Alles immer gleich?
Als Pfarrgemeinde St. Michael sind wir nun eingebunden in eine Gemeinschaft mit 15 anderen Pfarrgemeinden in der neuen Pfarre TraunerLand. Das bedeutet für uns, dass wir über den Tellerrand unserer bisherigen Vorgänge und Arbeitsweisen hinaus denken und neue Wege finden müssen.
Manche mögen einwenden, dass das wohl nicht viel mit dem Bild der Kirche als Hüterin und Bewahrerin von ewigen Wahrheiten und Traditionen zusammenpasst. Das ist richtig, aber meines Erachtens kein Problem. Denn erstens hat schon das Zweite Vatikanische Konzil dieses Bild durch jenes der Kirche als pilgerndes Volk in der Welt abgelöst. Und zweitens gibt es ein sehr gutes Vorbild, wenn es darum geht, über den Tellerrand hinaus zu schauen und „out of the box“ zu denken. Gott selbst. Was ich damit meine? Hier nur ein paar Beispiele:
- Gott selbst ist es, der nicht in den Zeichen der Kraft und Gewalt kommt, wie es sich für Mächtige gehört, sondern in der Zartheit (1 Kön 19,11-12).
- Gott lässt sich voll auf diese Welt ein. Er verlässt seine Komfortzone und wird in endlicher, verletzlicher Gestalt in Jesus selbst Menschen.
- Gottes Größe zeigt sich nicht darin, dass er seiner Macht bombastisch Ausdruck verleiht, sondern indem er sich selbst im Osterereignis Hingibt.
Gott selbst ist es, der uns dazu einlädt, immer wieder neue Wege zu gehen, immer wieder Bekanntes zu überdenken um seine Botschaft den Herausforderungen des Hier und Heute entsprechend in die Welt tragen zu können. Das ist der Grund, weshalb es diese Pfarrreform gibt. Keine Frage: Das fordert heraus, das verunsichert, das irritiert ein Stück weit. Das ist verständlich. Es wird daher wichtig sein, auf die verschiedenen Geschwindigkeiten zu achten. Doch den Weg selbst dürfen wir mutig gehen. Denn wir dürfen darauf vertrauen, dass es nicht nur die alten, sondern auch die neuen Wege sind, auf denen wir uns begleitet wissen können.
Georg Winkler
