein, muss aber nicht so sein. Auch, wenn man anständig lebt, kann man scheitern, krank werden und kann manches in Brüche gehen. und andererseits lässt Reichtum und Wohlergehen niemals Rückschlüsse zu auf ein tadelloses Leben. Für mich ist in diesem Zusammenhang interessant, wie der Mensch oft tickt. Solange es einem gut geht, kommt man eher wenig auf den Gedanken das irgendwie mit Gott in Verbindung zu bringen. Wenn es aber schlecht geht, dann ist Gott verantwortlich und dann kann man mit allem Religiösen und auch dem Kirchengehen aufgehen. Es hat ja doch nichts gebracht. Man hat es schon oft genug erlebt. Gerade im Schweren müssten man sagen: „Und jetzt erst recht.“

 

Zweitens: Wir sollen uns bewusst machen, dass auch jene, die wir gerne zu Sündern abstempeln, bei Gott Ansehen haben. Auch sie sind geliebte Kinder Gottes, vielleicht sogar noch viel mehr, wenn sie sich ihrer Bedürftigkeit vor Gott bewusst werden. Die Bedürftigkeit vor Gott ist auch ein wichtiges Thema, das viele Menschen, leider schon beiseitegeschoben haben. Der arme Lazarus in der Geschichte hat einen Namen: Lazarus das heißt Gotthilf, Gott möge helfen. Der Reiche bleibt namenlos. Der von Gott verachtete hat einen Namen. Wir sollten auch den Menschen einen Namen geben. KZ-Überlebende haben gesagt, dass es am Schlimmsten war keinen Namen mehr zu haben, sondern nur eine Nummer zu sein.

Drittens: Wir sollen uns hüten andere vorschnell zu verurteilen und sollen bereit sein in der Not zu helfen. Den dritten Gedanken brauche ich nicht mehr lange zu erklären, er ist selbstredend und es gibt unzählige Möglichkeiten ihn zu verwirklichen. Es liegt an uns.

 

Liebe Brüder und Schwestern!

„A Paradies is imma daoan, wann anna aufpasst, dass koa Depp neikummt.“ Der Brandner Kasper und der Boandlkramer helfen uns bestens das heutige Evangelium zu verstehen. Verantwortungsvolles Leben und Wohlergehen hängen nicht unbedingt zusammen. Wir sollen uns bewusst machen, dass auch jene, die wir gerne zu Sündern abstempeln, bei Gott Ansehen haben. Wir sollen uns hüten andere vorschnell zu verurteilen und sollen bereit sein in der Not zu helfen. „A Paradies is imma daoan, wann anna aufpasst, dass koa Depp neikummt.“ Schauen wir gut darauf, dass wir in diesem Sinn keine Deppen sind. Amen.

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