Mit der Antwort auf die Frage, wie es uns geht oder wie wir uns fühlen, tun wir Männer uns bisweilen recht schwer. Oftmals kommt uns im Zuge unseres Mannwerdens schon in der Kindheit und Jugend der Zugang zu unseren Gefühlen abhanden, weil es in einem traditionellen Männerbild als „unmännlich“ gilt, Gefühle zu zeigen.
Ein besonderes Augenmerk liegt dieses Mal auf dem Thema unserer psychischen Gesundheit. Gesund sein bedeutet ja nicht nur, dass einem nichts weh tut, sondern dass man sich auch wohlfühlt.
Seelische oder psychische Gesundheit äußert sich also auch als positives Gefühl, als Wohlbefinden. Außerdem ist sie ein Prozess, der von individuellen Faktoren und von unserer Umwelt abhängt. Ein psychisch gesunder Mensch kann seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und ist im Stande etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen (laut Definition der WHO).
Menschen, die in einem persönlichen Gespräch wirklich gut zuhören können, trifft man eher selten. Wenn aber doch, fühlt man sich nach einem solchen Gespräch wie verwandelt. Eine solche Situation beeindruckt und bleibt in Erinnerung. Die Wirkung, die vom guten Zuhören ausgeht, ist tiefreichend. Es ist eine Wohltat für die Seele. Freilich muss es - wie jede andere Kunst auch - geübt werden.
Unsere tiefsten Lebenswunden sind fast immer Beziehungswunden. Diese entstanden in Situationen, in denen wir uns sehr gekränkt fühlten oder sehr enttäuscht wurden. Kränkungen können krank machen, die Lebensfreude trüben und die Lebenskraft schwächen. Wir verlieren unsere innere Leichtigkeit und Liebesfähigkeit. Verbitterung kann uns lähmen und blockieren. Es ist oft ein längerer und mühsamer innerer Prozess, Kränkungen zu überwinden.
In all unseren Lebenssituationen nehmen wir eine bestimmte Haltung ein. Welche Haltung wir einnehmen – äußerlich und innerlich –, bestimmt wesentlich unsere Kommunikation. Äußere und innere Haltung sind sehr häufig ganz eng miteinander verbunden und machen einen wesentlichen Teil unserer Persönlichkeit aus.
Freude ist ganzheitlich. Sie wirkt und wird spürbar in Körper, Geist und Seele. Sie zeigt sich in einem hellen und freundlichen Gesicht und in glänzenden Augen. Freude stellt sich ein in lebendigen und beglückenden Beziehungen, sie entspringt aus der positiven Zuwendung zu den Mitmenschen. Ebenso stellt sich Freude ein, wenn man etwas gerne tut und aus der eigenen Tätigkeit oder Arbeit die Erfahrung von Sinn und Erfüllung erwächst.
Als Menschen sind wir wesentlich auf unsere sozialen Beziehungen angewiesen. Verbundenheit ist eines der ganz großen menschlichen Grundbedürfnisse. Daher stellen unsere Beziehungen eine tragende Säule unseres Lebens dar.