"Wir brauchen Orte des Innehaltens"
Ab sofort treffen wir im Domcafé Persönlichkeiten aus Oberösterreich – bei einem guten Kaffee und einem persönlichen Gespräch über ihre Beziehung zum Mariendom. Den Anfang macht Landeshauptmann Thomas Stelzer.
Was fällt Ihnen ein, wenn Sie hier im Domcafé sitzen, den Mariendom direkt vor sich?
Der Dom ist für mich ein Ort der Ruhe und Kraft mitten in der Stadt – und er ist ein Wahrzeichen, das Oberösterreich prägt wie kaum ein anderes Bauwerk in diesem Land. Wenn ich hier bin, denke ich auch an ganz viele Gottesdienste und Feiern, die mir immer wieder zeigen, wie lebendig dieser Ort ist. Ich selbst war ja auch lange Zeit Sänger im Domchor, dadurch habe ich viele Gottesdienste miterleben dürfen.
Wie oft besuchen Sie den Mariendom und haben Sie hier einen Lieblingsplatz?
Ich bin regelmäßig hier – auch zu vielen offiziellen Anlässen. Sehr gern mag ich den Platz unter der Orgel, weil er einen wunderbaren Ausblick in den Raum bietet. Da kann man die einzigartige Atmosphäre dieses historischen Bauwerks ganz besonders intensiv erleben. Das ist immer wieder beeindruckend.
Welchen Wert haben Kulturdenkmäler wie der Dom in der Landeskultur?
Sie sind Teil unserer Identität, sie sind sichtbare Zeichen unserer Geschichte, unseres Glaubens und auch unseres Gemeinschaftsgefühls. Dazu sind sie unser Erbe und unsere Grundfeste. Das Land Oberösterreich unterstützt den Erhalt solcher Bauwerke deshalb auch mit großer Überzeugung – denn das ist eine Investition in Kultur, Geschichte und auch in die Zukunft unseres Landes.
Wie wichtig sind Kirchenräume in einer Stadt für die Bevölkerung?
Sie sind Orte der Begegnung, der Stille, des Innehaltens und der Orientierung – gerade in einer schnelllebigen, unsicheren Zeit ist das wichtiger denn je. Das gilt ganz besonders in den Städten. Ich empfehle unseren Gästen zudem sehr gern die Domführungen – denn sie vermitteln nicht nur die beeindruckende Architektur, sondern erzählen auch viel über die Seele unseres Landes.
Sind Sie ein spiritueller Mensch? Wie leben Sie Ihre Spiritualität, an welchen Orten kommen Sie zur Ruhe?
Ich schöpfe Kraft aus Stille, Musik, Gottesdiensten und auch aus den Begegnungen mit den Oberösterreicherinnen und Oberösterreichern. Zur Ruhe komme ich am besten in der freien Natur, beim Laufen und Wandern – dabei finde ich Abstand und Klarheit.
Gespräch: Claudia Riedler-Bittermann