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Die Pfarrkirche mit dem "wundertätigen" Donaukreuz und dem Kripperlboot |
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Schon
777 wird der Name des Ortes Aschach im Stiftsbrief von Kremsmünster
erwähnt. Die Geschichte der Pfarrkirche von Aschach lässt
sich bis ins 14.Jahrhundert zurückverfolgen. Es gab schon vor der
Pfarrverfassung im 11. Jahrhundert Gotteshäuser in Aschach. Im Schaunberger
Urbar werden 1371 zwei Kirchen erwähnt: die "chirchen",
das ist unsere Pfarrkirche und "sand Larentzen", das ist die
Spitals- bzw. Friedhofskirche. |
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| Graf
Siegmund Schaunberger ließ 1490 einen spätgotischen Bau
errichten. Das aufgehende Mauerwerk macht den großten Teil der Bausubstanz der heutigen Pfarrkirche aus. |
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| Eine in Stein gemeißelte Weiheinschrift aus dem Jahr 1490 ist oberhalb der Sakristeitüre eingemauert. Sie besagt, dass diese Kapelle 1490, am Dienstag vor dem Pankratiustag, geweiht wurde und ab Donnerstag vor dem St. Urbanstag regelmäßig Gottesdienste gefeiert wurden. Bemerkenswert ist, dass dies eine der ersten Kircheninschriften in deutscher Sprache und gotischer Schrift ist. | ||||||
Das
Gotteshaus wurde Johannes dem Täufer und Bischof Nikolaus geweiht. Lange Zeit war es Filialkirche der Pfarre Hartkirchen. Erst 1784 wurde durch eine Regierungsverordnung Kaiser Josef II. Aschach von der Mutterkirche abgetrennt und zur selbständigen Pfarre erhoben. Schon vorher begann die Barockisierung der spätgotischen Kirche. Der barocke Kuppelhelm wurde bereits 1750 aufgesetzt. |
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Durch
die Nähe zur Donau wurde der Bau immer wieder von Hochwasser und
Eisstößen in Mitleidenschaft gezogen. Es geschah öfters,
dass die Wassermassen in die Kirche eindrangen. Teilweise reichte das
Wasser bis 1 Meter über die Kirchenbänke. Diese Katastrophen
fügten dem Mauerwerk und dem Holz große Schäden zu, und
daher waren immer wieder Reparaturen erforderlich. |
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Allerdings
gab es 1693 ein Ereignis, das dem Gotteshaus ein schönes zusätzliches
Inventar bescherte. In diesem Jahr kam es wieder einmal zu einer Über-schwemmung.
Zwei Schiffsleute entdeckten ein schweres Holzkreuz mit dem aufgemalten
Gekreuzigten und brachten es an Land. Der kränkliche Stefan Mitterbauer
nahm sich des Kunstwerkes an und ließ es renovieren. Während
dieser Arbeit wurde er völlig gesund. Er brachte seine Heilung mit
dem Kreuz in Verbindung. Daraufhin erhielt es den Namen "Donaukreuz"
oder "wundertätiges Kreuz". Als es 1701 fertig restauriert war und barocke Verzierungen erhalten hatte, erhielt es seinen Platz oberhalb des Hochaltares. |
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1789
verursachte ein Eisstoß abermals großen Schaden an der Pfarrkirche. Die Bewohner von Aschach ersuchten das Kreisamt um finanzielle Unterstützung, die jedoch abgelehnt wurde. Es kam der Vorschlag, das desolate alte Gotteshaus abzureißen, und die Laurentiuskapelle zur Pfarrkirche zu erheben. Doch dieses Ansinnen lehnte die Bevölkerung von Aschach entschieden ab. Mit viel Kraft und großem Einsatz wurde die neue Sakristei angebaut, die zweite Empore für die Orgel und die Sänger eingezogen und das Kirchenschiff umgebaut. |
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| Zum
Schutz vor möglichen Eisstößen ließ der Pfarrer 1844
an der Nordseite der Kirche das sogenannte "Zugebäude"
