Die Vielfalt der Kirche ist ein Schatz
Wir merkten sehr schnell, dass wir sehr unterschiedlich denken und, dass unsere Kirchen vor Ort auch unterschiedlich agieren. Das Familienbild, der Zugang zur digitalen Welt, die moralischen Vorstellungen, die Ansichten über Gleichberechtigung von Frauen und Männern waren nicht einheitlich.
Doch auf der anderen Seite stellten wir alle fest: Menschen leben in und mit der digitalen Welt in allen Ländern Europas – ja in der Welt. Dies prägt alle. Niemand kann so tun, als gäbe es das nicht. Und so stellte der orthodoxe Vertreter während der Tagung fest: „Alle diese Themen beschäftigen auch uns. Vielleicht noch nicht so intensiv, aber es sind auch unsere Themen der Zukunft.“
Die Diskussionen waren vor allem in den Pausen oder bei den gemeinsamen Mahlzeiten durchaus kontrovers und manchmal musste ich auch einmal kräftig Durchatmen, bevor ich wieder mitdiskutierte. Dies betraf zum Beispiel das Thema der Gleichberechtigung von Frauen und Männern innerhalb unserer Kirchen.
Allerdings redeten wir miteinander, schauten uns in die Augen und lächelten uns an. Die Vielfalt ist ein Schatz, der durchaus gepflegt werden muss. Ich habe einmal gehört, dass es zwischen Schwarz und Weiß tausende Farben gibt.
In der Gesellschaft genauso, wie in der Kirche bedeutet es, dass wir demokratische Strukturen, Wertschätzung, Partizipation und Mitverantwortung stärken.
Die Weltsynode versucht das derzeit, innerhalb unserer katholischen Kirche zu leben. Weltweit begegnen sich Gläubige, hören zu, reden miteinander und ringen um eine Kirche in der Zukunft. Ich habe kaum noch so ein großes, weltweites, beherztes Engagement in unserer Kirche, wie in den letzten Monaten erlebt. Ich hoffe auf Entscheidungen im Oktober und im kommenden Jahr, die die Vielfalt in unserer Kirche schätzen und leben lassen und die die Augen weit in die gegenwärtige Gesellschaft öffnen. Der Boden dazu ist bereitet!
Mag.a Gabriele Eder-Cakl
Direktorin Österreichisches
Pastoralinstitut
