Wir fahren mit dem Rad (Fahhrrad, E-Bike, Rennrad, ...) auf asphaltierten Nebenstraßen durch St. Florian am Inn (ca. 25 km), begleitet von spirituellen Impulsen durch Pastoralvorstand Mag. Martin Brait und lassen den Abend gemütlich im Gastgarten ausklingen.
Sa, 08. Mai 14:00 Uhr, Start Pfarrkirche St. Florian/Inn
Am 12. März wurde zum 2. Abend der Zeller Schlossgespräche eingeladen. Angesichts der dramatischen Verunsicherungen in der Welt stand mit „Mut zum Wandel. Hoffnung leben, Zukunft gestalten“ ein herausforderndes Motto zur Debatte.
Zum Einstieg ließen sich fünf Schülerinnen des BORG Schärding in sehr erfrischender Weise von den „Helden ihrer Kindheit“ zu philosophischer Auseinandersetzung hinreißen. Bibi Blocksberg und Pipi Langstrumpf brachten sie etwa zur Erkenntnis, dass weniger die Zukunft das Problem ist, sondern unsere Angst vor ihr.
Einen Einblick in die Zukunftsforschung gab der ehemalige Leiter der Jungk-Bibliothek Salzburg, Hans Holzinger. Er verwies auf die Kraft der vielen Geschichten des Gelingens, die es meist nicht in die Schlagzeilen schaffen. Anlässlich des Befundes, dass die reichen Menschen nicht immer die glücklichen sind, weitete er den Blick von der Fixierung auf das Geld und machte nicht weniger als vier Währungen für ein gutes Leben aus: Geld, Zeit, Sinn und Gemeinsinn. Gerade angesichts der Klimakrise ist eine Transformation des Lebens und Wirtschaftens unumgänglich. Für den Weg dorthin zitierte er die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb: „Machen wir nicht das Mögliche, sondern machen wir das Notwendige möglich.“
Im Podiumsgespräch unter der Leitung von Eva Bauernfeind-Schimek, Referentin in der Diözese Linz, kamen die Theologin Melanie Wurzer, Leiterin des Katholischen Bildungswerkes der Diözese Linz, und Paralympics-Sieger Walter Ablinger zu Wort. Wurzer betonte die Wichtigkeit der Erwachsenenbildung, denn Bildung mache resilient. Wenn man die Bedrohungen und Herausforderungen, aktuell z.B. KI, besser versteht, kann man konstruktiver darauf reagieren: Die Chancen nützen, das Deskruktive meiden.
Walter Ablinger, seit einem Arbeitsunfall 1999 querschnittgelähmt, betonte, wie wichtig die eigene Entscheidung ist, eine Veränderung anzunehmen: „Ich bin wahrscheinlich einer der glücklichsten Menschen im Innviertel, weil ich mich auf meine Veränderung eingelassen habe.“ Er ermunterte auch zu einer Lebenshaltung, die Liebe, die in uns steckt, nach außen zu wenden.
Holzinger erwähnte zwei Voraussetzungen dafür, dass Veränderungen in der Gesellschaft akzeptiert werden: Sie müssen erstens plausibel vermittelt werden und zweitens alle gerecht betreffen.
Viel gab es noch zu besprechen beim Ausklang nach dem Programm bei Getränken im Foyer des Schlosses. Auch dieses Miteinander Reden gehört zum Konzept der Zeller Schlossgespräche.
„Du heilige Zeit”, rufen wir des Öfteren aus, wenn manches verwunderlich erscheinen mag oder gar misslingt. Von anderen wiederum hören wir, dass sie nur „alle heiligen Zeiten” einmal dieses oder jenes tun.
Doch „heilige Zeiten” sind im Grunde genommen so viel mehr
Was füllt mich aus? Wo bin ich gefragt? Was ist Liebe? Wie kann ich verzeihen? Bin ich erlöst? Wo ist für mich Gemeinschaft? Warum gibt es Leid? Was verwandelt mich? Was heilt mich? Was verspreche ich mir vom Leben?