Thursday 9. July 2020

Eskalationsgefahr in fragilen Staaten - Friedensarbeit muss weitergehen

Das Konsortium Ziviler Friedensdienst warnt in der Corona-Pandemie vor neuen Konfliktherden und Gewaltausbrüchen. Besonders in Krisen- und Konfliktregionen besteht die Gefahr, dass sich Konflikte verschärfen und Gewalt ausbricht. Fragile Gesellschaften brauchen jetzt internationale Unterstützung und menschliche Solidarität, um den Frieden zu wahren. Der ZFD und seine Partner setzen ihre Arbeit daher fort und reagieren auf die neuen Herausforderungen.
 

 

Die Corona-Pandemie trifft die Gesellschaften fragiler Staaten besonders hart. Die oft prekäre Gesundheitsversorgung steht vor dem Kollaps. Schwierige Lebensbedingungen und Armut begünstigen die Ausbreitung des Corona-Virus und führen zu einer drastischen Zunahme sozialer Spannungen und häuslicher Gewalt. Konflikte werden durch knapper werdende Ressourcen, Unsicherheit und Ängste verschärft. Es gibt Hinweise, dass autoritäre Regierungen die präventiven Maßnahmen gegen das Virus nutzen, um die Spielräume der Zivilgesellschaft weiter einzuschränken. „Wir befürchten, dass Konflikte in Krisen- und Konfliktregionen durch die Folgen der Corona-Pandemie zunehmen und schneller eskalieren“, sagt Alexander Mauz, Sprecher des Konsortiums Ziviler Friedensdienst. „Wir müssen weitermachen so gut es geht. Fragile Gesellschaften brauchen jetzt dringend unsere Unterstützung bei Gewaltprävention und Friedensförderung.“ 
 
Die Friedensarbeit des ZFD wird daher fortgesetzt, meist im Home-Office und mit virtuellen Kommunikationstools. Gesundheit hat oberste Priorität. In Kenia unterstützen ZFD-Fachkräfte das Netzwerk UMOJA-Radio for peace, das die Bevölkerung mit täglichen Faktenchecks vor Falschnachrichten schützt, die Unruhen auslösen könnten. UMOJA produziert auch eigenes Material für 42-Radiostationen des Netzwerks und weitere Sender. In Ruanda setzt ZFD-Partner Never Again Rwanda (NAR) auf die Jugend: „Wir verwenden Bildmaterial und Videoclips, um die junge Bevölkerung in sozialen Netzwerken für ihre Rolle im Kampf gegen das Virus zu sensibilisieren“, sagt Direktor Dr. Nkurunziza.
 
Die schwerwiegenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Folgen der Pandemie gefährden den Frieden in vielen Ländern langfristig. „Der Zivile Friedensdienst steht jetzt und in Zukunft fest an der Seite seiner Partner“, bekräftigt Mauz. „Aktuell brauchen wir bestmögliche Flexibilität im ZFD-Programm, um akute Bedarfe zu decken und vertrauensbildende Maßnahmen der Partner zu unterstützen. Gemeinsam werden wir dann auch Antworten auf die langfristigen Herausforderungen der Friedensarbeit finden.“
 
Mehr über die Friedensarbeit in Zeiten von Corona: www.ziviler-friedensdienst.org
 
Über den ZFD: Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen. Er setzt sich für eine Welt ein, in der Konflikte ohne Gewalt geregelt werden. Neun deutsche Friedens-und Entwicklungsorganisationen führen den ZFD gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen durch. Der ZFD wird von der Bundesregierung gefördert. Fachkräfte des ZFD unterstützen Menschen vor Ort langfristig in ihrem Engagement für Dialog, Menschenrechte und Frieden. Aktuell arbeiten 350 internationale ZFDFachkräfte in 45 Ländern.

 

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