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Di. 11.08.26

Neuer Seelsorger der Pfarrgemeinde Mauthausen

Ab 1. September wird Julian Gillesberger der neue Seelsorger der Pfarrgemeinde Mauthausen. Hier stellt er sich kurz vor:

Wer bin ich?

Mein Name ist Julian Gillesberger. Ab 1. September werde ich als Seelsorger in der Pfarrgemeinde Mauthausen tätig und die hauptamtliche Ansprechperson für das Seelsorgeteam sein. Seit 2022 bin ich Diakon und werde diesen Dienst auch weiterhin in Ried in der Riedmark ausüben. Darüber hinaus arbeite ich als Referent für Seelsorgeteams in der Diözese Linz. Ich bin Musiker, Ehemann und Vater zweier erwachsener Söhne – und vermutlich ein Mensch, dem meistens mehr Ideen einfallen, als sich in einem einzigen Kalender unterbringen lassen.

Die Musik begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich spiele Bratsche – jenes Instrument, das mitten im musikalischen Geschehen sitzt, die unterschiedlichen Stimmen miteinander verbindet und trotzdem nur selten im Mittelpunkt steht. Seit 1997 spiele ich im Spring String Quartet. Konzertreisen führten mich auf viele Bühnen in Österreich, Europa und den USA.

Die Musik hat mich gelehrt, wie wichtig es ist, aufeinander zu hören. Gute Musik entsteht nicht dadurch, dass einer möglichst laut spielt, sondern dort, wo Menschen einander Raum geben, aufeinander reagieren und dennoch ihre eigene Stimme behalten. Dieses Bild passt für mich auch sehr gut zu einer lebendigen Pfarrgemeinde.

Das Seelsorgeteam in Mauthausen habe ich bereits als besonders engagiert, lebendig und ideenreich kennengelernt. Viele Menschen bringen hier ihre Zeit, ihre Erfahrungen und ihre Begabungen ein. Meine Aufgabe sehe ich daher nicht darin, alles selbst zu machen oder zu allem sofort eine fertige Antwort zu haben. Ich möchte vielmehr Unterstützer und Ermöglicher sein: mit meinem Wissen und meiner Erfahrung da sein, zuhören, begleiten, Mut machen, Menschen miteinander verbinden und dabei helfen, dass aus guten Gedanken konkrete Schritte werden können. Manchmal braucht es dafür eine neue Idee, manchmal eine klare Entscheidung und manchmal einfach jemanden, der sagt: Probieren wir es aus.

Als Referent für Seelsorgeteams beschäftige ich mich auch beruflich intensiv mit der Frage, wie Menschen Kirche vor Ort gemeinsam gestalten können. Eine Pfarrgemeinde lebt für mich nicht davon, dass einige wenige alles machen, sondern davon, dass viele entdecken: Auch ich kann etwas beitragen. Auch meine Stimme, meine Erfahrung und meine Begabung werden gebraucht.

Als Diakon sehe ich mich besonders als Brückenbauer: zwischen unterschiedlichen Menschen und Sichtweisen, zwischen Kirche und dem alltäglichen Leben und auch über Pfarrgemeindegrenzen hinweg. Meine Verbundenheit mit Ried und meine neue Aufgabe in Mauthausen stehen für mich deshalb nicht nebeneinander, sondern können einander bereichern. Kirche endet schließlich nicht an einer Ortsgrenze. Und eine Brücke fragt nicht, von welcher Seite jemand kommt. Sie ist einfach da, damit Begegnung möglich wird.

Seelsorger zu sein bedeutet für mich vor allem, ansprechbar und ein Hörender zu sein. Menschen sollen mit dem kommen dürfen, was ihr Leben gerade ausmacht: mit Freude und Dankbarkeit ebenso wie mit Sorgen, Enttäuschungen, Fragen, Zweifeln oder Trauer. Sie sollen sich mit dem, was sie bewegt, aufgehoben und ernst genommen fühlen dürfen.

Seelsorge bedeutet nicht, dass sich für jedes Problem sofort eine Lösung finden lässt. Vieles im Leben kann man nicht einfach reparieren. Aber manchmal verändert sich bereits etwas, wenn ein Mensch erfährt: Ich muss das nicht allein tragen. Da ist jemand, der mir zuhört, ohne mich vorschnell zu beurteilen. Da ist ein Raum, in dem auch Unsicherheit, Widersprüche und offene Fragen Platz haben. Manchmal braucht es ein Gespräch, manchmal ein Gebet, manchmal konkrete Unterstützung – und manchmal einfach einen Menschen, der da ist und auch die Stille aushält.

Ich bin ein offener Mensch, gehe gerne auf andere zu und interessiere mich für ihre Geschichten. Empathie ist mir besonders wichtig: der Versuch, einen Menschen nicht vorschnell einzuordnen, sondern wahrzunehmen, was ihn bewegt, was ihn trägt und was ihn vielleicht auch verwundet hat.

Dazu gehört für mich unbedingt auch Humor. Wer miteinander lachen kann, muss nicht ständig beweisen, wie wichtig er ist. Und wer über sich selbst lachen kann, hat schon einen großen Schritt zur inneren Freiheit getan. Sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen bedeutet ja nicht, sich kleinzumachen. Es bedeutet vielmehr, zu wissen: Nicht alles hängt von mir ab – und das ist ausgesprochen beruhigend.

Das Leben sehe ich als Geschenk. Nicht als Geschenk, bei dem immer alles schön verpackt ist, sondern als eines, das überrascht, Fragen aufwirft und uns manchmal auch einiges zumutet. Trotzdem glaube ich, dass in jedem Leben etwas Kostbares liegt und dass jeder Mensch eine Würde besitzt, die ihm niemand nehmen kann.

Glaube kann einem Menschen Erfüllung schenken – er darf aber niemals zum Selbstzweck werden. Kirche ist nicht für sich selbst da. Gebete, Gottesdienste, Traditionen und kirchliche Strukturen haben für mich dann einen Sinn, wenn sie Menschen helfen, freier, aufrechter, liebevoller und lebendiger zu werden. Glaube soll keinen zusätzlichen Druck erzeugen und Menschen nicht kleiner machen. Er soll einen Raum öffnen, in dem ein Mensch sich angenommen weiß und vielleicht neu entdecken kann, wer er wirklich ist.

Ich freue mich ab September auf viele Begegnungen in Mauthausen: auf Gespräche und gemeinsame Ideen, auf Ernstes und Heiteres, auf Gottesdienste und auf jene unverhofften Momente, in denen plötzlich etwas Wesentliches spürbar wird.

Denn auch für eine Pfarrgemeinde gilt: Es müssen nicht alle dieselbe Stimme singen. Entscheidend ist, dass wir aufeinander hören, einander Raum geben und gemeinsam etwas zum Klingen bringen.

Julian Gillesberger

Julian Gillesberger

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Mobil: 0676/87766222
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http://www.pfarre.mauthausen.at

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Mo 14.00 - 17.00

Mi 9.00 - 11.00

Fr 9.00 - 11.00 und 14.00 - 17.00

 

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