SALZBURG, 8. Oktober 2026. Wie kann die Katholische Kirche den Herausforderungen digitaler Kommunikation begegnen und Menschen vor Gewalt, Manipulation und Desinformation schützen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die kirchliche Fachtagung „Gewaltschutz im digitalen Raum. Verantwortung der Katholischen Kirche“ im Salzburger Kolpinghaus. Veranstaltet wurde sie von den diözesanen Stabsstellen für Prävention von Missbrauch und Gewalt im Auftrag der Generalvikare Österreichs.
Dagmar Hörmandinger-Chusin und ihre Kollegin Sabine Ruppert, Leiter der Stabsstelle für Prävention von Missbrauch und Gewalt der Erzdiözese Wien sprechen über spirituelle Gewalt und ihre unterschiedlichen Formen. Was genau versteht man unter spiritueller Gewalt, wie kann man sie erkennen und vor allem: Was können wir selbst tun, wenn wir Betroffene oder Zeug*innen spiritueller Gewalt sind?
Das Ziel jedes Schutzkonzeptes ist die Entwicklung und Stärkung einer Kultur der Achtsamkeit.
Diese basiert auf einer Grundhaltung von Wertschätzung, Respekt und Verantwortung. Eine Kultur der Achtsamkeit bedeutet, bewusst und reflektiert mit sich selbst, miteinander sowie mit Kindern, Jugendlichen und schutz- oder hilfebedürftigen Menschen umzugehen.
Achtsamkeit wird in Pfarren und kirchlichen Gemeinschaften dort erfahrbar, wo es klare Regeln zum Schutz vor Grenzverletzungen gibt, die allen bekannt sind und von allen gelebt werden.
Dabei braucht es Sensibilität und Feinfühligkeit: Jeder Mensch hat persönliche Grenzen, Bedürfnisse und Wahrnehmungen, die geachtet werden müssen.
Kirche soll ein sicherer Ort sein – ein Ort des Vertrauens, des Respekts und der Sicherheit. Daran können wir alle gemeinsam mitwirken.
Von Herbst 2020 bis Juni 2021 absolvierten 700 MitarbeiterInnen der Diözese einen Online-Kurs zur Gewaltprävention. Der von der Stabsstelle für Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz erarbeitete Kurs wird auf alle Abteilungen der Diözese ausgerollt.
Im Auftrag von Generalvikar Univ.-Prof. DDr. Severin Lederhilger hat die Stabsstelle für Gewaltprävention, Kinder- und Jugendschutz unter der Leitung von Mag.a Dagmar Hörmandinger-Chusin mit ihrer Arbeitsgruppe einen Online-Kurs in vier Einheiten erarbeitet.
Am 27. Mai 2019 schlossen 13 AbsolventInnen den einjährigen diözesanen „Lehrgang Gewaltprävention“ mit einer Feier im Bischofshof ab. Sie verstärken nun das bestehende FachreferentInnen-Team.