25 Jahre Rieger-Orgel in Mauthausen
Am 16. Dezember 2000 wurde die neue Orgel aus der Werkstatt der Firma Rieger Orgelbau vom damaligen Prälaten des Stiftes St. Florian, Wilhelm Neuwirth, geweiht. Seither tut das wunderbare Instrument auf vielfältige Weise seinen Dienst. Kaum zu glauben, dass das mittlerweile schon 25 Jahre her ist! Ein kleiner Rückblick: 1989 wurde im PGR bereits einmal der Beschluss zum Orgelneubau gefasst, dieser wurde wieder verworfen und stattdessen die Mauracherorgel (aus dem Jahr 1897) renoviert, was – wie sich bald zeigte – nicht den gewünschten Erfolg zeigte. Es folgte eine lange Diskussionsphase, insgesamt 30 Pfarrgemeinderatssitzungen, die sich damit befasst haben. Schließlich kam es im Juni 1996 in geheimer Abstimmung zum einstimmigen Beschluss. Es wurde ein Orgelbauverein gegründet, der die Verwirklichung übernommen hat. Dessen Vorstand war ein Musterbeispiel an produktiver Zusammenarbeit. Nahezu alle Vereine und Gruppierungen in der Marktgemeinde Mauthausen waren bereit, das Projekt zu unterstützen. Das erleichterte nicht nur die Finanzierung, sondern hatte auch einen gesellschaftspolitischen Aspekt: Über Partei- und Gesinnungsgrenzen hinweg wurde hier an einem gemeinsamen Anliegen gearbeitet. Das hat den Zusammenhalt im Ort sehr gefördert. Viele größere und kleinere Probleme mussten gelöst werden: Das Bundesdenkmalamt stellte sich zuerst quer, konnte dann aber doch überzeugt werden. Die Auflage war, dass die alte Orgel nicht zerstört werden darf. Sie wurde daraufhin nach Druskininkaj (Litauen) verschenkt. Peter Aichinger und ich besichtigten quer durch Österreich und Südtirol an die 30 Orgelneubauten. 10 Orgelbauer aus Österreich, Deutschland und Schweiz wurden schließlich zur Anbotlegung eingeladen. Der Großteil legte ein barockes Konzept vor. Die Firma Rieger überzeugte mit einem modernen, zeitgemäßen Konzept und zwar sowohl in optischer, wie auch in musikalischer Hinsicht. Viele Besprechungen waren nötig um zur heutigen Lösung zu kommen. Eine der spannendsten war jene im Februar 1999 in der Firma Rieger in Schwarzach, Vorarlberg, zu der Pfarrer Hans Fürst, Peter Aichinger und ich anreisten. Die letzte Strecke mit dem Zug, da aufgrund der Schneemassen ein Vorankommen mit dem Auto nicht mehr möglich war. Mit dem letzten Zug entkamen wir den Schneemassen. In der Folge kam es zur großen Lawinenkatastrophe in Galtür. Im 9. Oktober 2000 wurde mit dem technischen Aufbau begonnen, ab 6. November fand die Intonation und Stimmung der insgesamt 1300 Pfeifen statt. Am 16. Dezember wurde die Orgel schließlich feierlich eingeweiht. Festorganist war der ehemalige Stephansdom-Organist Prof. Peter Planyavsky. Singkreis und Chor der Pfarre gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit. Unsere Orgel reiht sich ein unter den bedeutendsten Orgelbauten aus dem Hause Rieger: Stephansdom Wien, Kathedrale Regensburg, Hoher Dom zu Mainz, Grazer Dom, Brucknerhaus Linz, Musikverein Wien, … Zu genaueren Informationen über unser tolles Instrument gelangen Sie über den QR-Code bzw. über https://www.musicaviva.at/unsere-orgel/
Alfred Hochedlinger