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Sa. 29.08.26

E-Bike-Gedenkfahrt zum Bauernkrieg 1626

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  • communale oö: Weibern ist Mut-Gemeinde

Das Katholische und das Evangelische Bildungswerk begaben sich auf historische Spurensuche im Hausruckviertel – anlässlich des Gedenkjahres „400 Jahre Bauernkrieg in OÖ“ der communale oö 2026.

 

WEIBERN / HAUSRUCKVIERTEL. Anlässlich des 400-Jahr-Gedenkens an den Oberösterreichischen Bauernkrieg von 1626 luden das Katholische Bildungswerk Weibern und das Evangelische Bildungswerk Oberösterreich zu einer gemeinsamen ökumenischen E-Bike-Spurensuche ein. Die Radtour verband bewegende Geschichte, lebendiges Gedenken und ein starkes Zeichen für das heutige Miteinander.

 

Geschichte erfahren – Auf den Spuren des Bauernkriegs in der Region

 

Ausgangs- und Zielpunkt der Tour war Weibern, das im Rahmen der communale oö 2026 als „MUT zum Miteinander-Ort“ eine besondere Bedeutung einnimmt. Zum Auftakt umrundete die Gruppe mit den E-Bikes die Weiberau, um die Ausmaße des einstigen Lagers der aufständischen Bauern zu er-„fahren“.

 

In der Kirche zu Aistersheim erfuhren die Teilnehmenden Details über die historische Bedeutung des dortigen Schlosses sowie die Rolle der Adelsfamilie Hohenfeld während der Unruhen. Ein besonders symbolträchtiger Halt erfolgte am Evangelistenkreuz an der Kreuzung zu Haidenheim: Das Denkmal soll alle Christinnen und Christen ermutigen, sich in Gegenwart und Zukunft gegenseitig zu unterstützen und Lasten gemeinsam zu tragen.

Reformatoren, Schlossherren und das Ringen um den Glauben

 

Weiter führte die Route zur Kirche in St. Georgen bei Grieskirchen. Dort stand das Wirken von Wolfgang und Dorothea Jörger im Mittelpunkt. Die Familie Jörger spielte eine Schlüsselrolle in der oberösterreichischen Reformationsgeschichte: Christoph II., ein Sohn der Familie, studierte bei Martin Luther in Wittenberg und holte die ersten evangelischen Prediger ins Land ob der Enns.

 

Auf Schloss Parz erhielten die Teilnehmenden im Rahmen einer fachkundigen Führung durch Frau Romankiewicz interessante Einblicke in die bedeutendsten Außenfresken nördlich der Alpen sowie die Bedeutung des Geschlechts der Polheimer für die Verbreitung des Protestantismus in Österreich.

 

Erinnerung an das tragische Ende des Aufstands

 

Vorbeiradelnd am Bauernkriegsdenkmal am Parzer Höhenweg erreichte die Gruppe das Schloss Tollet – das damalige Hauptschloss der Jörger. Infolge der Ereignisse von 1626 wurden die Jörger enteignet und ihr Besitz an den bayerischen Statthalter Graf Herberstorff übertragen.

 

Im Gemeindegebiet von Hofkirchen an der Trattnach erinnerte der Stopp beim Ecklehengut an den Greimbl-Aufstand von 1632, den letzten ausschließlich im Hausruckviertel ausgetragenen Bauernaufstand in Oberösterreich. Bei der Kapelle am Renhartsberg hielten die Radfahrenden inne, um der unzähligen Toten der Schlacht am Schulterzucker zu gedenken.

 

Dieser verlustreiche Kampf war einer der letzten Siege der Bauern gegen das bayerische Besatzungsheer, bevor im Herbst 1626 nach blutigen Niederlagen das tragische Ende des Bauernkrieges besiegelt wurde.

 

Kultureller und würdiger Abschluss in Haag am Hausruck

 

Zum Ausklang empfing ein Musiker-Duo aus Scharten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit historischen Instrumenten und Liedern aus der Zeit vor 400 Jahren im Haager Schloss. Die informative Führung mit der Historikerin Irene Keller durch die Sonderschau „Rebellen! Die schwarzen Bauern der Weiberau – Ihre Beweggründe und Schicksale im Oberösterreichischen Bauernkrieg“ bildete den Abschluss der Gedenkfahrt.

 

Die Stationen der ökumenischen E-Bike-Tour im Überblick:

 

  • Weibern: Start/Ziel & Umrundung des Weiberauer Lagers (communale oö)
  • Aistersheim: Kirche & Schloss (Rolle der Hohenfelder)
  • Haidenheim: Evangelistenkreuz (Zeichen ökumenischer Verbundenheit)
  • St. Georgen b. Grieskirchen: Kirche (Geschichte der Reformatorenfamilie Jörger)
  • Schloss Parz: Führung zu den evangelischen Außenfresken (Bedeutung der Polheimer)
  • Grieskirchen: Bauernkriegsdenkmal von 1976 am Parzer Höhenweg
  • Schloss Tollet: Hauptschloss der Jörger & Enteignung zugunsten Herberstorff
  • Hofkirchen a. d. Trattnach: Ecklehengut (Bedeutung im Greimblaufstand 1632)
  • Renhartsberg: Kapelle (Gedenken an die Schlacht am Schulterzucker)
  • Haag am Hausruck: Historisches Konzert & Ausstellungsführung mit Irene Kelle

Rückfragen & Kontakt:

Katholisches Bildungswerk Weibern

Ansprechpartner: Andreas Stahrl E-Mail: andreasstahrl7@gmail.com;

Tel.: 0680 / 310 7079

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