Benediktinische Bildung verbindet die Welt
„Learning to live! (RB Prol. 20) Stability and Hospitality – an invitation“
Beim 10. internationalen BENet-Lehrertreffen im Stift Melk vom 6. bis zum 10. Oktober 2026 trafen sich Pädagoginnen und Pädagogen sowie Ordensleute aus der ganzen Welt, um über benediktinische Lern- und Lebensweisen in ihren Schulen zu reflektieren und voneinander zu lernen. An die 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 5 Kontinenten und 24 verschiedenen Ländern, u.a. Südkorea, Australien, Brasilien und Tansania, nahmen an diesem Treffen teil. Oberösterreich war mit insgesamt acht Teilnehmenden aus drei Schulen – HAK Lambach, Stiftsgymnasium Wilhering und Stiftsgymnasium Kremsmünster – vertreten. Zusätzlich haben Abt Bernhard Eckerstorfer (Stift Kremsmünster) sowie Anna-Lena Bauer und Victoria Schnell, Schülerinnen am Stiftsgymnasium Kremsmünster, Workshops beim BENet-Meeting angeboten und waren ebenfalls Teil dieses großen Treffens.
„Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch deines gütigen Vaters willig an, und erfülle ihn durch die Tat“ (RB Prol.1)
Dieses Zitat aus dem Prolog der Regel des heiligen Benedikt rief die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens wieder ins Bewusstsein, welche Qualitäten benediktinische Schulen zu bieten haben. Zuhören, hinsehen, den Mut haben aufeinander zuzugehen und Glaube sowie benediktinische Spiritualität als weltweites, tragendes Fundament zu erleben, zeichneten die Tage in Melk aus.
Die Welt trifft sich in der Wachau
Wie der benediktinische „spirit“ für Schülerinnen und Schüler sowie Eltern lebendig und erlebbar werden kann, wurde in Vorträgen, Workshops und Austauschgruppen erarbeitet. Das Motto des Meetings wurde in den beiden Keynotes von Sr. Manuela Scheiba und P. Jakob Deibl, dem Prior des Klosters Melk, allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr anschaulich vor Augen geführt. Die Kaffeepausen, die gemeinsamen Mahlzeiten und die Schifffahrt auf der Donau dienten dazu, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen. Auch hier war die Atmosphäre von Zuneigung, Offenheit und Freundlichkeit geprägt.
Gemeinsame Liturgie und Lectio divina
Umrahmt wurden die Tage von Laudes, Mittagshore und Vesper sowie den Gottesdiensten, die von verschiedenen nationalen Gruppen mitgestaltet wurden. Die Ordensschwestern aus Kenia sangen afrikanische Lieder zur Kommunion, eine Gruppe aus den Philippinen gestaltete die Mittagshore, der Schulchor des Stiftsgymnasiums Melk sang und musizierte. Bei jeder Eucharistiefeier beteten alle Teilnehmenden das Vaterunser in ihrer eigenen Sprache; Einheit in der Unterschiedlichkeit wurde lebendig spürbar. Die kleinen internationalen Austauschgruppen, die sogenannte „Deaneries“, dienten der benediktinischen Lectio divina, der Betrachtung und Auslegung einer Bibelstelle und deren Übertragung ins aktuelle Leben. Auch Abtprimas Jeremias Schröder kam zur Closing Session am Samstag und stand dem Abschlussgottesdienst vor. In seiner Ansprache an die Konferenz gab er den Teilnehmenden Folgendes mit: „I take joy and passion home, that I have experienced here at the conference. Spread this joy and passion in your homes and schools!“
Um die geschlossenen Freundschaften zu stärken und sich weiter im Geist Benedikts zu bestärken, wurde beschlossen, dass es in den nächsten Jahren auch wieder nationale BENet-Treffen geben sollte, an denen mehr Pädagoginnen und Pädagogen aus der Region teilnehmen können. Wir hoffen, damit in Österreich 2028 wieder starten zu können. Das 11. internationale BENet-Treffen wird 2030 in Mexiko stattfinden.