errichten. In dem dazugewonnen Raum wurde ein Altar und das Heilige Grab
aufgestellt. Damit war aus einem schmalen gotischen Kirchenschiff ein barockes geworden. |
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Im
Inneren fällt der Blick zuerst auf den Hochaltar. Das von einem unbekannten
spanischen Meister stammende Gemälde zeigt die thronende Gottesmutter
mit den beiden Kirchenpatronen, Johannes dem Täufer und Bischof Nikolaus,
umgeben von drei Engeln. Das Bild wurde vom Patronatsherrn, dem österreichischen
Botschafter in Madrid, Ferdinand Bonaventura Graf Harrach gestiftet. |
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| Ein Kunstwerk aus dem 15. Jahrhundert ist im Altarraum zu sehen. Es ist ein Marmorrelief, das Jesus am Ölberg darstellt. Wie es zur damaligen Zeit üblich war, sind darauf Wappen von wichtigen Familien angebracht. | ||||||
Die
Zeit hat ihre Spuren auch an dieser Kirche hinterlassen. Daher wurde in
diesem Jahrhundert eine Renovierung bzw. Erweiterung des Gotteshauses
erforderlich. Dafür konnte 1973 Prof. Dr. Clemens Holzmeister
gewonnen werden. Es gelang ihm, den denkmalpflegerischen, ortsbildschonenden
und liturgischen Anforderungen vorzüglich gerecht zu werden. |
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Um
noch mehr Menschen Platz bieten zu können, wurde ein Durchbruch mit
Erweiterung an der Südseite vorgenommen. Weiters wurde der Dachstuhl
ausgebessert und das Dach erneuert, die Außenfassaden und der Turm
neu verputzt. An der Außenseite zur Donau erinnern zwei Freskengemälde
an die beiden Kirchenpatrone: Johannes der Täufer und Bischof Nikolaus.
Die neuen Fenster wurden mit Antikverglasung gestaltet. Der Hochaltar
musste neu gefasst und vergoldet werden. Seitenaltäre und Orgel bedurften
einer Restaurierung. Prof. Dr. Holzmeister entwarf den Luster, der heute
den Kirchenraum ziert. Diese und noch weitere Erneuerungen lassen die
Kirche in ihrem heutigen Glanz erstrahlen. Am 11 . Dezember 1977 konnte
Weihbischof A. Wagner die feierliche Wiedereröffnung und Weihe durchführen. |
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1984
gestaltete der Bildhauer Ägydius Gamsjäger das "Kripperlboot".
Dieses handgeschnitzte Relief hat das Weihnachtsgeschehen auf die Donau
verlegt. Es ist das ganze Jahr über in der Kirche zu sehen.
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Die
bereits erwähnte Laurentiuskapelle liegt inmitten des Friedhofs
und wurde 1987 zur Aufbahrungshalle umgebaut. Baukörper und das gesamte
aufgehende Mauerwerk gehören der romanischen Epoche an. Schon lange
wurde vermutet, dass die Kirche tatsächlich auf römische Wurzeln
zurückgeht, worauf auch das Laurentiuspatrozinium hinweisen könnte.
Bei Ausgrabungen des Bundesdenkmalamtes wurden mächtige, 2
Meter tiefe Fundamente aus behauenen Ouadern festgestellt, die mit Kalkmörtelspuren
behaftet waren. In der aus rötlichen Granitquadern bestehenden Westwand
befindet sich ein sehenswertes gotisches Spitzbogenportal. Der Hochaltar
zeigt ein Altarbild des heiligen Laurentius. |
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| Dieser Text und die Bilder sind entnommen dem Buch "Kirchen, Klöster, Pilgerwege und Österreich - Sakrales Kulturgut in Oberösterreich" von Franz R. Vorderwinkler. Das Buch ist zum Preis von 250.- ÖS bei der Pfarre Aschach zu erhalten. | ||||||
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Aktuelles
aus der Pfarre Aschach erfahren Sie auf der
Webseite der Pfarrgemeinde Aschach |
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