Sorgt euch um das Wohl der Stadt
Seit der Pfarrgründung von Urfahr St. Junia 2023 lädt die Pfarrleitung jährlich zu einem Tag für alle Pfarrgemeinderäte und Mitglieder der Seelsorgeteams, diesmal verkürzt auf einen halben Tag aufgrund der Verschiebung bedingt durch das Requiem für Bischof Aichern.
Pastoralvorstand Mag. Matthias List hat diesen Vormittag in St. Josef (ehemals Stadtpfarre Urfahr) in bewährter Weise mit aktivierenden Methoden moderiert. Diesmal gab es eine eigene Einladung für einen Tisch junger Erwachsener, welcher auch gut gefüllt war. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren gab es beschwingte Live-Musik performt von Didi Stimmeder und diesmal Florian Gillesberger.
Verkündigung in spannenden Zeiten, so das Thema. Verkündigung und christliches Leben in Zeiten steten schmerzlichen Schwundes an Gottesdienstbesuchern und kirchlichem Einfluss in der Gesellschaft. Solche Umbrüche und scheinbare Abbrüche gab es immer wieder in der Geschichte, erinnerte uns Matthias List, auch in unserer christlichen Heimat.
Im Ersten Testament der Bibel war vor allem der Umbruch der Eroberung Jerusalems und die Verschleppung der Elite nach Babylon prägend für die Spiritualität des Glaubens.
Der Profet Jeremia rät dennoch: Baut euch Häuser im fremden Land, pflanzt Gärten an und gründet Familien, integriert euch! Und wörtlich auch: "Sorgt euch um das Wohl der Stadt und betet für sie, denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl!"
Dies sind zentrale Sätze, die auch im Pastoralkonzept unserer neuen Pfarre St. Junia aufgenommen wurden.
Methodisch wurden die Teilnehmer*innen des Tages eingeladen, sich im Raum zwischen den Polen Jerusalem und Babel aufzustellen und argumentativ und situativ einzufühlen in den gewählten geistigen Platz. Fast alle Teilnehmer*innen stellten sich dann auch in die Hälfte von Babylon, allerdings verteilt von der Mitte bis 100% Babel.
Wo leben wir heute und in welchen Raum verkünden wir heute?
Eingerahmt wurde der Tag durch ein Lied von Kathi Stimmer-Salzeder: "ZusammenWachsen" in doppeltem Wortsinn. So konnten wohl auch alle, die an diesem Tag teilgenommen haben, ein Stück mehr zusammen wachsen und gleichzeitig zusammenwachsen.