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Mo. 16.01.23

Die Freude, diesen Dom eine Zeitlang verantwortlich zu begleiten

Der neue Dombaumeister im Portrait
„Wir folgen dem Prinzip des Weiterschreibens der Geschichte des Linzer Mariendoms“ – der neue Dombaumeister Michael Hager sieht sich als einer, der den Dom eine Zeitlang begleiten und gestalten darf.

Ab Anfang Jänner ist der Architekt Michael Hager als siebenter Dombaumeister am Linzer Mariendom tätig. Er ist fasziniert von der außergewöhnlichen Substanz und Entwicklungsmöglichkeit des Gebäudes.

„Wir betreiben unseren Beruf nicht als Selbstverwirklichung, sondern wir haben Leidenschaften“. Michael Hager ist fasziniert: „Ein Dom ist nicht nur materiell ein Bauwerk, sondern immateriell auch sakraler und gemeindlicher Ort des Glaubens.“ Erstmals ist Hager, der mit seiner Frau ein eigenes Architekturbüro in Neuhofen/Krems betreibt, mit kirchlichen Bauten in der VOEST-Gemeinde in Kontakt gekommen. Dass er damals auch seinen Vorgänger als Dombaumeister kennengelernt hat, war ihm natürlich nicht bewusst. Wolfgang Schaffer ist für den angehenden Chef des größten Domes Österreichs ein wichtiger Wissensvermittler: „Er hat mir den Dom Stück für Stück nähergebracht und hat mir geholfen, ihn räumlich und inhaltlich zu verstehen.“

 

„Ein Gebäude lernt man als vielschichtigen Raum kennen.“

 

Der Linzer Dom ist als großer, rein neugotischer Raum ein Phänomen, wie es in Europa nur ein, zwei Mal gebaut worden ist. Hager: „Die Neugotik zeichnet sich durch absolute Wahrheit der Materialien aus“. Der Grundkanon aus Materialität, Licht und Proportionen wurde im Linzer Dom traditionell, aber mit ganz zeitgemäßen Bauweisen umgesetzt. Beispielsweise ist der Eisennietfachwerk-Dachstuhl ganz dem Trend zum damals neuen konstruktiven Stahlbau geschuldet. Am Linzer Dom war auch einer der ersten Kräne im Einsatz. Die Erfahrungen des amerikanischen Hochhausbaus wurden in Linz umgesetzt. Der Dom wurde als „Wegekirche“ angelegt und mit dem Umbau des Altarraumes zur „Versammlungskirche“ weiterentwickelt. Ein neues Willkommenszentrum auf der Domplatzseite wird auch einen neuen Eingang im Bereich der hinteren Seitenhalle mit sich bringen. „Man sollte eine Kirche wie den Dom von hinten betreten, um den sich öffnenden Raum in seinen Dimensionen zu erleben.“ Hagers liebster Platz im Dom ist allerdings im Chorumgang mit dem Blick Richtung Kirchenschiff und Rudigierorgel.

 

„Die baukulturelle Vermittlung interessiert mich“

 

Den Dom neu zu entdecken, neue Räume zu eröffnen, in Abstimmung mit der Dompfarre und dem Domkapitel auch zeitgemäße liturgische und religiöse Nutzungen zu entwickeln, sieht Hager als attraktive Herausforderung: „Mich interessieren die Räume dazwischen, bespielsweise Dachräume oder die Dachlandschaften.“ Die Zusammenarbeit mit anderen Kultureinrichtungen in der Stadt wie dem Ars Electronica Center oder den Lentos Kunstmuseum will er ausbauen. Besonders stolz ist Michael Hager auch auf die Linzer Dombauhütte. Er schätzt nicht nur das handwerkliche Knowhow des Teams von Gerhard Fraundorfer. Die Dombauhütten sind seit 2021 immaterielles Weltkulturerbe: „Wir sind eine von zwei in Österreich, europaweit gibt es nur 18.“ „Rein theoretisch“ tritt der 42jährige einen Halbtagsjob an. Man merkt aber, dass ihn die Aufgabe mehr als das beschäftigt und begeistert.

Erstellt von Christine Haiden | 16.01.2023 | Geschichten & Personen

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Telefon: 0732/946100
domcenter@dioezese-linz.at
https://www.mariendom.at

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Montag bis Samstag: 8.00 bis 19.00 Uhr 

Sonn- und Feiertage: 8.00 bis 19.15 Uhr 

 

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