Veränderungen sind Teil der Geschichte
Aus der jüngeren Geschichte ist vor allem das 2. Vatikanische Konzil als einschneidendes Ereignis zu erwähnen, infolge dessen sich die Priester von der Kanzel herab bewegten und sich während der Messen den Gläubigen zuwandten. Latein als Gottesdienst-Sprache wich den jeweiligen Landessprachen. Leonding soll eine der ersten Pfarren gewesen sein, in der es Frauen erlaubt wurde, Lesungen zu lesen.
Tendenzen zur Öffnung
Für die Pfarre Leonding waren die 60er und 70er Jahre geprägt von vielen Veränderungen. Nach dem Neubau von Kindergarten und Pfarrheim und der Anstellung einer ersten Kanzleikraft (das alles passierte schon in den 1950er Jahren), kam 1963 mit Pfarrer Josef Holzmann frischer Wind in die Pfarre. Seinen Bemühungen, die Seelsorge „nach draussen“ zu bringen, mündeten schließlich im Umbau des ehemaligen Kuhstalles des Joklik-Hofs in die Ruflinger Kapelle. Die bauliche Adaptierung des Heustadls erfolgte Ende der 1980er Jahre. In Holzmanns 34 Jahre dauernde Amtszeit fällt auch der Umbau des Pfarrheimes, eine Renovierung der alten Kirche, der Bau der Aufbahrungshalle und der Bau der neuen Pfarrkirche.
Es war aber auch die Zeit, in der das kirchliche Leben von immer mehr Schultern getragen wurde. Nach der Katholischen Frauenbewegung wurden auch die Männer, die Witwen, die Jugend, die Pfarrcaritas und viele andere in der Pfarre aktiv – und sind es bis heute.
Auch Pfarrer Kurt Pittertschatscher prägte in den 18 Jahren seiner Amtszeit die Pfarre. Seit das Michaelszentrum 2002 seine Pforten öffnete ist es mehr und mehr Symbol für eine offene Pfarre. Denn hier treffen sich nicht nur pfarrliche Gruppierungen oder der Pfarrgemeinderat – die Räumlichkeiten können auch für Yoga-Gruppen oder Hochzeits- und Geburtstagsfeiern gemietet werden. Schließlich darf in dieser Historie eines der Herzensprojekte von Pfarrer Kurt, die Glockenweihe der Josefs- und der Marienglocke nicht fehlen.
Die Pfarre wird weiblich
2019 übernahm Pfarrassistentin Maria Fischer gemeinsam mit Pfarrmoderator Alois Balint als erste Frau die Leitung der Pfarre. Und obwohl schon davor einige Pastoralassistentinnen hier erfolgreich tätig waren, war dies für einige Leondinger:innen doch gewöhnungsbedürftig. Mehr Frauen und mehr Laien in kirchlichen Leitungspositionen – an dieser Entwicklung führt kein Weg vorbei. Der gesellschaftlichen Realität wird damit Rechnung getragen.
Zukunftsweg
Mit dem Zukunftsweg der Diözese Linz geht es nun einen Schritt weiter: aus dem Dekanat wird eine Pfarre, aus den Pfarren werden Pfarrgemeinden. Ein gemeinsames pastorales Konzept gibt den Weg vor.