Saturday 4. July 2020

Die Mutter kommt nicht wieder!

Depressive Gefühle, loslassen und Tod der Mutter

Die Geborgenheit der Muttererfahrung braucht jeder Mensch. Diese Nähe, solches Verstehen kehrt aber im Leben nicht wieder! Harmonie um jeden Preis?

15. Video: Die Mutter kommt nicht wieder

 

Depressive Gefühle - Loslassen - Tod der Mutter

(Gesamtvideo Nr.47)

 

Zum Muttertagsgottesdienst in der Pfarrkirche Traunkirchen am Muttertag, 10.Mai 2020

 

Wir Menschen haben als innere Erfahrung durch die Mütter ein Gefühl, dass jemand für einem da sein kann, einem verstehen und versorgen kann. Ja, für Mütter ist ihr Kind das „Ein und Alles“. Aber schon bei der Geburt eines Geschwisterkindes, muss diese Erfahrung geteilt werden. Die Mutter in dieser Alleinfürsorge kehrt nicht wieder. Dies kann oft das ganze Leben in einer Neigung zu Rivalitätskonflikten führen. In der Schule muss sich ein Kind die Aufmerksamkeit dann noch mehr teilen. Es beginnt also schon sehr früh eine Wegbewegung von dieser anfänglichen Urerfahrung. Und sogar zuletzt, auch wenn die Mutter sehr alt stirbt, stirbt mit ihr ein Teil von sich selbst. Dies gilt natürlich auch für Väter. Es stellt eine der großen Reifungsansprüche an den Menschen dar, auf eine gewisse Form von Harmonie, Nähe und Wohlfühlen verzichten zu müssen. Es fällt nicht total aus, aber es kann nur geschenkt werden. Oft entwickeln Menschen eine große Bereitschaft, auf eigene Wünsche und Bedürfnisse zu verzichten, im kirchlichen Umfeld eine große Opferbereitschaft. Dahinter hegen sie aber den geheimen Wunsch, dann eines Tages die ersehnte Nähe und Harmonie zu finden. Dies ist aber meistens ein Trugschluss. Umgelegt auf das Engagement im Beruf führt diese Einstellung oft ins Burnout. In einer mütterlichen Haltung nehmen Mitarbeitende alle Erfordernisse der Firma, die Einstellungen der Mitarbeitenden wahr. Sie sind zunächst sehr erfolgreich und leistungsstark. Es überfordert aber auf Dauer. Irgendwann kann diese „mütterliche Überfürsorge“ umkippen in die Haltung der Ansprüche des „versorgungsbedürftigen Kindes“. Dieses Kippen erleben wir oft auch bei Müttern im Alter. Sie wünschen sich heimlich, dass so wie sie damals alle Bedürfnisse zurückgestellt hatten, als das Kind Klein war, jetzt auch der erwachsene Sohn, die erwachsene Tochter auf so manches verzichtet. Auch die erwachsenen Mütter haben oft noch diese Haltung, dass die „Mutter wiederkehren möge“. Die Mutterthemen laden uns zum lebenslangen Reifen ein.

 

 

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