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Inhalt:

Fest des hl. Stephanus

26.12.2020
Wiener Stephansdom

In den Auseinandersetzungen zwischen Christen und Juden hielt der hl. Stephanus eine Verteidigungsrede vor dem Hohen Rat, sodass er 40 nach Christus das Martyrium durch Steinigung erlitt.

Schriftstellen:

Lesung aus der Apostelgeschichte 6,8-10.7,54-6

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - Mt 10,17-22.

 

 

Liebe Schwestern und Brüder im gemeinsamen Glauben!

 

Heute steht Stephanus, der erste Märtyrer der Kirche im Mittelpunkt. In der Urkirche war der überzeugte Christ eine prägende Gestalt. Als Diakon war er für die Armenfürsorge zuständig. Für ihn war wichtig, dass Glaube und karitatives tun zusammenstimmt. In den Auseinandersetzungen zwischen Christen und Juden hielt er eine Verteidigungsrede vor dem Hohen Rat, sodass er 40 nach Christus das Martyrium durch Steinigung erlitt. Gestern die Geburt Jesu, heute das Blut eines Märtyrers. Passt das zusammen? Gibt es Verbindungen. Ich denke schon.

 

Erste Verbindung: Gestern hat Gott in der Geburt seines Sohnes sein Wort in die Welt gesagt. „Das Wort ist fleischgeworden und hat unter uns gewohnt.“ Heute sehen wir, dass Stephanus dieses Wort aufgenommen hat, es weiterverkündet und weitersagt. Das Geheimnis Christi, das in seiner Menschwerdung beginnt, ist zum weitersagen da. Wir sind berufen dieses zu tun, weniger durch Worte, sondern durch unser Leben. Unser Menschsein, unsere Menschwerdung ist die Botschaft, die unter das Volk muss.

 

Zweite Verbindung: Die Geburt Gottes in einem Kind in der Krippe ist wohl der größte Widerspruch zu unseren Vorstellungen die es gibt. Stephanus hat diesen Widerspruch, gemäß seinem Gewissen und Glauben angemeldet. In der Nachfolge Jesu begegnet man Widerspruch. Ich weiß, wir Österreicher neigen dazu, alles zu harmonisieren, und jedem Recht zu geben und es möglichst allen Recht zu machen. Das Evangelium stößt an. Krippe und Kreuz sind aus demselben Holz geschnitzt. Das Anstößige des Evangeliums möchte uns immer wieder aufrütteln.

 

Dritte Verbindung: Das Kind in der Krippe möchte versöhnen. Kinder sind zum Versöhnen fähig, oft besser als Erwachsener. Stephanus tut dasselbe. Er betet sterbend für seine Verfolger und vergibt ihnen. Weihnachten appelliert an unsere Bereitschaft zum Vergeben und zum Verzeihen.

So können wir verstehen, warum es sinnvoll ist, dass am Tag nach Weihnachten Stephanus gefeiert wird. Er lädt uns ein, dem Kind in der Krippe, Jesus, nachzufolgen. Auch mit unserem Leben

 

Pfarrer Mag. Maximilian Pühringer O.Praem.

 

 

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